Die gute Nachricht vorneweg: Es wird in Zukunft weiter Volleyball in Eltmann geben. Das kann Peter Knieling, Vorsitzender des VC Eltmann, versichern.

Ende März hatte Ex-Manager Manohar Faupel bekannt gegeben, dass allen Spielern und Mitarbeitern der Heitec Volleys GmbH durch den Insolvenzverwalter fristlos gekündigt wurde. "Neben dem wirtschaftlichen Schaden wurde in der Bundesliga und in der Region sportlich viel Erde verbrannt", ließ Faupel nach seiner letzten Amtshandlung kein gutes Haar an seinem alten Arbeitgeber. Drei Spieler sind vom Bundesliga-Team noch übrig. Sie sind auf Minijob-Basis beim Mutterverein angestellt. Wie die Zukunft konkret aussehen wird, weiß aktuell aber niemand. Welche Möglichkeiten haben die Eltmanner?

1. Bundesliga

Noch hat die Liga keine Entscheidung über den Lizenzentzug für Eltmann getroffen. Würden die Unterfranken die Lizenz behalten, wären sie in der kommenden Spielzeit für die Bundesliga spielberechtigt. Doch Knieling signalisiert ganz klar: "Über die 1. Liga diskutieren wir nicht." Damit steht fest: Das Projekt "Bundesliga" ist gescheitert.

Paradox ist die Situation dennoch: Die Eltmanner wollen einen Lizenzentzug unbedingt vermeiden.

Das hat einen triftigen Grund. "Uns ist es wichtig, den Spielern ihr ausstehendes Geld bezahlen zu können", erklärt Knieling. Bei einem Lizenzentzug würde zudem neben den offenen Kosten aus dem Insolvenzverfahren eine Geldstrafe anfallen. Der notwendige Ausschluss aus der Bundesliga für drei Jahre wäre fast schon nebensächlich. Je nach Schwere des Verstoßes kann die Strafe bis zu 32 000 Euro betragen.

Ex-Manager Faupel sagte im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass "sie mit dem erneuten Umfallen der Spielbetriebsgesellschaft in voller Höhe anfällt".

Weder Knieling noch die Liga haben das bestätigt. Der VC-Vorsitzende ist sogar optimistisch, der Geldstrafe entgehen zu können. "Wir haben der Liga gute Vorschläge gemacht", sagt Knieling. Der VC-Vorsitzende weiß, dass bei vergleichbaren Fällen am Ende der Lizenzentzug stand. Die Corona-Krise ist jedoch eine Ausnahmesituation, die in der Vergangenheit mit nichts zu vergleichen ist.

2. Liga

"Auch die 2. Liga ist in weiter Ferne", gibt sich Knieling allerdings keinen Illusionen hin. Die Chance dazu wäre aber da - auch bei einem Lizenzentzug. "Ein Lizenzantrag für die 2. Bundesliga wäre möglich, sofern die Strafe bezahlt ist und alle Forderungen aus dem Insolvenzverfahren beglichen sind", lautet die Mitteilung der Volleyball-Bundesliga. Den notwendigen Etat von 150 000 Euro plus die Kosten aus dem Insolvenzverfahren werden die Eltmanner aber nicht stemmen können.

Der derzeitige Ausnahmezustand verkompliziert die Gespräche mit den Sponsoren. "Die Suche gestaltet sich schwierig", sagt Knieling. Viele Geldgeber sind in der Automobilbranche tätig und wurden von den Folgen der Pandemie schwer getroffen. In Eltmann hoffen sie auf eine weitere Zusammenarbeit, doch zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man das noch nicht abschätzen.

3. Liga

Die 3. Liga ist die angestrebte Variante der Eltmanner. "Zumindest nach dem aktuellen Stand", sagt Knieling. Verzichtet der Verein auf einen Start in der 2. Liga, wäre er automatisch der erste Absteiger und könnte somit in der 3. Liga an den Start gehen.

Der Etat würde sich voraussichtlich zwischen 20 und 30 000 Euro bewegen. "Es gibt auch Teams, die das mit 5000 Euro hinbekommen", weiß Knieling, der damit den finanziellen Unterschied zwischen Lizenz- und Hobbyligen deutlich macht. Unverändert bleiben soll die Anzahl der Mannschaften, die der VC Eltmann im Spielbetrieb stellt. Die zweite Mannschaft ist als Erste der Bayernliga in die Regionalliga aufgestiegen. "Das Aufstiegsrecht werden wir wahrnehmen", versichert Knieling. Dazu wird es weiterhin die dritte Mannschaft in der Kreisliga geben.

Und dann gibt es da noch die Eltmanner Anhänger. "Die Hardcore-Fans bleiben dabei", ist sich der Vorsitzende sicher. "Denen ist es wichtig, Samstagabend Volleyball gucken zu können. Da ist die Liga egal." Es gibt aber auch einen Teil der Fans, der enttäuscht ist. "Und das auch völlig zu Recht", sagt Knieling. Diese Fans wollen die Verantwortlichen zurückgewinnen.

Ein Blick zurück - die Chronologie einer verkorksten Eltmanner Saison

Das zurückliegende Jahr der Eltmanner Volleyballer verlief turbulent. Aufstieg, Insolvenz, Saisonabbruch - eine Chronologie der Ereignisse.

Mittwoch, 10. April 2019

Nach der Niederlage des Konkurrenten TSV Grafing steht Eltmann einen Spieltag vor Schluss als Meister der 2. Bundesliga Süd fest.

Montag, 15. April 2019 Eltmann reicht fristgerecht die

Lizenzunterlagen für die 1. Bundesliga ein.

Samstag, 23. Mai 2019 Eltmann erhält die mündliche Zusage für die Lizenz. Die Spielberechtigung wurde ohne wesentliche Auflagen und Bedingungen erteilt.

Donnerstag, 25. Juli 2019 Die Eltmanner geben bekannt, alle elf geplanten Heimspiele in der Brose-Arena in Bamberg auszutragen.

Freitag, 23. August 2019 Trainingsauftakt für das Ziel "Klassenerhalt". Aus der Meistermannschaft bleiben drei Spieler übrig.

Samstag, 12. Oktober 2019 Das erste Bundesligaspiel geht mit 0:3 beim ehemaligen Abo-Meister VfB Friedrichshafen verloren.

Sonntag, 27. Oktober 2019 Eltmann gelingt beim 3:0 gegen die Grizzlys Giesen der erste Sieg.

Montag, 23. Dezember 2019 Die nach dem Aufstieg gegründete Eltmann Volleys GmbH stellt beim Bamberger Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz.

Freitag, 10. Januar 2020 Die Liga gibt bekannt, dass Eltmann "bis auf Weiteres im Spielbetrieb der 1. Bundesliga" bleibt. Die Spiele in Frankfurt (19. Januar) und gegen Friedrichshafen (22. Januar) finden planmäßig statt. Alle zukünftigen Heimspiele sollen in der Georg-Schäfer-Halle stattfinden.

Mittwoch, 22. Januar 2020 Den Heitec Volleys gelingt gegen vermeintlich übermächtige Friedrichshafener ein 3:2-Erfolg. Es ist der sportliche Höhepunkt der Saison.

Freitag, 24. Januar 2020 Eltmann darf die Saison sportlich zu Ende bringen. Das entscheidet der Liga-Vorstand. Ferner werden die Heitec Volleys von den Play-offs ausgeschlossen. Über eine Geldstrafe beziehungsweise Punktabzug wird noch entschieden.

Sonntag, 8. März 2020 Nach der 0:3-Niederlage gegen Düren steht der Eltmanner Abstieg rechnerisch fest.

Donnerstag, 12. März 2020 Die Bundesligasaison wird wegen des Coronavirus abgebrochen. Es gibt keine sportlichen Absteiger und keinen Meister.

Mittwoch, 1. April 2020 Insolvenzverwalter Hubert Ampferl kündigt den Spielern und Mitarbeitern der Spielbetriebsgesellschaft.