"Nachbar und Freund": Anwohner kämpfen für ihren Paketboten - rührende Aktion

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Nürnberg: Anwohner kämpfen für ihren Paketboten - rührende Aktion
Ein DHL-Mitarbeiter bei der Arbeit (Symbolbild). In Nürnberg setzen sich Anwohner mit einer Petition für den Verbleib ihres geschätzten Paketboten ein.
DHL-Paketbote (Symbolbild)
ifeelstock/AdobeStock (Symbolbild)
Nürnberg: Anwohner kämpfen für ihren Paketboten - rührende Aktion
Ein DHL-Mitarbeiter bei der Arbeit (Symbolbild). In Nürnberg setzen sich Anwohner mit einer Petition für den Verbleib ihres geschätzten Paketboten ein.
DHL-Paketbote (Symbolbild)
Martin Schutt / dpa (Symbolbild)
Nürnberg: Anwohner kämpfen für ihren Paketboten - rührende Aktion
Ein DHL-Mitarbeiter bei der Arbeit (Symbolbild). In Nürnberg setzen sich Anwohner mit einer Petition für den Verbleib ihres geschätzten Paketboten ein.
DHL-Lieferdienst, Paketbote (Symbolbild)
Hannes P Albert / (Symbolbild)

Seit fast drei Jahrzehnten bringt Paketzusteller "Dani" im Nürnberger Stadtteil Gebersdorf Pakete und gute Laune zu den Anwohnern. Doch jetzt soll er sie verlassen.

Taner Rösl ist ein vertrautes Gesicht in Gebersdorf. Seit fast 30 Jahren liefert der DHL-Fahrer im Nürnberger Stadtteil Pakete aus. Über die Jahre hat sich zwischen den Anwohnern und ihrem Paketboten eine enge Beziehung entwickelt. "Dani", wie er von den Gebersdorfern liebevoll genannt wird, ist weitaus mehr als nur der Paketzusteller, der regelmäßig an den Türen klingelt.

Man kennt sich längst beim Namen und ist für den ein oder anderen Plausch an der Haustür zu haben. Doch damit soll nun Schluss sein: Rösl wird in den Stadtteil Röthenbach versetzt. Nicht nur für den Fahrer ein harter Schlag - auch die Anwohner sind schockiert und wollen ihren "Dani" behalten. Eine Lösung muss her, finden die Gebersdorfer und starten kurzerhand eine Petition für den Verbleib ihres Paketboten. 

 "Fester Bestandteil der Gemeinschaft": Gebersdorfer kämpfen um DHL-Fahrer "Dani"

"Dani ist auf uns zugekommen und hat uns erzählt, dass die Entscheidung getroffen worden ist, dass er nach Röthenbach versetzt wird“, erklärt Michael Pfeuffer, der am 14. Februar die Petition "DHL soll 'Dani' in Gebersdorf behalten" gestartet hat, gegenüber inFranken.de. Der DHL-Fahrer sei weit mehr als nur "der Mann, der uns unsere Pakete bringt" - er sei ein fester Bestandteil der Gemeinschaft, "Nachbar und Freund". "Mit seiner freundlichen und zuverlässigen Art hat er sich in unser aller Herzen einen festen Platz erarbeitet", heißt es in der Petition.

Die Nachricht über die Versetzung stimmt die Gebersdorfer daher traurig. "Daraufhin habe ich mir überlegt: Was kann ich Gutes tun, damit er in Gebersdorf bleiben kann? Und habe diese Petition ins Leben gerufen“, erklärt Pfeuffer. Alles in Rücksprache mit dem Fahrer, wie Pfeuffer betont: "Er sagt, er ist mit der Entscheidung von DHL überhaupt nicht einverstanden." Der Zusteller schätze das Engagement der Einwohner." Er ist dankbar für die Unterstützung, die wir ihm jetzt geben", so Pfeuffer. 

Der Verlust des Gebersdorfer DHL-Fahrers könne negative Auswirkungen auf den Service haben, wie in der Petition geschrieben wird. "Ohne Dani wäre die persönliche Note, die er unserem Stadtteil gebracht hat, schwer zu ersetzen", heißt es dort weiter. Die Anwohner fordern DHL daher auf, die Entscheidung zu überdenken und Dani in Gebersdorf zu belassen. "Lassen Sie uns nicht nur an Effizienz und Logistik denken, sondern auch an die Menschen und die Beziehungen, die sie aufbauen", wird betont.

"Geschäft in kontinuierlichem Wandel": DHL-Sprecherin weist auf Umstellung hin

Mittlerweile wurde der Link zur Petition vielfach geteilt. Fast 2000 Unterschriften sind bereits zusammengekommen. Ob dieses Engagement etwas bewirkt, bleibt offen. Wie Pfeuffer im Gespräch mit inFranken erklärt, stehe DHL weder mit den Anwohnern noch mit ihm als Initiator in Kontakt. 

Ist die Entscheidung über die Versetzung bereits in trockenen Tüchern? Bundesweit stellt DHL seit längerem auf Verbundzustellung um. Dabei werden Briefe und Pakete von einer Zustellkraft gebündelt zugestellt. Bis 2030 soll der Anteil der Verbundzustellung von 70 auf 90 Prozent steigen, um die sinkenden Briefmengen auszugleichen, wie Clara-Sophie Würkner, Pressesprecherin der DHL, auf Anfrage von inFranken.de erklärt. 

Ab März diesen Jahres soll das auch den Bereich Gebersdorf als Teil von Nürnberg-Eibach betreffen, der dann in die Verbundzustellung überführt wird. Das habe dann auch die Versetzung von Taner Rösl in ein neues Zustellgebiet zur Folge. "Unser Geschäft befindet sich seit Jahren in einem kontinuierlichen Wandel. Die klassischen Briefmengen gehen zurück und getrieben durch den E-Commerce sehen wir jedes Jahr steigenden Paketmengen", so Würkner. "Daran müssen wir sowohl unsere Kapazitäts- als auch unsere Personalplanung im Betrieb anpassen, um weiterhin wirtschaftlich und zuverlässig arbeiten zu können." 

"Riesige Veränderung für Zustellkräfte" - Anwohner wollen ihren Paketboten behalten

Paketzusteller verdienen zwischen rund 2400 und 3400 Euro brutto monatlich plus Zulagen. 2025 waren zudem Gehaltserhöhungen für April 2026 im Gespräch. Um auch zukünftig attraktive Arbeitsplätze zu guten, tariflich festgelegten Bedingungen bieten zu können, modernisiere DHL derzeit seine Abläufe und Strukturen. Dazu gehöre auch die tägliche Anpassung der Personaleinsatzplanung an die tatsächlichen Sendungsmengen vor Ort. Laut Würkner könne auf den schwankenden Bedarf an Paketmengen nicht länger mit einem "starren Personalbestand" reagiert werden. Auch vor dem Hintergrund der "wirtschaftlich und regulatorisch herausfordernden Situation für die Deutsche Post und DHL" sei dies nicht möglich. 

"Eine flexiblere Betriebssteuerung ist erstmal eine riesige Veränderung für die Zustellkräfte", so Würkner. "Sie birgt aber auch Vorteile für alle Beteiligten."  Durch die flexible Personalplanung werden Mitarbeitende zum Beispiel im Wochen- und Jahresverlauf gleichmäßiger belastet. "Wir verstehen, dass solche großen Veränderungen für die Beschäftigten unangenehm sind und stellenweise auch wehtun", so Würkner. "Doch am Ende des Tages sollen die erforderlichen Veränderungen zur Zukunftssicherung unseres Betriebs und vieler tausend Arbeitsplätze in Deutschland beitragen." 

Doch die Gebersdorfer sind sich einig: Dani ist wichtig für ihre Gemeinschaft. Mit der Petition wollen sie zeigen, dass seine Versetzung "keine bloße Personalentscheidung" ist, sondern sie alle betrifft. "Dani gehört zu Gebersdorf", betont eine Unterzeichnerin. Die Petition endet laut Pfeuffer voraussichtlich in Kürze. Er erhofft sich weiterhin großen Zuspruch, damit "unser geschätzter Dani bei uns bleibt."