Mit einem Auswärtsspiel bei den United Volleys Frankfurt (5.) starten die Volleyballer des Bundesliga-Letzten Heitec Volleys Eltmann am Sonntag (16 Uhr) ins neue Jahr. 2019 beschloss die Mannschaft von Trainer Marco Donat mit einem leidenschaftlichen 3:0 vor fast 1000 Zuschauern in der Georg-Schäfer-Halle gegen Bühl. Das angelaufene Insolvenzverfahren lässt den Aufsteiger auf einen Verbleib im Spielbetrieb hoffen. Das Team ist bis auf den auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Mircea Peta zusammengeblieben. Die Eltmanner fahren dementsprechend positiv gestimmt und mit neuem Mut in die Hessen-Metropole.

Drohende Insolvenz, Rückkehr von der zu teuren Bamberger Brose-Arena ins "Wohnzimmer" Schäfer-Halle, der Rücktritt des langjährigen Managers Rolf Werner, der Abgang Petas, die Entscheidung der Liga am Freitag, 24. Januar, über den Verbleib des Aufsteigers und Tabellenletzten im bundesdeutschen Volleyball-Oberhaus - es bleibt dem sportlichen Personal um Coach Donat nichts anderes übrig, als diese Eindrücke auszublenden, geht es doch um positive Ergebnisse am Netz.

Das reicht Kapitän Merten Krüger und seinen Mannschaftskameraden jedoch nicht. Trotz teils besser dotierter Angebote bekräftigten alle Spieler, selbst Spitzenkräfte wie Irfan Hamzagic, Luuc van der Ent oder Carlos Antony, weiter im Eltmanner Trikot auflaufen zu wollen. Einzig der Rumäne und Publikumsliebling Mircea Peta (25), Erfolgsgarant in der Aufstiegssaison und seit 2014 dabei, nahm ein Angebot aus Frankreich an und wechselt in die 2. Liga an die Atlantikküste zu Saint-Jean-d'Illac, wo er sich mehr Einsatzzeit erhofft. Donat sagt: "Schade, dass Mircea weg ist, aber manchmal tut ein Tapetenwechsel ja auch gut."

Nach dem 1:3 im Hinspiel noch in Bamberg ist es in der Frankfurter Ballsporthalle nun die japanische Note, die der Partie ihren Reiz gibt. Der Eltmanner Libero Shunsuke Watanabe trifft auf seinen Landsmann Masahiro Yanagida, den Frankfurter Außenangreifer, der seit 2013 in der japanischen Nationalmannschaft steht. Beide waren im ersten Aufeinandertreffen noch nicht dabei. Der Hype ist groß, viele japanische Zuschauer werden in der Fraport-Arena erwartet. Aus dem Land der aufgehenden Sonne soll gar ein Flugzeug mit rund 100 Mitgliedern eines Fanclubs unterwegs sein.

Die United Volleys waren am Mittwoch bereits aktiv in der Bundesliga, unterlagen bei den SWD Powervolleys Düren nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3 (25:23, 25:20, 34:36, 21:25, 13:15). Sie vergaben sechs Matchbälle. Mit Floris van Rekom fiel der stärkste Außenangreifer der bisherigen Saison aus, mit dem Australier Luke Smith fehlt ein weiterer international erfahrener Mann auf dieser Position. Um mit Yanagida nicht nur einen einzigen etatmäßigen Annahme-/Außenspieler zu haben, hatten die Frankfurter kurzfristig noch den niederländischen Nationalspieler Ewoud Gommans verpflichtet.

Ausgerechnet der fing sich vor dem Spiel in Düren einen Magen-Darm-Virus ein. Drei Sätze lang stellte er dennoch sein Können unter Beweis und stabilisierte das Spiel der United Volleys - danach ging nichts mehr und der ausgelaugte 2,02-Meter-Mann mit wackeligen Knien in die Kabine. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir nicht nach drei Sätzen den Deckel draufmachen konnten, aber auch nur darüber", sagte Cheftrainer Stelio DeRocco. Ansonsten gab es von ihm nur Lob für "den Kampfgeist und den Charakter meiner Spieler, die angesichts der unglaublichen Nackenschläge, mit denen wir konfrontiert waren, nie aufgegeben haben. Wenn wir die Rückrunde mit so viel Herz bestreiten, wie wir es in Düren gezeigt haben, können wir Großes erreichen." Das sollen nun die Eltmanner zu spüren bekommen.

Heitec-Trainer Donat will in Frankfurt ein von Emotionen getragenes Team sehen: "Die sind enorm wichtig. Das hat man auch im Heimspiel gegen Bühl gesehen, als uns die Zuschauer nach vorn gepeitscht haben. Wir sind selbst für unsere Emotionen verantwortlich. Wir brauchen eine positive und aggressive Grundstimmung." Dann könne auch etwas in Frankfurt beim "absoluten Favoriten" gehen. Jonas Sagstetter (Bänderriss) und Roosewelt Filho (Handbruch) sind wieder fit.