Als die Blaskapelle Gereuth das erste Lied erklingen ließ, setzte sich am Sonntagnachmittag in Memmelsdorf der Faschingszug in Bewegung. Als Gendarm mit Pickelhaube führte diesen Bürgermeister Helmut Dietz an. Er wurde eskortiert von Gemeinderätin Birgit Finzel, welche als Zirkusdirektorin die Faschingsnarren mit der "Peitsche in Schach" hielt. Gemeinderat Martin Mölter erschien in einem skurrilen Kostüm und zog als "Gevatter Tod" die Blicke auf sich. Ob der damit auf etwas anspielen wollte? Vielleicht auf das "Wirts- Banken- oder Windradsterben?"
Das "Wirtshaussterben" hatte sich BRK-Bereitschaft Memmelsdorf auf die Fahnen geschrieben. Sie beklagte, dass es in Memmelsdorf keine Gastwirtschaft mehr gibt. "Das Wirtshaussterben hat a End, wir Rot-Kreuzler nehmens selber nei die Händ", oder, "mach des Jahns-Wirtshaus net bald auf, müss mer uner Geld woanders versauf." Sehnsüchtig forderten sie: "A Dämmerschoppen wär fein, dafür müsst in Memmelsdorf a Kneipe sein."
Der Gesangverein legte seine Finger in die "Wunden der Banken." "Volks- und Raiffeisenbank und die Sparkassen haben uns Bürger in Stich gelassen" war auf ihrem kleinen Wagen zu lesen. Die Sängerinnen und Sänger hatten ein Rezept wie es mit den Banken im Ort weiter gehen könnte. "Unsere Gemeinde hat Zukunft, der Gesangverein machte sich darüber Gedanken und empfiehlt den Bürgermeister nun folgende Banken:" So eine "Samenbank." "Bei uns rinnen die Millionen durch die Hände" und "die Bank der zukünftigen Generationen." "Eine "Schulbank:" "Hier bekommen sie Scheine und Noten."
Der Gesangverein bedauerte: "Die Banken wollen uns als Kunden nicht mehr, da muss eine andere Lösung her." Eine der Lösungen, "Ali`s Bankomat", der sich im Faschingszug auf "wackligen Beinen", weil auf Rollschuhen, durch die Straßen schlängelte. Auch die Jugendfeuerwehr der Gemeinde ließ sich nicht lumpen. Sie hatte einen Feuerwehrwagen gebaut, der rundum mit Utensilien einer Feuerwehr beklebt war, quasi als Anschauungs- und fahrendes Infomobil. Feuerwehrschläuche, Verteiler, Feuerlöscher, Einsatzhandschuhe und viele weitere Gerätschaften die eine Feuerwehr benötigt waren zu sehen. "Feuerwehr verleiht Flügel." Das war das Motto der Feuerwehr Memmelsdorf, die damit auf die Windräder anspielte, die auf der Höhe bei Lichtenstein und Buch hätten entstehen sollen. Die Idee begruben sie damit, indem sie ein "gebrochenes Windrad" im Zug mit transportierten.
Auch der Kindergarten Memmelsdorf war mit dabei. Bunt kostümiert marschierten die Kleinen mit, Kinder der Kita wurden in Kinderwägen mit geschoben. Als "Einhorngruppe" waren die Memmelsdorfer Mädels zu sehen. Diese "anregenden Geschöpfe" regten durchaus zum Nachdenken an. Die graziösen "Waisen Einhörnchen" wollten den in zurückliegender Zeit negativen weltpolitischen Ereignissen mit Schlagwörtern wie Frieden, Zufriedenheit, Zusammenhalt, Freude und Sonnenschein, die sie auf Brust und Rücken mittrugen, eine positive Wende geben.
Der Sportverein SVMU Memmelsdorf sehnt einen Biergarten in der Alstergemeinde herbei. Obwohl sie in der alten Schule ein Domizil haben, möchten sie gerne einen Biergarten haben. "Zur Memmelsdorfer Kerwa freun wir uns von Jahr zu Jahr, dass endlich aufgemacht wird die Kneipe mit Bar" und "wir warten völlig hoffnungsvoll auf den Biergarten" war auf ihrem mit Bierkästen "umzäunten" Gefährt zu lesen. Im Bereich der Kirche und des neuen Gemeindehauses säumten viele Schaulustige die Fahrbahn. Nach dem Faschingszug ging es zur alten Schule, wo im ersten Stock alles für einen Kinderfasching vorbereitet war, wie Martin Mölter, Gemeinderat und Jugendbeauftragter, sagte. Einen Stock tiefer feierten die Memmelsdorfer Faschingsnarren und ließen den Sonntagnachmittag ausklingen.