Seit fast drei Jahrzehnten bringt Paketzusteller "Dani" im Nürnberger Stadtteil Gebersdorf Pakete und gute Laune zu den Anwohnern. Doch jetzt soll er sie verlassen.
Taner Rösl ist ein vertrautes Gesicht in Gebersdorf. Seit fast 30 Jahren liefert der DHL-Fahrer im Nürnberger Stadtteil Pakete aus. Über die Jahre hat sich zwischen den Anwohnern und ihrem Paketboten eine enge Beziehung entwickelt. "Dani", wie er von den Gebersdorfern liebevoll genannt wird, ist weitaus mehr als nur der Paketzusteller, der regelmäßig an den Türen klingelt.
Man kennt sich längst beim Namen und ist für den ein oder anderen Plausch an der Haustür zu haben. Doch damit soll nun Schluss sein: Rösl wird in den Stadtteil Röthenbach versetzt. Nicht nur für den Fahrer ein harter Schlag - auch die Anwohner sind schockiert und wollen ihren "Dani" behalten. Eine Lösung muss her, finden die Gebersdorfer und starten kurzerhand eine Petition für den Verbleib ihres Paketboten.
"Fester Bestandteil der Gemeinschaft": Gebersdorfer kämpfen um DHL-Fahrer "Dani"
"Dani ist auf uns zugekommen und hat uns erzählt, dass die Entscheidung getroffen worden ist, dass er nach Röthenbach versetzt wird“, erklärt Michael Pfeuffer, der am 14. Februar die Petition "DHL soll 'Dani' in Gebersdorf behalten" gestartet hat, gegenüber inFranken.de. Der DHL-Fahrer sei weit mehr als nur "der Mann, der uns unsere Pakete bringt" - er sei ein fester Bestandteil der Gemeinschaft, "Nachbar und Freund". "Mit seiner freundlichen und zuverlässigen Art hat er sich in unser aller Herzen einen festen Platz erarbeitet", heißt es in der Petition.
Die Nachricht über die Versetzung stimmt die Gebersdorfer daher traurig. "Daraufhin habe ich mir überlegt: Was kann ich Gutes tun, damit er in Gebersdorf bleiben kann? Und habe diese Petition ins Leben gerufen“, erklärt Pfeuffer. Alles in Rücksprache mit dem Fahrer, wie Pfeuffer betont: "Er sagt, er ist mit der Entscheidung von DHL überhaupt nicht einverstanden." Der Zusteller schätze das Engagement der Einwohner." Er ist dankbar für die Unterstützung, die wir ihm jetzt geben", so Pfeuffer.
Der Verlust des Gebersdorfer DHL-Fahrers könne negative Auswirkungen auf den Service haben, wie in der Petition geschrieben wird. "Ohne Dani wäre die persönliche Note, die er unserem Stadtteil gebracht hat, schwer zu ersetzen", heißt es dort weiter. Die Anwohner fordern DHL daher auf, die Entscheidung zu überdenken und Dani in Gebersdorf zu belassen. "Lassen Sie uns nicht nur an Effizienz und Logistik denken, sondern auch an die Menschen und die Beziehungen, die sie aufbauen", wird betont.
"Geschäft in kontinuierlichem Wandel": DHL-Sprecherin weist auf Umstellung hin
Mittlerweile wurde der Link zur Petition vielfach geteilt. Fast 2000 Unterschriften sind bereits zusammengekommen. Ob dieses Engagement etwas bewirkt, bleibt offen. Wie Pfeuffer im Gespräch mit inFranken erklärt, stehe DHL weder mit den Anwohnern noch mit ihm als Initiator in Kontakt.
Ist die Entscheidung über die Versetzung bereits in trockenen Tüchern? Bundesweit stellt DHL seit längerem auf Verbundzustellung um. Dabei werden Briefe und Pakete von einer Zustellkraft gebündelt zugestellt. Bis 2030 soll der Anteil der Verbundzustellung von 70 auf 90 Prozent steigen, um die sinkenden Briefmengen auszugleichen, wie Clara-Sophie Würkner, Pressesprecherin der DHL, auf Anfrage von inFranken.de erklärt.