Ach guck, ein schöner Garten! Wer spazieren geht, bleibt stehen, linst über den Gartenzaun. Manchmal lässt eine große Hecke oder sonstwelcher Sichtschutz keinen Blick zu. Manchmal steht man da, würde gerne näher herangehen, unbedarft durch den fremden Garten laufen, aber das geht nicht. Privatgrund undsoweiter. Am Wochenende geht es. Da ist "Tag der offenen Gartentür".

Diesmal öffnen die Rügheimer die Türen. Das haben sie schon einmal gemacht in 2006, und heuer, da der örtliche Gartenbauverein "125-Jähriges" feiert, machen sie es wieder. Sogar die offizielle Eröffnung des Gartentür-Tags für ganz Unterfranken mit insgesamt 94 Privatgärten findet in Rügheim statt (heute nämlich), aber eigentlich geht es um den Sonntag, 25. Juni: Für den Kreis Haßberge präsentiert der Obst- und Gartenbauverein Rügheim von 10 bis 17 Uhr 15 liebevoll gestaltete Gärten, zusätzlich öffnen einige Höfe im Dorf ihre Tore.


Gärten als Wohlfühloasen

"Wenn Sie die Chance haben, beim Nachbarn ins Schlafzimmer zu schauen, machen Sie das doch auch", sagt Lothar Brochloß-Gerner und lacht. So erklärt er den Erfolg der Gartentür-Tage der vergangenen Jahre: Ein Garten liege zwar recht offen vorm Haus, sei aber etwas Intimes zugleich, denn die Besitzer gestalteten ihn nach ihren Vorstellungen, ein Stück weit spiegle sich darin die eigene Persönlichkeit wieder, sagt der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Rügheim. Gärten seien für viele eine Wohlfühloase, ein Rückzugsort, ein Ausgleich für die stundenlange Büroarbeit "vor dem Kasten".


Rosen, Salbei, Sonnenhut

Weit über 1000 Besucher werden am Sonntag in Rügheim erwartet. Ein Vorab-Blick in einige Gärten, der dem Fränkischen Tag gewährt wurde (siehe rechts), verrät: Da gibt es viel zu entdecken. Zum Beispiel: "Rosen, Salbei, Margeriten", sagt Ulrike Hirschlein. "Lavendel, Sonnenhut", ergänzt Ingrid Sarré. Die beiden Vorstandsmitglieder des Gartenbauvereins freuen sich auf den Sonntag. Das ganze Dorf sei auf den Beinen.