"Sicherungen durchgebrannt": Schockierende Prügel-Attacke auf Olympia-Teilnehmer aus Franken

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Judo-Star Timo Cavelius: Brutale Attacke auf fränkischen Olympia-Teilnehmer
Judoka Timo Cavelius (l) wurde nach einer Prügel-Attacke in der Bundesliga im Krankenhaus operiert. (Archivbild)
Judo-Star Timo Cavelius: Brutale Attacke auf fränkischen Olympia-Teilnehmer
Eugene Hoshiko/AP

Timo Cavelius ist eines der großen Aushängeschilder im oberfränkischen Sport. Nun wurde er nach einem Kampf das Opfer eines gewalttätigen Angriffs - mit bitteren Folgen für seine Olympia-Vorbereitung.

Die Judo-Bundesliga ist von einer brutalen Prügel-Attacke erschüttert worden. Der Leipziger Gastkämpfer Akaki Japaridze aus Georgien verletzte Timo Cavelius vom TSV Abensberg schwer. Cavelius stammt aus dem oberfränkischen Hof und gehört zur deutschen Judo-Elite - 2024 durfte er sein Land bei der Olympiade in Paris vertreten.

Umso schwerer wiegt die Fassungslosigkeit über den Angriff, der sich am Samstagabend (5. September 2026) in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße direkt nach Kampfende abspielte. Als Cavelius eine Jubelgeste in seine Richtung machte, schlug der Georgier dreimal mit der Faust auf den völlig überraschten 29-Jährigen ein.

Eklat nach Kampf: Hofer Judo-Star Cavelius muss operiert werden

Laut der "Leipziger Volkszeitung" verlor Cavelius zwei Zähne und erlitt einen Kieferbruch, weshalb er in die Universitätsklinik eingeliefert wurde, wo er noch am Abend operiert wurde. "Der DJB ist angesichts dieses Vorfalls zutiefst erschüttert und fassungslos", teilte der Deutsche Judo-Bund mit. "Wer auf die Matte geht, vertraut seinem Gegenüber die eigene Unversehrtheit an. Dieses Vertrauen ist die Grundlage unseres Sports. Diese Tat hat nicht nur Timo schwer verletzt, sie trifft jede und jeden von uns, die wir Judo machen", sagte Miryam Roper, Vorständin Leistungssport des DJB. Der 29-Jährige bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2028 vor und kann vorerst keine Ranglistenpunkte sammeln.

"Nach aktuellem Stand wird Timo für längere Zeit ausfallen und damit auch die diesjährigen Weltmeisterschaften verpassen", hieß es vom Verband. Scheibel: "Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt. Das ist ein schrecklicher Einzelfall und hat nichts mit Leipzig und Abensberg zu tun - unsere Vereine verstehen sich gut. Wir finden es auch richtig, dass der Teamkampf nicht abgebrochen, sondern zu Ende geführt wurde", sagte der Abensberger Trainer Manuel Scheibel der LVZ. Die Leipziger entschuldigten sich umgehend und veröffentlichten eine Stellungnahme per Instagram: "Gewalt hat in unserem Sport keinen Platz. Als Judoka stehen wir für Respekt, Toleranz, Fairness und gegenseitige Achtung."

Der 8:6-Sieg des Gastgebers gegen den bayerischen Serienmeister TSV Abensberg hatte vor dem Vorfall bereits festgestanden. Beide Kontrahenten standen sich innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal gegenüber. Im ersten Duell des 90-Kilo-Limits hatte der Leipziger gewonnen. Die Sachsen müssen den Vorfall nun aufarbeiten. Dem Verein droht womöglich eine Geldstrafe, Gast-Kämpfer Japaridze vielleicht eine lebenslange Strafe durch den Weltverband. Er gehört erst seit dieser Saison zum Bundesliga-Team und kam erst zweimal zum Einsatz. Nach dem Kampf-Wochenende reist er wieder in seine Heimat zurück.