In einigen Versammlungen in Geroldswind war es Thema. Und auch Winfried Appel, Ortsprecher im Gemeinderat Maroldsweisach, hat es dort schon zur Sprache gebracht: "Wir brauchen in Geroldswind Straßennamen, damit zum Beispiel der Rettungsdienst weiß, wo er hinfahren muss." Bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Gemeinschaftshaus wurde diskutiert und man einigte sich auf Straßennamen.

Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) verwies zu Beginn der Bürgerversammlung darauf, dass es mitunter für Ortsunkundige Probleme gebe, in einer Ortschaft ohne Straßennamen die entsprechende Adresse zu finden. "Euer Ortssprecher Winfried Appel hat in einer Gemeinderatsitzung geschildert, wie die Besatzung eines Rettungswagens sich zu ihrem Einsatzort durchfragen musste", sagte der Bürgermeister. Thein sagte, dass der Rettungsdienst aufgrund von Einsatzlagen auch von anderen Standorten als Ebern kommen könne und die Einsatzkräfte sich mitunter nicht in den Ortschaften auskennen.

"Das Thema Straßennamen war ja auch schon Thema in einer Bürgerversammlung in Geroldswind", erinnerte Thein. Man habe sich darauf geeinigt, dass von den Ortsbürgern Vorschläge für Straßennamen kommen sollten. Die lägen nun vor.

Der Leiter des Bauamtes der Marktgemeinde, Andre Grüner, zeigte anhand eines Ortsplans, an welche Straßennamen gedacht sei. Für die Ortsdurchfahrt selbst lag der Vorschlag "Geroldsgrund" vor. Für die Straße, die in Richtung Zeilberg führt, der Name "Weißer Steinbruch" und für zwei kurze Straßenstücke am Ortseingang aus Richtung Gückelhirn kommend - rechts und links des Friedhofs - die Bezeichnungen "Schäderäcker" und "Schulrangen." Thein sagte dazu, dass es möglich wäre diesen Namen auch ein "Am" voranstellen zu können.

Er machte deutlich, dass es ihm als Bürgermeister egal wäre, welche Namen gewählt werden. "Ich meine, das muss von den Bewohnern kommen und vor allem von denen, die an den jeweiligen Straßen wohnen", sagte er. Dazu ergänzte Andre Grüner, dass man bei der Wahl der Namen darauf achten müsse, dass ein ähnlicher Name nicht schon im Gemeindegebiet vorhanden sei und das Bayerische Straßen- und Wegegesetz eindeutige Straßenbezeichnungen fordere. "Sie müssen sich einig sein, bevor wir von der Gemeinde die Neubenennung in die Wege leiten, weil ja doch einiges davon abhängig ist", sagte der Bürgermeister. Er verwies darauf, dass jeder dann seine Adresse ändern müsse und auch im privaten Bereich die neue Anschrift verschiedenen Stellen, wie etwa Versicherungen, mitteilen müsse.

Elisa Zimmermann von der Marktgemeinde, die für das Ausweiswesen zuständig ist, erklärte, dass die Ausweise mit Aufklebern, auf denen die neue Adresse vermerkt ist, versehen werden. "Das ist kostenlos für die Bürger", sagten sie und der Bürgermeister.

Sorge wurde geäußert, dass irgendwann der Name Geroldswind gänzlich verschwinden würde, weshalb man immer zur Straße noch "Ortsteil Geroldswind" dazu schreiben sollte. Nach längerer, teils "hitzig" geführter Diskussion, einige man sich auf folgende Straßennamen, wobei der Bürgermeister Wert darauf legte, dass die jeweiligen Anlieger ihre Vorschläge einbringen konnten: Geroldsgrund bleibt "Geroldsgrund", Weißer Steinbruch wird "Weißer Bruch", Schäderäcker wird "Geroldswinder Höhe" und der Schulrangen wird zum "Johannishügel."

Bürgermeister Wolfram Thein wies noch darauf hin, dass die Pflasterung am Friedhof fertig sei. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich danke allen, die sich eingebracht haben."

Angesprochen wurde, dass das Läutwerk des Glockenturms außer Betrieb sei.

Diskutiert wurde auch über das Thema schnelles Internet. Mit dem Ergebnis zeigten sich einige nicht so recht zufrieden. 3196 Einwohner zählt die Marktgemeinde gegenwärtig. "Dem Rückgang der Bevölkerung wollen wir mit allen Mitteln entgegen wirken", sagte Thein. Zufrieden zeigte er sich, dass die Schlösser in Ditterswind und Hafenpreppach neue Besitzer fanden. Die Prokopfverschuldung nannte Thein mit 605 Euro.