Die Weisach zwischen dem Maroldsweisacher Gemeindeteil Voccawind und der sogenannten "Villa" ist in ihr altes Bachbett zurückgekehrt. Vor vielen Jahren war das Gewässer auf einer Länge von 240 Metern entlang der Bundesstraße 279 vorbeigeführt worden. Zugleich diente der Bach als Energielieferant für die Voccawinder Mühle.

Immer wieder Hochwasser

Es gab aber immer wieder Ärger, wenn der Damm des Mühlgrabens brach und die Wiesen überflutete. Deshalb beschloss der Marktgemeinderat von Maroldsweisach vor zwei Jahren beim Planfeststellungsverfahren für die B 279, die Weisach wieder in ihr tiefer liegendes Bachbett zu verlegen.

Der Mühlgraben soll mit 8000 Kubikmeter Abraum gefällt werden, der bei der Abflachung des "Rehbergs" an der B279 zwischen Maroldsweisach und Ermershausen anfällt.
Beim Durchstich zum neuen Bachbett wurde der Mühlgraben elektrisch abgefischt, und die Fische wurden in die "neue Weisach" umgesetzt, berichtet Christian Sander. Er betreut das Projekt als Landschaftsplaner und ökologischer Begleiter.

Ökologische Vorteile

Wie Sachgebietsleiterin Caroline Kaufmann vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen (WWA) erklärte, wurde mit der Verlegung der Gewässerschutz verbessert und durch den jetzt größeren Abstand zur B 279 bei Ölunfällen auf der Straße die Gefahr einer Gewässerverunreinigung verringert. Auch sei damit die biologische Durchgängigkeit für Kleinstlebewesen und Fischen wieder hergestellt worden. Vorher lag bei der Voccawinder Mühle ein Hindernis mit einer Absturzhöhe von vier Metern vor.

Die Länge des neuen Baches, der auch einen natürlichen Auwald durchläuft, ist 600 Meter lang. Ein extensiv als Wiese genutzter Uferstreifen begleitet die neue Weisach. An den rund 36.000 Euro Baukosten beteiligt sich das Wasserwirtschaftsamt mit 75 Prozent.

Probleme im Vorfeld

Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) verwies auf die Problematik, dass in diesem Gebiet am Kriegsende Bombenabwürfe stattfanden und eine Kampfmitteluntersuchung stattfinden musste. Die Beseitigung alter Bomben wäre aufwändig geworden. Aufklärungsbilder hätten jedoch nur Bombentrichter, aber keine Munition zutage gefördert. Das zweite Problem lag im feuchten Untergrund des Weisachtales. Die Wetterumstände hätten jedoch einen schnellen Bau begünstigt, erklärte Thein. Er betätigte später den Bagger und simulierte einen Durchstich vom alten zum neuen Bach. Der echte Durchstich musste freilich wegen des Fischbesatzes schon früher vorgenommen werden.