Unauffällig steht am Waldrand bei Römmelsdorf eine alte Kegelbahn, die nun vom Besitzer Hermann Schmidt saniert wurde. Dazu stellte er ein Holzkreuz mit der Inschrift "Gott schütze unsere Fluren" auf.

Hermann Schmidt und seine Frau Hedi kommen ins Schwärmen, wenn sie von alten Zeiten erzählen, in denen die Kegelbahn noch Mittelpunkt spannender Sportwettbewerbe war. Die Sanierung - 35 Jahre nach den letzten Reparaturarbeiten an der Anlage - erfolgte, da an Himmelfahrt, 14. Mai, um 10.30 Uhr ein evangelischer Open-Air-Gottesdienst mit Trompeten und Posaunen an der alten Kegelbahn gehalten werden soll. Auch die Kegelbahn soll an diesem Tag betrieben werden.

Die Besucher können sich von der privaten Anlage, die heute unter Denkmalschutz steht, in frühere Zeiten zurückversetzen lassen, als noch nicht Elektrik und Technik die Welt beherrschten.
Damals mussten die Kegel noch von Hand aufgestellt werden.

Im Hause Schmidt im Pfarrweisacher Gemeindeteil befindet sich ein alter Rinnziegel, der früher auf dem Dach der Kegelbahn lag und die Inschrift "Ziegler Johann Georg Herold Ibind 1810" trägt. Nur ist nicht klar, ob es sich um einen Originalziegel oder um ein Stück handelt, das einmal ein anderes Dach mit deckte.

Beate Lipp entdeckte vor zehn Jahren einen eingebauten Balken, der die Markierung "H.B. 1810" trägt. Die Inschrift dürfte mit dem früheren Besitzer des Anwesens Bätz in Römmelsdorf zu tun haben. Die Großeltern Hermann Schmidts, Johann Georg und Margarete Schmidt, die in Lohr einen Bauernhof bewirtschafteten, kauften das Anwesen in Römmelsdorf den Bätzens ab. In dem Bauernhof befanden sich auch das dritte Wirtshaus von Römmelsdorf sowie kurzzeitig auch eine Brauerei.

Dass die alte Kegelbahn am Amtsbotenweg zwischen Königsberg und Coburg gelegen, noch so gut erhalten ist, hat Hermann Schmidt besonders dem Berliner Roland Dahms zu verdanken, der aus einer Ruine vor 30 Jahren das schöne Fleckchen wieder herrichtete. Viel Zeit und Geld investierten er und seine Söhne mit der Unterstützung von Familie Schmidt, um sich ein weiteres Feriendomizil in den Haßbergen zu schaffen. Vor Jahren erwarb er ein altes Fachwerkhaus in Üschersdorf von Familie Hauck, den Schwiegereltern Hermann Schmidts, und richtete es mit viel Liebe her.

Früher gab es in fast jedem Dorf eine Handkegelbahn, so auch in Ermershausen und Ibind. Die Kegelbahn von Ibind wurde erst vergangenes Jahr nach Fladungen ins Freilandmuseum geschafft. Wer die Kegelbahn in Römmelsdorf sehen möchte, ist an Himmelfahrt dazu eingeladen.