250 bis 280 Beschäftigte mögen es gewesen sein, die sich am Dienstagvormittag am Warnstreik vor dem Tor der Firma FTE in Ebern versammelten, um nachdrücklich fünf Prozent mehr Lohn zu fordern. Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber wurden von allen Rednern als "lächerlich" und "völlig inakzeptabel" bezeichnet.

Betriebsratsvorsitzende Sonja Meister begrüßte es, dass die Beschäftigten für eine Stunde ihren Arbeitsplatz verlassen hatten, um "für ihre Sache" zu streiken. Meister: "Die Umsatzzahlen bei FTE sind auf einem guten Weg und da ist es gerecht, dass auch die Entgelte gleichermaßen steigen, Umsätze erarbeiten wir", rief sie ihren Kollegen zu, die Beifall klatschten und ihrem Unmut mit Trillerpfeifen Nachdruck verliehen. An die Adresse der Arbeitgeber gerichtet, legten sie mit einer Forderung nach: "Legt ein anständiges Angebot auf den Tisch, sonst geht es weiter. Wir sind gewappnet für die nächste Runde."


Gutes Recht

Warnstreiks seien gutes Recht, auch wenn sie in der Öffentlichkeit manchmal "nervend" ankämen, sagte Meister. Besonders ärgere sie, dass es Mitarbeitern, die über Leihfirmen beschäftigt sind, untersagt war, am Warnstreik teilzunehmen. "Das ist eine klare Beschneidung von Persönlichkeitsrechten", sagte die Betriebsratsvorsitzende. Die IG-Metaller würden sich für eine unbefristete Beschäftigung aller einsetzen. Sie bemühte Robert Bosch, der einst sagte: "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle."

Dieter Nüsslein, Jugendvertreter bei FTE in Ebern, zeigte sich mit einer Gruppe junger Arbeitnehmer solidarisch. "Wir von der Jugend werden eure Forderungen nach fünf Prozent mehr Lohn unterstützen."

Ein Gruß galt einem Lastwagenfahrer, der während der Kundgebung gehindert wurde, in das Werk einzufahren.
Matthias Gebhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle in Bamberg erläuterte, "warum wir uns auf die Straße raus bewegen." "Mehrere 10 000 Mitarbeiter würden an diesem Tage streiken, sagte er, "260 sind es in Ebern."


"Ich hoffe, die hören mit."

Die Demonstration solle ein "erster Warnschuss" an die Firmenleitung sein. "Ich hoffe, die hören mit." Die Firmenleitung solle dafür sorgen, dass ein vernünftiges Angebot vorgelegt wird, dann müsse es nicht sein, dass es immer wieder zu Streikmaßnahmen kommen müsse.

Gebhardt gab einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation der Betriebe, die gut sei, während das Angebot and die Beschäftigten aber dazu gar nicht passe. Dabei hatte er vor allem die umliegenden Firmen im Blick. "An diesem wirtschaftlichen Erfolg wollen wir mit fünf Prozent beteiligt sein, daran geht die Wirtschaft nicht kaputt. Wir wollen ein Stück vom Kuchen, den wir mit gebacken haben."

Im Detail erläuterte er die bisherigen Angebote der Arbeitgeber und weitere geplante Streikmaßnahmen durch die IG Metall. Auch Jens Holze von der Vertrauenskörperleitung bei FTE stieß, wie könnte es anders sein, ins gleiche Horn. Er ging einen Schritt weiter und wies darauf hin, dass in weiteren Aktionen Arbeitsniederlegungen bis zu 24 Stunden stattfinden könnten, sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen.