• "Bleed" aus Helmbrechts stellt Jeans hauptsächlich in Franken her
  • "Franconian Denim"-Jeans wird in Bio-Qualität und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert
  • Hose erinnert an ursprüngliche Jeans von Levi Strauss und soll besonders robust sein

Der Klamotten-Hersteller "Bleed" bringt die Jeans zurück nach Franken: Michael Spitzbarth, Gründer der Marke mit ihrem Sitz in Helmbrechts (Landkreis Hof), stellt seit ein paar Monaten eine Jeans her, die fast ausschließlich in Franken produziert wird. 

Franken-Jeans besteht aus strapazierfähigen Materialien

Die Idee für eine Jeans "Made in Franken" kam Spitzbarth mit einem Kollegen im Dorf nach ein paar Bier. Mit einem Freund, der in einer Weberei in Helmbrechts arbeitet, suchte er nach einer Idee, die heimische Textilindustrie zu stärken und Produkte in Bio-Qualität herstellen zu können. "Dabei standen wir vor echt großen Herausforderungen in der Produktion", erklärt Spitzbarth. 

Mit seiner Marke "Bleed" produziert er seit 2008 nachhaltige Mode in Bio-Qualität und unter fairen Arbeitsbedingungen. Wichtig ist dem ehemaligen Skateboarder natürlich auch der Style und die Funktionalität seiner Produkte. "Das sieht man auch in unserer Franken-Jeans, denn hier haben wir besonders strapazierfähige Materialien verwendet, welche die Hose außergewöhnlich langlebig machen", beschreibt der Gründer die Hose. Der Stoff der Hose selbst musste jedoch erst einmal entwickelt werden. 

Der Entwicklungsprozess dauerte gleich mehrere Jahre, denn den Stoff in Franken zu produzieren, ist gar nicht so einfach. "Mein Freund aus einer Weberei in Helmbrechts hat sich mehrere Jahre eingelesen und vorbereitet, um einen Jeansstoff in Franken herstellen zu können", erklärt er. Der Stoff sei aus zweifachem Garn gewebt, was doppelte Reißfähigkeit verspricht. Mit der Kombination aus Elastan ergibt sich eine besonders langlebige, wie funktionsfähige Hose. "Die Jeans war früher eine klassische Arbeiterhose. Wir haben uns am klassischen Design orientiert und sie neu interpretiert", meint Spitzbarth.

Die Hose ist mit Bio-Baumwolle aus der Türkei gefertigt und  wird in Franken gewebt, designt und verkauft. Letztendlich findet nur die Endfertigung in einer Näherei im Emsland (Niedersachsen) statt. "Wir haben zwei Jahre lang gesucht, aber niemand in Franken kann mehr Jeans nähen, da keiner mehr die Nadeln und Maschinen dafür hat", wundert er sich.

Jetzt gibt es lediglich zwei Näherinnen, die das können, und sie schaffen gerade mal 20 Hosen pro Woche. "Das komplette Gegenteil von Fast-Fashion", so Spitzbarth. Eine Jeans kostet aktuell knapp 150 Euro.

Vor Corona: Verkauf nur in Helmbrechts 

Die Jeans "Franconian Denim" gibt es bisher auch nur in der begrenzten Zahl von 100 Stück - und diese Hosen sind fast ausverkauft. "Wir wollten die Franken-Jeans eigentlich nur direkt über unseren Shop in Helmbrechts verkaufen. Manche unserer Fans haben deswegen auch heftige Kritik geäußert", sagt Spitzbarth. "Unter dem Motto #backtotanteemma wollten wir das möglichst regional laufen lassen - allerdings hat uns Corona hier einen Strich durch die Rechnung gemacht", erklärt er. Nun wird die Hose auch im eigenen Online-Shop verkauft. 

Bereits für den Herbst ist eine Neuauflage der Franken-Jeans geplant - dann auch ein Frauen-Modell. Diese wird anders geschnitten sein und noch ein wenig elastischer als das Herren-Modell. Die Nachfrage dazu war enorm.