"In zehn Minuten bin ich doch wieder da", ruft Günther Hofmann den Wartenden zu. Ausgerechnet in der ersten Stunde der Wallburg-Weihnacht regnet es immer wieder. Jede Menge Menschen warten auf den Shuttle-Bus und der kommt schon fast voll von der ersten zur zweiten Haltestelle. Doch Günther Hofmann bleibt die Ruhe selbst und immer freundlich. Zwei Fahrten später hat sich die Situation bereits stark entspannt und dann setzt auch der zweite Shuttlebus ein und halbiert die Wartezeit nochmals.

Von Anfang an dabei

Seit sieben Jahren ist Günther Hofmann bei der Wallburg-Weihnacht im Einsatz, doch von dem besonderen Charme dieses Weihnachtsmarkts kann er sich nur aus der Ferne und auf Fotos ein Bild machen, denn er fährt seit dem ersten Markt den Shuttlebus - ehrenamtlich und mit fröhlicher Gelassenheit. Die braucht er auch in seinem "Tagesgeschäft" als Schulbusfahrer.
"Die meisten Leute sind ja gut gelaunt, weil der Markt so schön ist", erzählt er, während sich der Bus die steile Wallburgstraße hinaufquält. Zwischendurch bringt ihm seine Frau Waltraud mal eine Bratwurst an die Bushaltestelle, wo er alle zehn Minuten eintrifft - und wie die zahlreichen heißen alkoholischen Getränke wirken, die drüben an der Wallburg ausgeschenkt werden, das erlebt er dann bei den späteren Rückfahrten. Für ihn selbst wie für seinen Kollegen sind Punsch und dergleichen natürlich ein Tabu. Konzentriert müssen sie bleiben, denn die Rückfahrt hinunter in die Altstadt durch die enge Schlosssteige nötigt dem Fahrer Können ab, vor allem wenn es wie in manchen Jahren schneit.
Günther Hofmann wird auch im nächsten Jahr wieder den Shuttlebus fahren, das hat er sich bereits vorgenommen.
Eröffnet wurde die Burgweihnacht auch in diesem Jahr wieder vom Turmbläser Jonas Pitscheider, Bürgermeister Michael Ziegler und dem Eltmanner Christkind Josepha Pflaum und ihren Engelchen. Mit einem Lichtertanz, einem Gedicht und einem Lied bezauberten sie die Besucher und luden ein zum Genießen der Adventszeit, aber auch zur Besinnung auf diejenigen, die Hilfe brauchen.

Viel Handwerkliches

An den Ständen bot sich den Marktbesuchern ein breites Angebot an Handwerk und Kunsthandwerk: ob Boshi-Mützen oder Socken, Fröbelsterne oder Krippenfiguren, Kissenbezüge oder gefilzte Hausschuhe, viele Besucher verließen den Markt und hatten bereits alle Geschenke für Weihnachten eingekauft. Die Kinder hatten keine Scheu vor dem Nikolaus, der Adventskalender verteilte und die Jugendblaskapelle und die Bläsergruppe der Stadtkapelle rundeten die Atmosphäre ab, die bei Einbruch der Dunkelheit durch viele tausend Lichter noch zauberhafter wurde.