So schnell kann es gehen: Vor zwei Wochen steckte der FC Sand mit zehn Zählern noch ganz tief im Tabellenkeller der Fußball-Bayernliga. Seit Samstagnachmittag stehen 19 Punkte auf der Habenseite. Das direkt rettende Ufer, Platz 13, haben FCS-Kapitän Andrè Karmann und seine Teamkollegen wieder dicht vor Augen. Grund ist der zweite Sieg im zweiten Duell mit dem ASV Neumarkt. FC Sand - ASV Neumarkt 3:0 Johannes Bechmann sowie Shaban Rugovaj mit einem Doppelpack sorgten beim 3:0 über nun etwas abgeschüttelte Oberpfälzer für überwiegend zufriedene Gesichter. Euphorie kam bei Dieter Schlereth aber nicht auf. Der Sander Trainer war letztlich nur mit dem Ergebnis zufrieden, schließlich stellte der FCS den Anschluss an die Nichtabstiegszone her. Der Verlauf der Partie gefiel ihm aber nicht - vor allem die erste Hälfte, als sogar die Gäste angesichts der Chancen und spielerisch gesehen die Nase vorn hatten. "Wir haben zwar wenig zugelassen, aber warum wir zu diesem Zeitpunkt führen, wusste wahrscheinlich niemand so richtig", meinte der Haßfurter nüchtern.

Freistoßtor als Dosenöffner

Doch das Zwischenergebnis auf der Anzeigetafel war richtig. Ehe Schiedsrichter Sebastian Betz zur Halbzeit abpfiff, führten die Sander 2:0. Die gut 200 Zuschauer mussten allerdings lange warten, ehe sie erstmals jubeln durften: Johannes Bechmann war es, der den Ball bei einem Freistoß aus etwa 27 Metern stramm und flach aufs Neumarkter Tor schoss und traf - dank der unfreiwilligen Mithilfe von ASV-Schlussmann Martin Bachner (38.). Auf Zuspiel von Danny Schlereth erzielte Shaban Rugovaj sechs Minuten später den zweiten Treffer für die Hausherren. Für Neumarkts Trainer Benedikt Thier sehr bedauerlich. "Wir waren spielerisch überlegen, hatten mehr Ballbesitz, uns aber zwingend keine großen Torchancen herausgespielt. Und aus kleinen machen wir nichts."

In der zweiten Hälfte hatten FCS-Kapitän André Karmann und Co. das Heft in der Hand, erst recht nach der Hinausstellung von Neumarkts Selim Mjaki, der nach einem Foulspiel frühzeitig die Gelb-Rote Karte sah (50.). Und so sorgte erneut Shaban Rugovaj nach zuvor vergeblichen Anläufen für klare Verhältnisse: Aus kurzer Distanz ließ er Torwart Bachner keine Abwehrmöglichkeit. Bei den Gästen sorgte dieser Treffer für Unmut: Angeblich versperrte Sands Thorsten Schlereth, der die Vorarbeit leistete, beim Schuss seines Teamkameraden die Sicht. Außerdem soll er dabei im Abseits gestanden haben. Die heftigen Diskussionen mit dem Schiedsrichterassistenten nutzten nichts. Die Fahne blieb unten, das 3:0 zählte. Während der FCS das Ergebnis durchaus noch höher hätte gestalten können, blieb die Thier-Elf blass.

"Tore zur richtigen Zeit gemacht"

"Die Neumarkter waren zwar bemüht, haben aber relativ unglücklich agiert", sagte Sands Johannes Bechmann, dessen Freistoßtor der Dosenöffner der Partie war. "Wir waren hinten sicher gestanden, haben wenig zugelassen. Dann haben wir auch mal zu richtigen Zeit die Tore gemacht." Der Routinier ist ebenso gewillt wie seine Mannschaftskollegen, weitere Erfolge einzufahren. "Ab dem zweiten Sieg kann man denke ich von einer Serie sprechen", sagte er lachend. "Wir wollen versuchen, das so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und uns da hinten rausmausern." Für Schlereth gibt es derweil noch viel Arbeit, denn im Vergleich zur Vorwoche sei seine Mannschaft "phasenweise nicht wiederzuerkennen" gewesen. Zudem ärgerte er sich über die mangelhafte Chancenverwertung. "Die hätten wir einfach besser zu Ende spielen müssen."

FC Sand: Geier - Bechmann, Rugovaj, D. Schlereth, T. Schlereth, Karmann, Wagner (20. D. Schmitt), Gonnert, Wieczorek, Reith (62. Rippstein), Steinmann (75. Witchen) / ASV Neumarkt: Bachner - Schön, Bindner (72. Bulinger), Grunner, Mjaki, Marx, Roth (65. Iatrou), Moratz, Pandel (46. Semmler), Ammon, Hausner / SR: Betz (Bad Soden) / Zuschauer: 200 / Tore: 1:0 (38.) Bechmann, 2:0 (42.) Rugovaj, 3:0 (68.) Rugovaj / Gelb-Rot: - / Mjaki (50.)