Das größte Musik-Event im Landkreis, das Schlosshof-Festival vor prächtiger Kulisse, wird noch größer. Zählten die Veranstalter bei der Premiere im Juli rund 10 000 Besucher an fünf Abenden, zeichnet sich bei der Neuauflage im Juli und August schon jetzt eine neue Rekordmarke ab. Und dies nicht nur, weil eine Veranstaltung mehr mit ins Programm genommen wurde. Dabei ist der Künstler, weswegen der Musikreigen eigentlich auf Ende Juli gelegt wurde, gar nicht dabei.

Denn ursprünglich hätte ein Schlossherr aus Irland am Sonntag, 31.Juli, auftreten sollen. "Deswegen sind wir diesmal aufs letzte Juli-Wochenende gerutscht, weil uns dieser Termin von der Agentur im Rahmen der Sommertournee von Chris de Burgh angeboten worden war", verrät Gaby Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg. "Und um diesen Termin herum haben wir die weiteren Künstler gebucht."

So nach längeren Überlegungen auch "Pur", die Heyder schon für Hallenkonzerte im Frühjahr in Fürth und Bayreuth unter Vertrag genommen hatten. "Bei ,Pur‘ war nur noch der Mittwochstermin frei, was wir für einen vielversprechenden Auftakt des Festivals hielten und den Vertrag unterschrieben."

Die Tinte war kaum trocken, kam vom Chris-de-Burgh-Management die Nachricht, dass der Sonntagstermin nicht mehr zu halten sei, weil dort ein Fehler passiert war und man auf den Mittwoch vorher ausweichen müsse. "Da war das mit ,Pur‘ aber schon perfekt", beschreibt Heyder die Zwickmühle.

Also kommt Chris de Burgh - zumindest 2016 - noch nicht ins Schloss von Eyrichshof. Doch mit dem "Pur"-Engagement hat die Veranstalterin aus Bamberg einen Glücksgriff getan. "Der Vorverkauf läuft wie wahnsinnig. Der Schlosshof wird voll", lautet der erste Kassensturz nach dem Run auf die Tickets in der Vorweihnachtszeit. ",Pur‘ ist bald ausverkauft", prophezeit Gaby Heyder.

Eine Feststellung, die Ute Holch und Bernd Ebert in den FT-Servicepoints in Zeil und Ebern, wo es die Karten zu einem verbilligten Vorzugspreis (noch!) gibt, nur bestätigen können. ",Pur‘ läuft bestens und ,BAP‘ auch nicht schlecht", zieht Ute Holch eine Zwischenbilanz und rührt gleich die Werbetrommel. "Ich war erst bei einem ,Pur‘-Konzert und das war echt der Hammer", ist die Augen- und Ohrenzeugin heute noch begeistert.


Größere Nachfrage als bei Rea Garvey

Deutlich mehr Karten als im Vorjahr bei Rea Garvey hat Bernd Ebert im Eberner FT-Servicepoint schon verkauft. "Jetzt hat es sich herumgesprochen, dass es bei uns Tickets und dazu noch Rabatte gibt", hat der Veranstaltungs- und Fremdenverkehrsfachmann festgestellt, dem als Tourismus-Experten nicht verborgen blieb, dass die Festivaltage im Sommer auch die Nachfrage in den Übernachtungsbetrieben der Stadt kräftig beflügeln. Ehepaare aus Australien kommen schließlich nicht jedes Jahr für ein paar Tage nach Ebern. Das passiert nur, wenn Ritchie Blackmore auftritt, wie zuletzt geschehen.

"Und bei Rea Garvey gab's weit und breit keine freie Betten mehr", erinnert sich der Sprecher der Tourismus- und Werbegemeinschaft im Stadtrat. Das Schlosshof-Festival strahlt also auch in andere Bereiche der Stadt - wie die Gastronomie - aus. Auch die Parkplatzbewirtschaftung dürfte wieder ein Thema werden, zumal das "Pur"-Konzert zur Wochenmitte unmittelbar nach dem Altstadtfest an einem Werk- und Schultag stattfindet und wenn die Firmenparkplätze für einen Shuttleverkehr kaum zur Verfügung stehen.

"Das Problem ist bekannt, und wir werden uns mit den zuständigen Stellen frühzeitig zu Beginn des neuen Jahres abstimmen", glaubt Gaby Heyder an Lösungsmöglichkeiten.

Auch Herrmann Freiherr von Rotenhan freut sich als Schloss- und Hausherr schon auf "sechs tolle Abende im Juli". Der Baron: "Ich bin sehr zufrieden über die Qualität der Künstler, die wir gewinnen konnten, über das breite Programm, das eigentlich für jede Alters- und Interessensgruppe etwas anbietet und freue mich, dass der Vorverkauf so kräftig angelaufen ist."

Gaby Heyder ergänzt: "Sogar ,Aida‘ wird sehr gut nachgefragt." Bei ,BAP‘, wenn der Hof mit 1000 Sitzplätzen teil-bestuhlt wird, sind die vorderen Reihen längst vergriffen. Überraschend groß ist selbst für die Veranstalter die Nachfrage auch bei Martina Schwarzmann.

Noch freie Kapazitäten gibt es bei Mark Forster (unbestuhlt) und bei der (bestuhlten) "Watzmann"-Aufführung mit Wolfgang Ambros und Klaus Eberhartinger von der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung". Doch Gaby Heyder gibt sich zuversichtlich: "Nach Weihnachten gehen erfahrungsgemäß nochmals viele Karten weg. Da wirkt die Mund-zu-Mund-Progaganda, wenn der eine dem anderen erzählt, welche Karten er zum Fest geschenkt bekommen hat. Das ist ein toller Effekt, der Nachahmer animiert."

Das Schlosshof-Festival
Mittwoch, 27. Juli:
Pur (unbestuhlt)
Donnerstag, 28. Juli:
Der Watzmann (bestuhlt)
Freitag, 29. Juli:
BAP (bestuhlt)
Samstag, 30. Juli:
Martina Schwarzmann (bestuhlt)
Sonntag, 31. Juli:
Mark Forster (unbestuhlt)
Montag, 1. August:
Aida - Verdi-Oper (bestuhlt)