Nachdem bei der Kommunalwahl kein Kandidat den Einzug in das Gemeindeparlament schaffte, hatten sich die Bürger Schönbachs, mit überwiegender Mehrheit für die Wahl eines Ortssprechers ausgesprochen.
Bei der einberufenen Ortsversammlung wurde nun Anette Kutzner mit 27 Stimmen zur neuen Ortssprecherin gewählt, während auf Norbert Hemmerich 13 Stimmen entfielen.

Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) hieß zu dieser Ortssprecherwahl auch einige neu gewählte Gemeinderäte willkommen und gab bekannt, dass sich im Vorfeld 57 wahlberechtigte Schönbacher Bürger für eine derartige Vertretung ihres Ortsteils im Ebelsbacher Gemeinderat ausgesprochen hätten.

Favoriten kandidierten nicht

Der bisherige Dritte Bürgermeister Manfred Hemmerich (SPD), wurde wieder vorgeschlagen.
In seiner Ablehnung machte er aber aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Anscheinend war ich als Gemeinderat nicht erwünscht und deswegen werde ich auch nicht als Ortssprecher kandidieren. Jeder der aufgestellten Kandidaten hätte allein aus dem Ortsteil mindestens 300 Stimmen bekommen können. Ich kam jedoch nur auf 108 Stimmen und mir fehlten 37 Stimmen. Es gingen aber auch viele Stimmen nach auswärts."

Auch der bisherige Gemeinderat Martin Viernekäs (CSU) wurde vorgeschlagen und lehnte die Kandidatur ab: "Ich war 18 Jahre lang dabei und in den letzten beiden Perioden als Gemeinderat. Während dieser Zeit hat sich in Schönbach einiges getan und ich brauche mich wegen meiner Arbeit auch nicht zu verstecken. Da ich nach dieser langen Zeit nicht mehr für den Gemeinderat kandidierte, stelle ich mich natürlich auch für diese Wahl nicht zu Verfügung."

So blieben aus weiteren Vorschlägen nur Anette Kutzner und Norbert Hemmerich übrig, die sich zur Wahl stellten. Bei einem 40 wahlberechtigten Bürgern waren 39 Stimmzettel gültig, von denen Anette Kutzner mit 27 Stimmen die Mehrheit erreichte.

Aufgaben gibt es viele

Anette Kutzner zog mit ihrer ihrem Mann und den 15-jährigen Zwillingen, vor 14 Jahren nach Schönbach. Die Kauffrau stammt aus Hammelburg, dort hatte sie auch ihren Mann bei Studium kennengelernt. Während sie in einem größeren Betrieb in Haßfurt arbeitet, ist ihr Mann als Geograph in einem Planungsbüro in Bamberg tätig.
"Wir sind hier in Schönbach sehr gut aufgenommen worden und fühlen uns in der Dorfgemeinschaft wohl", betont die neue Ortssprecherin. Sie bedankte sich auch für das Vertrauen, sah ihre Wahl als Ortssprecherin aber nicht als "Einzelkämpferin" für den Ortsteil. Aufgaben dürften nicht auf einen abgeladen werden, sondern die Arbeiten sollten auf mehrere Schultern verteilt werden. Das wolle sie Stück für Stück mit den Bürgern besprechen. "Ich hoffe aber, dass ich euch im Gemeinderat und bei sonstigen Anlässen gut vertrete." Die Bürger nutzten die Gelegenheit, einige Dinge anzusprechen, die in nächster Zeit erledigt werden sollten.

Der bisherige Gemeinderat Martin Viernekäs sprach die Bewirtschaftung der alten Schule und des jetzigen Gemeinschaftshauses an. Die Arbeiten und die Pflege hätte er zum größten Teil mit seiner Familie geleistet und es stelle sich die Frage, wie es weitergehe. Anette Kutzner wolle das weitere Vorgehen gerne einmal mit ihm besprechen, während andere Bürger locker in Richtung Viernekäs meinten: "verantwortlich bist nach wie vor du".
Bürgermeister Walter Ziegler nutzte die Gelegenheit, Martin Viernekäs noch einmal für seine sechs Jahre als Ortssprecher und die zwölfjährige Tätigkeit als Gemeinderat zu danken. Während dieser Zeit habe er sich entscheidend für Schönbach, aber auch für die Pflege und Bewirtschaftung des Gebäudes eingesetzt. Er wolle sich nach Möglichkeit auch weiterhin für Heizung und Licht verantwortlich zeigen, zumal sich die Nachbarschaft seines Wohnhauses hier anbiete.

Ziegler betonte, dass in nächster Zeit das Grundstück in der Ortsmitte gerichtet werden soll, dass man durch den Kauf und Abriss eines Anwesens nun gestalten könne. Man habe nun den Durchstoß zur Kanalleitung erledigt und als nächstes werde man das Gelände modellieren und ansäen. In Zusammenarbeit mit dem Kreisfachberater sollen dann auch die Pflanzungen erfolgen. Ebenso wolle man die Wegverlängerung zum Friedhof angehen und einen Parkplatz pflastern. Auch im Friedhof seien noch Gestaltungen geplant, zumal hierfür 8000 Euro aus dem Erlös am "Tag der offenen Gartentür" zur Verfügung stünden.

Ewald Kleinhenz sprach auch Reparaturen am Kirchendach an und bat darum, dass die Feuerwehr mit ihrer Leiter dabei helfe. Hans Eltschka wies darauf hin, dass am Friedhofseingang die Spitzen von zwei Pfeilern heruntergefallen seien und wieder aufgerichtet werden müssten. Seine Frau sprach die Zwischenräume zwischen den Gräbern an, die so eng seien, dass sie nicht mit einem Rasenmäher gemäht werden könnten. Das sehe nicht mehr schön aus und hier müsse eine Lösung gefunden werden. gg