Einen Kulturweg soll Fatschenbrunn bekommen. Die besondere Kulturlandschaft und die Tradition der Hutzelerzeugung in dem Oberauracher Gemeindeteil werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Soviel war klar nach der ersten Informationsveranstaltung durch die Allianz "Lebensregion +", bei der über 30 Fatschenbrunner mit Fachleuten über die mögliche Konzeption diskutierten.

Gerrit Himmelsbach vom Archäologischen Spessartprojekt/Institut der Universität Würzburg (ASP), war ins Mehrzweckgebäude gekommen, um das Projekt "Kulturwege" vorzustellen und mit den Anwesenden zu diskutieren, was ein solches Projekt für Fatschenbrunn bewirken kann.
Bürgermeister Thomas Sechser stellte fest, dass Fatschenbrunn viele Besonderheiten zu bieten habe. Die erfolgreichen Dorf-Initiativen der vergangenen Jahre würden eine gute Basis für das Kulturwege-Projekt bilden.


Zuschüsse über 85 Prozent

Dieser Meinung ist auch Reiner Väth vom Amt für ländliche Entwicklung. Er brachte die Nachricht mit, dass das Amt 85 Prozent der Kosten übernehmen werde, die mit 16 000 Euro geschätzt sind.

Ein solcher Kulturweg besteht aus sechs Infotafeln und einem Prospekt. Ferner wäre Fatschenbrunn in einem Netzwerk von 97 Europäischen Kulturwegen des ASP vertreten und könnte in diesem Rahmen weitere Projekte angehen. Himmelsbach betonte, dass Kulturwege nicht in erster Linie dem Tourismus dienen, sondern der Identifikation mit der Heimat. "Das müssen die Leute vor Ort aber auch wollen", erklärte sie, denn das ASP leiste nur Hilfe zur Selbsthilfe.


Die Vorarbeit ist getan

Fatschenbrunn hat hier bereits gut vorgearbeitet, denn die Universitäten von Erlangen-Nürnberg und Bamberg haben Untersuchungen zur Kulturlandschaftsforschung, Archäologie, Geologie und Botanik geleistet. Dies müsse nun mit weiteren Inhalten aus Fatschenbrunn verknüpft werden, sagte Himmelsbach.


Vorbehalte entkräftet

In der Diskussion ging es um den Verlauf des Kulturweges und um die Frage, ob landwirtschaftliche Interessen beeinträchtigt werden. Vorbehalte konnte Himmelsbach entkräften. Welche Themen im Kulturweg letztlich dargestellt werden, wird noch entwickelt. Bisher gibt es ein Grobkonzept, das nun in Zusammenarbeit modifiziert wird. Dazu wird am Donnerstag, 6. Juli, ein offenes Arbeitskreistreffen stattfinden, in dem jeder sein Wissen in eine große Sammlung einbringen kann. Himmelsbach sieht etwa in den "Hutzeln" ein Fatschenbrunner Glanzlicht.
Biologisch hergestellt, von bekannter Herkunft und sehr gesund, ist die Hutzel regelrecht ein Super-Food, "das genau in unserer Zeit passt". Die Veranstaltung am 6. Juli beginnt um 19.30 Uhr, die Bevölkerung ist willkommen. Informationen zu dem Projekt und zur Arbeit der Allianz gibt es im Internet unter www.lebensregionplus.de.