Moderne Operationstechnik bringt das Haus Ebern der Haßbergkliniken weiter voran. In der Wirbelsäulenchirurgie der Eberner Klinik hat, wie die Haßberg-Kliniken in einer Pressemitteilung berichten, der Chefarzt Dr. Norbert Sperke jetzt eine neue minimalinvasive Technik zur schonenden Behandlung von Frakturen der oberen Wirbelsäule erstmals eingesetzt. Über zwei Mini-Schnitte wird dabei Knochenzement in die Wirbel eingebracht.
"Gerade bei sehr hochliegenden Frakturen im Brustwirbelbereich ist es häufig aufgrund der anatomischen Verhältnisse schwierig bis unmöglich, eine schonende Wirbelkörperrekonstruktion von Frakturen durchzuführen", erläutert Sperke, der seit mehr als zehn Jahren am Haus Ebern Operationen im Wirbelsäulenbereich durchführt.
Wenn es nicht gelingt, den Wirbel zu stabilisieren oder zu rekonfigurieren, komme es häufig zur so genannten "Buckelbildung", einer Beuge-Fehlstellung im Bereich der
Brustwirbelsäule. "Diese geht meist mit starken Schmerzen einher", erklärt der Neurochirurg.

Die jetzt in Ebern erstmals durchgeführte Operationsmethode beruht der Mitteilung der Haßbegkliniken zufolge darauf, dass durch zwei Mini-Schnitte links und rechts jeweils eine dünne Nadel durch Haut und Muskeln in den Wirbelkörper eingeführt wird. Mit Spezialinstrumenten wird dann der Wirbelkörper mit speziellem Knochenzement aufgefüllt, wobei der Einfülldruck sorgfältig berücksichtigt und die Zementverteilung röntgenologisch kontrolliert werden muss. Ziel des Eingriffs ist eine Verzahnung mit dem vorliegenden Knochenmaterial. Der Wirbel wird dadurch stabilisiert.

Gegen die "Buckelbildung"

"Diese Stabilisierung verhindert ein weiteres Einsinken des Wirbelkörpers und wirkt der Buckelbildung entgegen", berichtet Norbert Sperke. "Das Einbringen von Zement hat nach unseren Erfahrungen auch eine schmerzlindernde Wirkung."

Das erstmals in Frankreich angewandte Verfahren dient ursprünglich zur Behandlung von bruchgefährdeten Wirbelkörpern, die von Metastasen oder Hämangiomen (Blutschwämmen) befallen sind. Es hat sich jedoch zunehmend auch bei der Behandlung von osteoporotischen Frakturen der Wirbelsäule bewährt. "Ein notwendiger Wirbelkörper-Ersatz kann durch diese Technik jedoch nicht umgangen werden", zeigt der Mediziner auch Grenzen dieser Operationstechnik auf.

Sie stelle bei gegebener Indikation jedoch eine schonende und sinnvolle Ergänzung des operativen Spektrums bei der schonenden Behandlung von Wirbelfrakturen dar.