• Tschechien schließt am Donnerstag (22. Oktober 2020) teilweise seine Grenzen
  • Einreise von Touristen ab heute nicht mehr gestattet
  • Lockdown im gesamten Land: Fast alle Geschäfte bleiben geschlossen (außer Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken)
  • Neuer Negativrekord bei Corona-Infektionen 

Tschechien verhängt Einreisebeschränkungen wegen Corona: Ab heute (22. Oktober 2020) sind touristische Reisen nach Tschechien nicht mehr gestattet. Vorerst ist die Einreise in unser Nachbarland wegen der geltenden Ausgangsbeschränkungen nur noch aus bestimmten Gründen möglich. Tschechien hat am heutigen Donnerstag erneut einen Negativrekord aufgestellt. Knapp 15.000 Neuinfektionen wurden innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Einreise nach Tschechien: Das müssen Pendler beachten 

Wie die deutsche Botschaft mitteilt, darf man ab heute nur noch aus den folgenden Gründen nach Tschechien einreisen: 

  • Dienstliche Reisen, Behörden- und Amtsangelegenheiten, Arztbesuche 
  • Reisen zur Familie oder nahestehenden Personen, Hochzeiten und Bestattungen (mit maximal zehn Personen) bzw. Friedhofsbesuche 
  • Eigene Wege oder im Rahmen der Nachbarschaftshilfe bzw. eines Freiwilligendienstes zur Absicherung der Grundbedürfnisse 
  • Spaziergänge in die Natur und Parks sowie in eigene Erholungsobjekte 
  • Ausreisen aus Tschechien 

Grundsätzlich ist die Einreise nach Tschechien aus genannten Gründen weiterhin gestattet. Auch die Durchreise durch Tschechien ist weiterhin unproblematisch. Touristische Reisen sind jedoch vorerst bis zum 3. November 2020 verboten. Für Pendler sollen außerdem regelmäßige Corona-Tests eingeführt werden: "Wer die Grenzen offen halten will, der muss auch für mehr Sicherheit sorgen", erklärt Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU). Ausländische Berufspendler müssten dann künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie sich zuvor in einem Risikogebiet wie Tschechien aufgehalten haben. 

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Lockdown in Tschechien: Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen 

Ab heute bleiben außerdem alle Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe geschlossen, die nicht zur Grundversorgung gehören. Neben Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Drogerien und Reparaturen sind außerdem Großhandelsgeschäfte geöffnet. Hotelübernachtungen sind nur noch für Dienstreisende erlaubt. 

Außerdem besteht eine Ausgangssperre: Außer für Wege zur Arbeit, zur Familie, zum Arzt oder zum Einkaufen darf man das Haus nur noch für Spaziergänge und Sport im Freien verlassen. Es dürfen sich maximal zwei Personen treffen – Ausnahmen gibt es bei Angehörigen desselben Haushalts, Familienangehörigen oder Arbeitskollegen. 

Weiterhin gilt in Tschechien die generelle Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen, im Freien, wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, in Autos bei Fahrgemeinschaften und in allen Innenräumen. 

Corona grassiert im Land: Epidemiologe hat Erklärung

Epidemiologe Petr Smejkal vom Prager Forschungskrankenhaus IKEM hat eine Erklärung für die galoppierenden Fallzahlen. "Der Fehler ist wahrscheinlich im Sommer geschehen, als die Maßnahmen schnell gelockert wurden", sagt er.

Die Menschen hätten vergessen, dass das Virus immer noch unter uns ist. Auch die Regierung und verschiedene Experten hätten widersprüchliche Botschaften ausgesendet. Immerhin sei die Kommunikation inzwischen besser geworden.

Was die Akzeptanz der Regeln angehe, habe sich die Haltung der Menschen seit dem Frühjahr geändert. Das Vertrauen zwischen Regierung und Bevölkerung sei längst nicht so weit entwickelt wie in Deutschland oder Schweden.

Protest in Prag eskaliert: Hooligans gegen Sicherheitskräfte

So kam es am Sonntag (18. Oktober 2020) zu Ausschreitungen, als 2000 Fußball- und Eishockey-Fans gegen die Einschränkungen im Sport protestierten. Dabei sei die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei Demonstrationen von 500 Menschen überschritten worden, teilte die Polizei am Sonntag (18. Oktober 2020) mit.

Die Veranstalter beendeten die Versammlung im Stadtzentrum nach rund einer Stunde. Anschließend kam es zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Hooligans und den Sicherheitskräften.

Rauchbomben und Feuerwerkskörper wurden gezündet. Bei Personenkontrollen wurden nach Angaben der Polizei unter anderem Schlagstöcke und Schusswaffen sichergestellt. Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen.

Die Grenze zu Tschechien wurde Anfang Juni geöffnet, der Ansturm blieb allerdings aus. Hintergrund war schon damals der fehlende Tourismus.

 

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