In diesem Jahr geht es um den guten Ton: Ein israelisches Jugendblasorchester hat für Juli seinen Besuch in Unterfranken angekündigt. Der Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR), Frank Kupfer-Mauder, sucht noch nach Gastfamilien, ansonsten herrscht in Sachen deutsch-israelische Freundschaft fast Routine.

"Unsere Partnerstadt Kiryat Motzkin liegt nicht im Gazastreifen, sondern im Norden des Landes", entgegnet Frank Kupfer-Mauder auf die Frage, ob politische Spannungen den Austausch in diesem Jahr behindern könnten. Nur einmal, beim Zweiten Libanonkrieg 2006, habe man die internationale Begegnung ruhen lassen.
Der Kreisjugendring Haßberge und die nordisraelische Stadt Kiryat Motzkin sind 1986 eine Kooperation für die Jugend eingegangen. Seitdem findet jährlich ein Treffen wechselseitig in Israel und in Deutschland statt. Kiryat Motzkin ist eine Vorstadt von Haifa und liegt im Norden Israels an der Mittelmeerküste.


Besuch der Heiligen Stadt

Die 15 Jugendlichen aus den Haßbergen, die vermutlich 2014 wieder Gelegenheit haben, am Austauschprogramm teilzunehmen, bekommen einiges zu sehen: darunter die Stadt Haifa mit den Bahai-Gärten, die alte Stadt von Akko, die christlichen Stätten am See Genezareth, die Felsenhöhlen von Rosh Hanikra und die Jordan-Quelle Banias. Bei Ausflügen in den Norden Israels und auf die Golanhöhen wird regelmäßig die politische Lage zu den Nachbarländern Libanon und Syrien diskutiert.

Einer der Höhepunkt des Israelbesuchs für die Deutschen ist sicherlich der Besuch der Heiligen Stadt Jerusalem - ebenfalls ein fester Programmpunkt. Ein sehr wichtiges Thema auf der Reise ist auch die Beschäftigung mit dem Holocaust. Die Fahrt bietet die einmalige Chance, direkt mit Zeitzeugen in Kontakt zu treten - und zwar in Bezug auf die Vergangenheit als auch in Bezug auf die heutige Lage. Die Stadt Kiryat Motzkin ist sich der besonderen Verantwortung für die Gruppe bewusst und unternimmt nur Ausflüge in sichere Gebiete. Neben diesem Highlight bieten die Jugendverbände im Landkreis viele weitere Freizeiten im In- und Ausland an. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.kjr-has.de .

Angebote für Betreuer

Erstmals bringt der Kreisjugendring Haßberge einen Flyer mit Seminaren und Schulungen im Bereich Jugendarbeit heraus. Das Angebot richtet sich nicht nur an Betreuer, sondern auch an solche, die es werden wollen. "Interessierte ab 16 Jahren können sich gerne an mich wenden", unterstreicht KJR-Geschäftsführer Frank Kupfer-Mauder. Neulingen empfiehlt der Diplom-Pädagoge das "Kreativseminar". Maximal 15 Teilnehmer lernen an diesem Juni-Wochenende im Schullandheim Reichmannshausen, wie sie am geschicktesten einen Draht zu Kindern und Jugendlichen finden. Vorgestellt werden unter anderem Kennenlernspiele, Bastelmöglichkeiten und Spieleketten, aber auch rechtliche Grundlagen. Und es gibt eine Einführung in Erster Hilfe.

Ebenfalls an Einsteiger richtet sich das Tagesseminar "Aufsichtspflicht" im Landratsamt Haßberge. Frank Kupfer-Mauder gibt den Teilnehmern dort eine Übersicht zur Aufsichtspflicht in der Jugendarbeit und bespricht dies an konkreten Beispielen. Das Schulungsangebot für Betreuer beginnt am 28. Februar um 19 Uhr mit einem Seminar für Profis. "Führen und Leiten" richtet sich an Verantwortliche in Jugendverbänden,
-organisationen und -initiativen. Hintergrund sind die wachsenden Anforderungen wie Gema, Videma, Aufsichtspflicht, Haftung, Versicherungen und Verträge. Veranstaltungsort ist die Geschäftsstelle des Kreisjugendrings Haßberge am Haßfurter Flughafen.

Weitere Angebote sind "Geo-Caching - Einführung in die moderne Schatzsuche", ein Praxis- und ein Theorieseminar über "Kochen für große Gruppen", "Beratungstage zum Zuschusswesen" sowie Einweisungen zur Ausleihe der Hüpfburg, des Kletterfelsens, des Spielmobils und des Vereinszelts. Letztere sind die Voraussetzung dafür, die Ausrüstung zu entleihen. Die Teilnahme ist - bis auf das Praxisseminar Kochen - kostenlos.