Ein Gastspiel in Frankfurt mit stark japanischer Note: Am Sonntag haben die Eltmanner Heitec Volleys erneut bewiesen, dass sie das Rüstzeug haben, um in der Volleyball-Bundesliga zu bestehen. Der Aufsteiger und Tabellenletzte verlor zwar vor 2157 Zuschauern mit 0:3 (18:25, 21:25, 23:25) bei den favorisierten United Volleys Frankfurt, er forderte jedoch in allen Sätzen den Ranglistenfünften und führte im letzten gar mit 21:18.

Rund 100 Schlachtenbummler hatten den mehr als zwölfstündigen Flug von Tokio aus auf sich genommen, um ihren Star in der altehrwürdigen Ballsporthalle, nun Fraport-Arena genannt, zu erleben. Und Masahiro Yanagida enttäuschte seine in einem Fanclub zusammengeschlossenen Anhänger nicht: Der 27-jährige, 1,86 Meter große Außenangreifer und vielfache japanische Nationalspieler schlug den Eltmannern die platzierten Schmetterbälle um die Ohren und zeigte bei Lobs viel Übersicht.

Spiel dauert 78 Minuten

Yanagida sorgte aber auch dafür, dass seine Landsleute aus dem Land der aufgehenden Sonne "nur" insgesamt 78 Spielminuten mitfiebern konnten. Nach eineinhalb Stunden war die Show in der Arena, eingebettet in ein Besuchsprogramm in der Hessenmetropole, vorbei. Logisch, dass der Ausnahmespieler Yanagida die Goldmedaille als "MVP" bekam, Silber ging an den Eltmanner Carlos Antony.

Clever agierten die Hessen, die Unterfranken - diesmal wieder mit Kapitän Merten Krüger als Zuspieler - hielten jedoch sofort selbstbewusst dagegen. 9:9 hieß es, da hatten sich beide Seiten noch kaum Fehler geleistet. Zwei Eltmanner Netzberührungen führten zum 13:11. Erst ab dem 18:15 ließen sich die nun konsequenter spielenden Frankfurter den ersten Durchgang nicht mehr nehmen und verwandelten ihren ersten Satzball.

Das taten sie auch im zweiten Abschnitt der Partie. Die Gäste schafften es erneut nicht, das berühmte Momentum auf ihre Seite zu ziehen. Immer wieder glichen sie aus, es gelang dem Donat-Team aber nicht, in Führung zu gehen. 13:13 hieß es, bevor die Frankfurter auf 17:13 davonzogen. Da brachte der Eltmanner Coach den nach einem Handbruch lange ausgefallenen Mittelblocker Roosewelt Filho für den jungen Mathäus Jurkovics. Der Brasilianer spielte mit einer Manschette. Den Punkt zum 25:21 per Ass konnte auch der Routinier nicht verhindern.

Am Mittwoch erst hatten die Frankfurter nach einer 2:0-Führung nach Sätzen noch mit 2:3 in Düren verloren. Deshalb ließen sie nach der Pause nicht locker. Die Eltmanner aber auch nicht. Sie bestimmten nun das Geschehen in der Arena - bis zum 18:21. Dann gelangen dem Gastgeber fünf Punkte in Folge zum 23:21. Die Heitec Volleys kämpften weiter, der zweite Matchball der Hessen zum 25:23 saß.

"Die Frankfurter sind ja keine Anfängertruppe, die waren sehr abgeklärt", analysierte Trainer Donat. "Wir haben kleine Fehlerserien gehabt, die dir Frankfurt nicht verzeiht." United-Coach Stelio DeRocco sagte: "Wir wussten, dass Eltmann unabhängig von der wirtschaftlichen Krise ein gefährlicher Gegner ist. Keiner hat aufgegeben, alle haben sich weiter für das Projekt entschieden, und eine solche Haltung bewundere ich." Die meisten Punkte für Frankfurt sammelten der aktuelle Neuzugang und niederländische Nationalspieler Ewoud Gommans (15), Yanagida (13) und Milija Mrdak (11). Für Eltmann waren Antony (11), Irfan Hamzagic (10) und Tomas Halanda (10) am erfolgreichsten.