Magere 14 Punkte nach 21 Partien, das aktuell drittschlechteste Torverhältnis (27:53) und nur Tabellenplatz 16 in der Fußball-Landesliga Nord: Die Bilanz des FC Augsfeld zur Winterpause ist nicht gerade berauschend. Trotzdem ist Dieter Schlereth mit dem bisherigen Verlauf der zweiten Landesligasaison nicht gänzlich unzufrieden. Das "Jein" des Trainers bezieht sich vor allem auf die personellen Voraussetzungen.

"Ich bin, so komisch es sich vielleicht anhört, einverstanden, weil ich einfach schon vor der Saison wusste, was auf uns zukommt", sagt der Haßfurter und fügt hinzu: "Ich mache der Mannschaft deshalb keinerlei Vorwürfe." Es sei "hinreichend bekannt", dass der FCA-Kader für diese Klasse "viel zu klein" sei. Die "elf, zwölf, 13 Spieler, die mir oftmals nur zur Verfügung standen, haben dann teilweise gegen übermächtige Gegner gespielt. Großes Lob an alle, die trotzdem immer mitgezogen haben."

Schlereth räumt ein, dass er selbst "oft Bauchschmerzen" hatte. "Ich musste leider Spieler einsetzen, die schon angeschlagen, krank oder verletzt waren, um der Mannschaft zu helfen." Darunter waren wie etwa Jochen Beckert auch Akteure, die eigentlich ihre Fußballschuhe längst an den Nagel gehängt hatten und sich trotzdem als Helfer in der Not anboten. Aber auch das längerfristige Fehlen von Leistungsträgern wie Peter Hertel, Sebastian Derra, Sebastian Vogel, Stefan Greb, Dominik Waltrapp oder Thorsten Schlereth habe ein besseres Abschneiden verhindert.

Vor allem der Kapitän Thorsten Schlereth, der bereits seit Monaten starke und teilweise unerklärliche Probleme mit seinem Immunsystem hat und sich phasenweise mehr in Arztpraxen als auf dem Trainingsplatz aufhielt, sei "nie und nimmer zu ersetzen. Thorsten hat großen Anteil daran, dass wir heute da stehen, wo wir stehen." Es sei ihm schon nach relativ kurzer Zeit klar gewesen, "dass einfach nicht mehr geht. Da muss man die Kirche im Dorf lassen und mit den Punkten zufrieden sein", sagt der Trainer.

Dennoch ist das Thema "Landesliga" in Augsfeld keinesfalls beendet. "Ich habe immer gesagt, dass wir um den sportlichen Erhalt bis zum Schluss kämpfen werden", betont der 51-Jährige. "Dass dies sehr schwer wird, habe ich auch immer wieder gesagt und brauche es nicht zu wiederholen."

"Realistisches Ziel"

Nach seiner Meinung ist es "das momentan einzig realistische Ziel", den Relegationsplatz 16 über die Ziellinie zu retten. Auf den ersten direkten Nichtabstiegsplatz, der vom ersten Rückrundengegner Würzburger FV II belegt wird, beträgt der Rückstand bereits 17 Zähler. Dagegen könnten die Haßbergler den TuS Frammersbach, der bereits eine Partie mehr absolviert hat, bei aktuell fünf Zählern Rückstand durchaus einholen. Weil der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz, der vom TSV Lengfeld eingenommen wird, ebenfalls nur fünf Punkte beträgt, gilt das Augenmerk allerdings eher der "Verteidigung von Platz 16. Lengfeld rüstet in der Winterpause gewaltig auf. Wir müssen deshalb gewaltig auf der Hut sein", warnt Dieter Schlereth und betont: "Wir denken von Spiel zu Spiel. Wir wollen jeder Mannschaft, so gut es geht, wieder das Leben so schwer wie möglich machen. Was am Ende herausspringt, wird man sehen", sagt der Trainer.

Nun ist erst einmal Entspannung angesagt. Anstatt Fußball stehen für Dieter Schlereth Weihnachtsmärkte und gemütliche Sonntagnachmittage auf dem Programm. Erst Ende Januar, wenn der geplante Trainingsauftakt stattfindet, will er sich mit der Rückrunde beschäftigen. Auch das Thema "Hallenturniere" ist in dieser Saison nur nebensächlich. Bislang beteiligt sich der FC Augsfeld einzig an dem Turnier in Ebern.
Schlereth hofft, dass sich die Spieler in den nächsten Wochen regenerieren und ohne Blessuren in das neue Jahr 2014 starten können.

Auf Dominik Waltrapp muss er aber auf alle Fälle verzichten, denn der Verdacht auf Kreuzbandriss beim Spiel in Ansbach hat sich bestätigt. Er kann der Mannschaft im Abstiegskampf nicht mehr helfen "Das ist zum Jahresende natürlich ein großer Schock", bedauert Dieter Schlereth den "herben sportlichen Rückschlag" und wünscht seinem Angreifer "natürlich bestmögliche Genesung."