Vor drei Jahren brauchten sie noch das "Hintertürchen", um von der A-Klasse in die Kreisklasse aufzusteigen. Mit 4:2 bezwangen die DJKler aus Oberschwappach damals in Steinbach den SC Lußberg/Rudendorf im ersten Relegationsspiel. Diesmal ging es ohne Umwege: der 3:2-Erfolg über den SV Fatschenbrunn an "Christi Himmelfahrt" war das i-Tüpfelchen auf einer überragende Saison in der Kreisklasse Schweinfurt 3, die Oberschwappach mit dem erstmaligen Aufstieg in die Kreisliga krönte. Kein Wunder, dass nach dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Cornelius Göb die Sektkorken knallten und durch die Boxen dröhnte: "Hey, was geht ab? Wir feiern die Meisterschaft!"

Verständlicherweise fiel die Party sehr intensiv aus, schließlich standen die DJK-Fußballer - daran können sich vermutlich nur noch die Ü50-Fans erinnern - zum bislang ersten und einzigen Mal am 11. Mai 1975 nach einer Saison ganz oben auf dem "Platz an der Sonne". Dreimal dagegen war "Relegation" das Zauberwort: 1993 gelang so der Aufstieg in die damalige B- und 2007 sowie 2015 in die Kreisklasse.


DJK mit Bestleistungen

Es erscheint im Nachhinein fraglich, ob der am Saisonbeginn von Vorstand Tobias Körlin, Spielleiter Rolf Schinzel und allen ihren DKJ-Kollegen getätigte Meistertipp "Kirchaich" oder "Hermannsberg" tatsächlich ernst gemeint war, schließlich konnten auch diese Kontrahenten den "Grün-Weißen" nicht wirklich Paroli bieten. Und die reinen Zahlen sind schon beeindruckend: Bislang 21 Siege, ein Unentschieden und nur drei Niederlagen - darunter die verständliche und durchaus verschmerzbare 0:4-Heimklatsche gegen den SC Trossenfurt drei Tage nach dem Aufstieg - bei einem Torverhältnis von 83:30 sind jeweils Ligarekord. Auch für Daniel Klug ist die sportliche Leistung von Oberschwappach sehr hoch einzuschätzen - aber auch nicht verwunderlich. "Dass wir unheimliche spielerische Klasse in der Mannschaft haben, steht außer Frage", zeigt sich Daniel Klug einige Tage danach nicht wirklich überrascht vom Meistertitel. Für den Sportvorstand trug auch "der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und das Quartett "Vorstand-Verein-Fans-Mannschaft" maßgeblich zum Erfolg bei. "Das ist etwas Besonderes bei uns, da wir ein kleiner Verein mit wenig Mitteln sind", betont der 30-Jährige.


Klassischer Fehlstart

Dabei lief es zum Saisonstart nicht gerade rosig, denn gegen den TSV Kirchaich (4:1) und gegen die Sportfreunde Unterhohenried (0:3) legten Kapitän Christian Klug (der Torschützenkönig erzielte bislang 25 Treffer), Stammtorhüter Michael Pfaff und Co. einen perfekten Fehlstart hin. Doch die DJK kam schnell wieder in die Spur. Zuletzt folgte für die beste Rückrundenelf der Liga eine Serie von zwölf "Dreiern" am Stück. "Die Spieler", erklärt Daniel Klug, "sind mit den Siegen immer sehr demütig umgegangen. Sie waren nie arrogant." Und auch vor der entscheidenden Partie gegen Fatschenbrunn hätte "keiner vorher gesagt, es steht fest, dass wir Meister werden. Auch das war ein Geheimnis des Erfolges", ist er sich sicher. Natürlich darf ein Mann nicht vergessen werden: Spielertrainer Michael Reugels, der 2016 das Amt des "Chefs" auf dem Rasen übernahm. Der ehemalige Akteur beim Bezirksligisten FSV Krum passe "zu dieser Mannschaft wie die Faust aufs Auge", lobt Klug und fügt hinzu: "Er gab ihr den nötigen Biss und das Vertrauen."

Wie geht es nun nach der vorerst letzten Kreisklassenpartie der DJK am Pfingstsonntag beim FC Sand III weiter? "Es ist noch alles offen", kann und will Daniel Klug noch keine näheren Kaderplanungen bekannt geben. Bis auf eine Personalie: "Michael Reugels bleibt definitiv", freut er sich darüber, dass die DJK-Kogge auch in der Kreisliga vom Meistermacher gesteuert wird. In der neuen Klasse wolle sich die Mannschaft ab August "vernünftig präsentieren". Zwar sei "ein einstelliger Tabellenplatz" als Aufsteiger "ambitioniert. Aber das sollte unser Ziel sein." Ach ja: Eine Tatsache macht Daniel Klug noch sehr stolz: Die aktuelle Mannschaft bestehe "zu 95 Prozent aus Eigengewächsen, und das macht auch den besonderen Zusammenhalt aus. Das ist uns als Verein besonders wichtig und macht uns unheimlich stolz." Keine Frage: Für Oberschwappach ist das ein einmaliger Erfolg, der in die Vereinsgeschichte eingeht. "Nur so war dieser mit unseren begrenzten Mitteln machbar. Und diesen Weg versuchen wir weiterzugehen."