Um einen attraktiven Wanderweg reicher ist der Steigerwald. In Geusfeld wurde offiziell der Drei-Wälder-Weg eröffnet. Von Geusfeld verläuft er durch den ehemaligen Klosterwald bis zum Baumwipfelpfad bei Ebrach und über das Magdalenen-Kreuz und das Steinerne Kreuz zurück zum Ausgangspunkt. Auf der 16 Kilometer langen Strecke, die durch die Landkreise Haßberge, Schweinfurt und Bamberg führt, informieren fünf Holztafeln über die Sehenswürdigkeiten.

Die "Fünf-Sterne"-Kommunen Eltmann, Knetzgau, Oberaurach, Rauhenebrach und Sand wollen ihre Wanderwege qualitativ aufwerten und die Beschilderung an die Anforderungen des Wanderers von heute anpassen. Das Projekt, zu dem auch der Drei-Wälder-Weg gehört, ist in drei Teilbereiche gegliedert und kostet circa 300 000 Euro. Gefördert wird es mit 50 Prozent durch den Naturpark Steigerwald. Die Konzepterstellung erfolgte 2018/2019 durch das Planungsbüro für Wandertourismus Hans-Georg Sievers aus Emmendingen im Schwarzwald. Die Umsetzung der Beschilderung erfolgt 2020/2021, wobei auf Metallschildern Orts- und Kilometerbezeichnungen angegeben sind. Als dritter Teil wird die Infrastruktur mit Informationstafeln und Ruheplätzen, einer digital abrufbaren Wegeführung und Broschüren erstellt. Die Wege, die sogenannten Steigerwald-Runden, sind gekennzeichnet unter anderem durch einen hohen Grad an naturbelassenen Wegen und eine abwechslungs- und erlebnisreiche Landschaft. Zukünftig sollen diese Runden im gesamten Naturpark Steigerwald entstehen und auch vom Verband Steigerwald Tourismus gemeinschaftlich vermarktet werden.

Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW), der auch Vorsitzender der "Lebensregion plus" ist, erklärte, warum der Drei-Wälder-Weg diesen Namen hat. Die Wanderroute führt durch die Wälder dreier Eigentümer, nämlich des gemeinsamen Bürgerwaldes Gerolzhofen-Dingolshausen, des Freistaats Bayern und der Gemeinde Oberschwarzach. Der Drei-Wälder-Weg gilt als Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Rauhenebrach und des Forstbetriebes Ebrach der Bayerischen Staatsforsten. Um den Wanderweg zusätzlich aufzuwerten, wurden fünf hölzerne Informationstafeln aufgestellt, die die historischen Höhepunkt an der Stecke beleuchten.

In einem Grußwort freute sich Landrat Wilhelm Schneider über den qualitativ hochwertigen Wanderweg, der den Zertifizierungen des Deutschen Wanderverbandes in etwa entspreche. Bei einer Wanderung auf einem Teilstück des Drei-Wälder-Weges bis zum Dreiherrnbrunnen überzeugten sich die Ehrengäste von der gelungenen Wegführung. Dabei waren Thomas Vitzl als stellvertretender Landrat des Landkreises Schweinfurt, die Bürgermeister Thomas Sechser (Oberaurach), Matthias Krapp (Priesendorf) und Daniel Vinzens (Ebrach) sowie die Leiterin des Baumwipfelpfades, Barbara Ernwein, der Leiter des Steigerwald-Zentrums in Handthal, Andreas Leyrer und die Wanderwarte der "Fünf-Sterne"-Gemeinden, Ebrach und Oberschwarzach.

Den neu gestalteten Dreiherrnbrunnen stellte Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner vor. Früher entsprangen hier drei Quellen, die zurzeit aber an Wassermangel leiden. Möglicherweise wurden die Quellen bereits im Mittelalter als Viehtränke genutzt. Die früheste Darstellung der drei Quellen findet sich erst in einer Karte des würzburgischen Landesvermesser Joseph Küchler aus dem Jahr 1690. Namentlich erwähnt wurden die Quellen erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit dürften auch die derzeitigen Einfassungen stammen, die jetzt schonend restauriert wurden. Geologisch gesehen liegen über dem Dreiherrnbrunnen mächtige Sandsteinbänke und unterhalb tonige Schichten.

Mergner hob besonders Revierleiterin Regina Bertram hervor, die die Idee zur Gestaltung des Umfeldes hatte. So stehen jetzt ganz oben Sonnenliegen und etwa in der Mitte des Berges eine riesige Bank aus Tannenholz. Viel Energie war bei der Aufstellung der sechs Meter langen und etwa 300 Kilogramm schweren Sitzbank gefragt. Dabei packten fleißig die Auszubildenden des Forstbetriebs Ebrach mit an, die vorher das Stück in ihrer Ausbildungsstätte im Oberauracher Hummelhof gemeinsam mit ihrem Meister hergestellt hatten.