Es war ein jahrelanges Ringen, das am Ende für die Gemeinde von Erfolg gekrönt ist. Es wird kein weiteres Baggerloch vor den Toren der Kommune geben. Die Firma Sand- und Kieswerke Dotterweich GmbH hat ihren Antrag auf Erweiterung des Sandabbaus bei der Regierung von Oberfranken (Bergamt Nordbayern, Bayreuth) zurückgenommen. Damit ist das Planfeststellungsverfahren vom Tisch. Es gibt keine weitere Ausbeute, zumindest in nächster Zeit nicht.

2016 hatte das Unternehmen den Antrag auf eine Erweiterung der Abbaufläche gestellt. Dabei ging es um ein Areal von 25 Hektar. Die reine Abbaufläche wären 21 Hektar gewesen. Das Gelände schließt an die Grundstücke an, die die Firma nordöstlich von Sand bereits ausbeutet; es verläuft parallel zum Main bis knapp vor die Straße, die Zeil mit Sand verbindet.

Nicht nur die Gemeinde Sand, sondern auch die Stadt Zeil, die dort Land besitzt, sowie zahlreiche weitere Beteiligte hatten gegen die Erweiterung der Abbaufläche protestiert und Widerstand gegen die Pläne geleistet. In Sand selbst gründete sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen "Sand bleibt!". Insgesamt sind mehr als 50 Einwendungen gegen das Vorhaben des Unternehmens geltend gemacht worden, wie der Sander Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) auf Anfrage bestätigte.

Die Argumente gegen den weiteren Sand- und Kiesabbau waren schließlich so gewichtig, dass das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberfranken Anfang 2017 ausgesetzt wurde. Die Firma selbst hatte beantragt, das Verfahren ruhen zu lassen.

Damals schon habe sich abgezeichnet, erklärte Bürgermeister Bernhard Ruß unserer Redaktion, dass die Abbaupläne in der vorgelegten Form "nicht genehmigungsfähig" seien. Die Pläne hätten nachgebessert werden müssen. Was offenbar nicht geschah oder nicht möglich war.

Knackpunkt bei der Auseinandersetzung war der Hochwasserschutz. Die Gemeinde Sand befürchtete, dass sich bei einer Ausdehnung der Sandabbaufläche die Hochwassersituation für die Kommune weiter verschärfen würde. Sand hat ohnehin mit dem Hochwasser zu kämpfen, wenn der Main über die Ufer tritt. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass der Ortsteil Wörth vom Hochwasser eingeschlossen und damit abgeschnitten wird.

"Wir hatten gewichtige Argumente", sagt Ruß mit Blick auf den Hochwasserschutz. Aber auch andere Fragen wie etwa der Landschaftsschutz spielten eine Rolle bei der Bewertung durch die Regierung von Oberfranken, die als Bergamt Nordbayern für den Antrag zuständig war.

Und noch eine Tatsache gab mit den Ausschlag: Schon vor Jahren war das Areal aus dem Regionalplan als Vorrang- oder Vorbehaltsfläche für die Rohstoffgewinnung auf Betreiben des Sander Bürgermeisters herausgenommen worden. Es war damit wieder Ackerfläche. Zuvor hatten sich Unternehmen stets auf den Regionalplan berufen, wenn sie eine Erweiterung der Ausbeutefläche beantragten. Die Kennzeichnung als Vorrang- oder Vorbehaltsfläche für den Sand- und Kiesabbau im Regionalplan machte es Betrieben leicht, ihre Anträge durchzubringen. Kommunen, die sich dagegen stellten, hatten so gut wie keine Chance. Das war im aktuellen Fall anders.

Bleibt mit der Einstellung des Verfahrens damit Sand vor weiteren Baggerseen verschont? Bernhard Ruß geht davon aus, "dass nicht gleich im nächsten Jahr ein neuer Antrag kommt". Ob die Sand- und Kiesausbeute damit "für alle Zeiten gestorben ist, das steht in den Sternen". Jetzt ist der Bürgermeister erst einmal froh darüber, dass das seit vier Jahren anhängige Verfahren vom Tisch ist und die Gemeinde sich mit ihren Vorstellungen durchsetzen konnte.