Eine Frau mit einem strahlenden Lächeln ist das neue Gesicht des THW-Ortsvereins Haßfurt auf dessen Facebook-Seite. Es ist Patricia Will, die mit ihrem Bruder Frederic die vierte Generation der Familie Will im Technischen Hilfswerk darstellt.

Opa Klaus Will war die zweite Generation Will, als er 1962 ins THW eintrat. Sein Vater Nikolaus war bereits bei der Gründung des Ortsverbandes Haßfurt zwei Jahre zuvor dabei. Damals war das THW in Deutschland zehn Jahre alt. Der Leitgedanke ist heute noch der gleiche: sich ehrenamtlich für den Schutz der Bevölkerung zu engagieren.

In der Schneiderei Mantel in Haßfurt gegründet

Diesen Gedanken nahmen im Altlandkreis Haßfurt zunächst die Handwerksmeister auf. Kreisbaumeister Karl Fleischmann rief die Meister zusammen, um in der damaligen Schneiderei Mantel in der Zwerchmaingasse das THW in Haßfurt zu gründen. Nikolaus Will war als Baufachmann gleich dabei.

Klaus Will erinnert sich gut an die Anfangszeit. Seine erste "Heimat" richtete das THW Haßfurt auf dem Gelände der Fabrik Mölter in der Bamberger Straße ein. Klaus Will engagierte sich stark, wurde binnen weniger Jahre Gruppenführer und dann Zugführer. Bis 1982 war er aktiv, ehe er 1982 als "Althelfer" in die zweite Reihe zurücktrat.

Nach Mölter schuf sich der Ortsverband eine neue Unterkunft beim Schützenverein, ehe die bis heute bestehende Unterkunft an der Augsfelder Straße errichtet wurde. "Das hätten wir uns in den 60er Jahren nicht träumen lassen", sagt Klaus Will, der mittlerweile seinen Sohn Nico motiviert hatte, sich mit seinen Fähigkeiten als Maurer und Kfz-Meister im THW einzubringen. 30 Jahre Dienst, unter anderem als Bergeräumgeräteführer, hat er mittlerweile hinter sich.

In der Jugend dem THW Haßfurt beigetreten

"Der Funke ist noch weiter übergesprungen", freuen sich Klaus und Nico, denn "Frederic und Patricia können bald ihre Betten in der Unterkunft aufschlagen". Die Geschwister traten 2011 im Alter von elf und 13 Jahren in die Jugend-Ausbildung beim THW ein. Heute ist Frederic Truppführer der Fachgruppe "Räumen", er kommt immer zum Einsatz, wenn schweres Gerät gefordert ist. Er fährt alles, was beim THW Räder hat. Der Schreiner kümmert sich zusätzlich um Renovierungen, die in der THW-Unterkunft anfallen.

Patricia war anfangs das einzige Mädchen in der Jugend. Als sie mit 14 Jugendsprecherin wurde, war ihr Weg quasi vorgezeichnet. Heute führt sie die Jugendlichen durch die Grundausbildung, bis sie in den Erwachsenen-Dienst integriert werden. Patricia verbringt dadurch mindestens drei Abende pro Woche an der Augsfelder Straße. Daneben macht sie ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin, ist Übungsleiterin und tanzt gerne.

Aufgaben des THW sind mit der Zeit gewachsen

Die Aufgaben des THW sind mit den Jahren gewachsen. Während Klaus und Nico Will früher hauptsächlich mit Hochwassereinsätzen beschäftigt waren, für weitere Katastrophen zwar vorbereitet waren, "aber verschont blieben", gab es in den letzten Jahren einige große Einsätze. 14 Stunden dauerte beispielsweise der THW-Einsatz beim Brand bei Koppitz in Knetzgau.

Eine ganz andere "Feuerprobe" hat Patricia in den vergangenen Monaten im Rahmen der Corona-Pandemie bestanden. Das THW koordinierte die Verteilung von Material. Beim THW wurden Listen erstellt, Fahrtrouten zu Arztpraxen, Krankenhäusern und Altenheimen organisiert. Zeitweise waren drei Fahrzeuge im Einsatz, die in 2600 freiwilligen Stunden 3000 Kilometer durch den Landkreis fuhren.

Patricia wurde von ihrer Schule großzügig freigestellt. Sie hat die Zeit maximal genutzt, ist Routen gefahren, hat beim Aufbau und Umzug der Teststation geholfen und hat das Materiallager für die Schutzausstattung mit errichtet.

THW Haßfurt: Feier muss ausfallen

Die mehr als 1000 Helferstunden vom vergangenen Jahr werden die Geschwister Will auch heuer wieder erreichen. Eigentlich wollte das THW in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen mit einem Fest auf dem Marktplatz feiern. Wegen Corona wurde es erst einmal verschoben. Gerne würden die Geschwister die Feier nächstes Jahr nachholen, um der Bevölkerung zu zeigen, wie das Technische Hilfswerk heute arbeitet.