Lasst die Spiele beginnen. Danach dürstet dem Narrenvolk seit der gestrigen Faschingseröffnung wieder. In Ebern passiert dies mit sportlicher Zielsetzung im Rahmen einer "närrischen Olympiade", so das Motto, das kurz nach 11.11 Uhr in der Rathaushalle verkündet wurde.

Auf die Minute topfit präsentierten sich nicht nur die Elferräte vom Kulturring, sondern auch Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), der erst als Fackelläufer einlief und dann auf einen Marathonlauf geschickt wurde. Er solle sich auf sein Fahrrad schwingen, nach Strass fahren und sich dort für die nächsten Wochen einmieten, riet ihm Sitzungspräsident Eberhard Wohl.

Dabei fühlte sich der Bürgermeister sichtlich wohl, ganz da oben auf dem Siegertreppchen, wo er sich als Fackelläufer feiern ließ. Er machte aber einem anderen Platz, der auch schon einen Marathon hinter sich hat: Werner Back, genannt die "Kieler Sprotte", der seit 150 Tagen auf dem Wohnmobilplatz nahe der Stadtmauer lebt.

Ansonsten waren die vielen Besucher in der Rathaushalle Feuer und Flamme über das kurzweilige Programm und Lachmuskeltraining, das Eberhard Wohl mit Prolog als Conferencier, Heidi Hümmer als Showmasterin und Hometrainerin sowie Fabian Weber als Stadtpatron teils gereimt, teils in Prosa präsentierten und dabei so manche Anekdote aufspießten.

Das reichte vom "geußlichen Wahlausgang" für die CSU über das Geschäfte- und Zeitungssterben, das EBN-Kennzeichen und die Ebern-Hymne auf Antenne Bayern bis zu den neuen Biergärten und dem Weizenbier-Treff, der hoffentlich nicht gleich wieder in jedem Dorf abgekupfert wird. Vernichtend das Urteil von Eberhard Wohl über die neue Verkehrsregelung: "Wenn sich diese neue Regelung hat bewährt, frag' ich mich, warum keiner danach fährt?"

Händchenhaltender Pfarrer

Weiter schlug Wohl zur Eröffnung des neuen Hallenbades vor, dass Stadtpfarrer Theiler und sein früherer Kirchenpfleger Franz Geuß den ersten Köpfer wagen und händchenhaltend vom Startblock springen.
Fabian Weber wunderte sich als Stadtpatron über die Diskussion übers Altstadtfest und hatte einen Lösungsansatz parat: "Elferrat, schreit zur Tat." Zufrieden war der Laurentius über die ersten Fortschritte bei der Kirchweih, hofft aber, dass im nächsten Jahr die Wirte auch am Montag aufmachen.

Feuer und (Spar-)Flamme war auch Bürgermeister Hennemann, als er Rathausschlüssel und Stadtkasse übergeben sollte, was "mir leicht fällt. Schließlich ist da drin kein Geld. Die Schulden dürft' Ihr gerne haben, mit Zins und Zinseszins sie abzutragen".