Nachdem in Hof die Schaufensterscheibe eines Geschäfts zu Bruch gegangen ist, das Waren mit Israelbezug anbietet, ermittelt nun die Kriminalpolizei. Auch wenn es im Zuge des eskalierten Nahost-Konflikts zwischen Israel und Palästina zuletzt eine Reihe antisemitischer Vorfälle in Deutschland gegeben hat, gehen die polizeilichen Ermittlungen in Hof in sämtliche Richtungen. 

"Stand jetzt können wir nicht sagen, ob es sich um eine politisch motivierte Tat handelt", teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Montag (7. Juni 2021) inFranken.de mit. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Nacht auf Montag vor einer Woche (31. Mai 2021). Der durch die zerbrochene Fensterscheibe entstandene Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf rund 1500 Euro. Die Auswertung der kriminaltechnischen Untersuchung steht aktuell noch aus.

Israelladen En-Gedi in Hof: Unbekannter schlägt Fensterscheibe ein

Wer das Schaufenster des Israelladens En-Gedi im Hofer Biengäßchen eingeschlagen hat, ist bislang unklar. "Man weiß nicht, aus welcher Richtung das kommt", betont auch Inhaber Markus Büttner inFranken.de. "Es kann ein antisemitischer Hintergrund sein, es kann Vandalismus sein - das ist alles reine Spekulation."

Mit Vermutungen oder gar Anschuldigungen hält sich der Ladenbetreiber, der selbst kein Jude ist und auch nicht der israelitischen Kultusgemeinde in Hof angehört, deshalb zurück. Ihm zufolge sei in Hof ein friedliches Miteinander von Juden und Muslimen zu beobachten. Die Kundschaft des Israelladens komme aus allen Richtungen der Bevölkerung. "Mein Vermieter ist türkischer Herkunft", hält Büttner fest.

Ein einziges Mal habe es in den 23 Jahren, die Büttner seinen Betrieb schon betreibt, einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Vor der Bundestagswahl 2013 sei sein Israelladen - zusammen mit über 20 weiteren Geschäften - mit einer SS-Rune beschmiert worden. "Auch da hat man nicht gewusst, aus welchem Lager das kommt", resümiert Büttner. "Manchmal sind Idioten am Werk, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft stören wollen", erklärt Büttner.

Unterdessen sucht Bamberg als erste Stadt in Bayern einen Antisemitismusbeauftragten. Allerdings wird es für die Stelle kein Gehalt geben, weshalb das Vorhaben einige Kritik erfahren hat.