"Es ist einfach wichtig, sich sozial zu engagieren." Für Sarah Krines war es keine Frage, sich an der 72-Stunden-Aktion des Regionalverbandes Haßberge des Bundes der Deutschen Jugend (BDKJ) zu beteiligen. Zusammen mit Luca, Franka, Hannah, Sophia, Benjamin, Alban und vielen weiteren Mitstreitern von den "Zeiler Bolzplatzhelden" tat sie deshalb nicht nur Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) einen großen Gefallen, als sie innerhalb von drei Tagen Bolz- und Spielplatz an der Kreisstraße in Richtung Krum auf Vordermann brachten, die beide nun in neuem Glanz erstrahlen.

Die Sozialaktion hatte vielmehr auch einen zweiten positiven Nebeneffekt: "Sie stärkt die Gruppengemeinschaft", stellte Sarah Krines bei einem Besuch auf der "Großbaustelle" fest, an der ebenso wie an den anderen zehn Orten im Landkreis beziehungsweise Dekanat Haßberge fleißig gemäht, gestrichen, geschliffen, gehämmert oder gesägt wurde.
Jugendliche und junge Erwachsene von Feuerwehr und Ministranten sind nun viel enger zusammen. "Das bindet schon zusammen, quasi als eine neue große Gruppe", freute sich die 18-Jährige.

Der Regen, der vor allem am Freitag fast unaufhörlich vom Himmel prasselte, machte den "Bolzplatzhelden" sowie den anderen Gruppen, den ebenso zahlenmäßig stark vertretenen "Obertherer Helden", den "Eltmanner Waldmusikanten", der "I-have-a-Dream-Group" aus Kirchlauter, der Jugendfeuerwehr Sand oder dem kleinen "Hoha-Clan" in Horhausen sowie der Bucher "Lust-und Laune-Gruppe" das Leben natürlich nicht leichter. "Das war ziemlich blöd", ärgerte sich beispielsweise Alexa Kaiser zunächst über die stundenlang geöffneten Schleusen, die ihre Baustelle am Eltmanner Waldrand, an dem sie zusammen mit zirka 35 bis 40 Arbeitskollegen ein Gelände mit Gartenlaube als einen öffentlichen Platz für Grillfeiern gestalten sollte, in eine schlammige Angelegenheit verwandelt haben. Letztlich nahm es die 15-Jährige mit Humor: "Nach einer Zeit kam es mir so vor, dass es gar nicht geregnet hat." Und trotz aller äußerlichen Widrigkeiten haben die "Waldmusikanten", wie alle anderen "72-Stunden-Aktion"-Teilnehmer, selbst an diesem Regentag "sehr viel gemacht. Ich denke, wir können es schaffen", zeigte sich Alexa am Samstagvormittag, als sogar die Sonne wieder einmal durch die Wolken spitzte und es den ganzen Tag über trocken blieb, deshalb optimistisch für die Tage zwei und drei.

Ein überaus positives Fazit zogen Sandra Hartmann und Wolfgang Winter, beide seit Wochen und Monaten im zumeist ehrenamtlichen Koordinierungskreis tätig, wenige Stunden vor dem offiziellen Ende der Aktion am späten Sonntagnachmittag, als die 72 Stunden offiziell abgelaufen waren. "Alle Gruppen sind fertig geworden, es war auf jeden Fall sehr gut", schwärmte Hartmann. Für die 21-jährige BDKJ-Vorsitzende aus Ottendorf, die ebenso wie ihre Mitstreiter vom "KoKreis", Maximilian Gerschütz, Johannes Lang, Sherry Zipperer, Regionaljugendseelsorger Matthias Vetter, Laura Besendorf (Gädheim), Dominic Meinhof (Baunach) und Jonas Kollmann (Ibind), sehr viel Zeit investierte, hat sich der Aufwand "auf alle Fälle" gelohnt. "Ich habe es ja immer wieder während meiner Gruppenbesuche gesehen, wenn die Kinder so engagiert mitmachen und dabei sind."

Wolfgang Winter von den Haßfurter Pfadfindern pflichtete ihr bei und zollte den Gruppen "großen Respekt, was sie alles ehrenamtlich geleistet haben. Sie haben genau das gemacht, was wir im Vorfeld bezwecken wollten, nämlich die Welt ein Stück besser zu machen."

Die Vorfreude auf 2019, wenn der BDKJ-Bundesverband in ganz Deutschland beziehungsweise allen Bistümern wieder 72 Stunden lang aktiv werden will, ist bei beiden schon vorhanden. "Trotz der vielen Arbeit: Ich freue mich auf 2019", so Sandra Hartmann abschließend.


Die Motivation

Was sagen eigentlich die "Helden", die der Himmel schickte? Die 72-Stunden-Aktion finden sie gut, weil...

... "man was für die Gemeinde macht und für viele andere Kinder, dass sie dann auch wieder auf dem Abenteuerspielplatz mit besseren und neueren Geräten spielen können." (Louis Rippstein, zwölf Jahre, aus Sand)

... "man, wie in unserem Fall, etwas für die Kirche machen kann. Das finde ich einfach nur gut." (Jan Hering, 14, aus Dampfach)

... "wir alle etwas gemeinschaftlich machen können. Es ist schön, wenn man dann in Nachhinein auch sieht, was man gemeinsam erreicht hat." (Johanna Reinwand, 15, aus Horhausen).

... "es Spaß macht. Und ich muss nicht in die Schule. Außerdem kann ich mit anderen zusammenarbeiten." (Leon Eußner, zehn, aus Gädheim).

... "man was für die Gemeinschaft tut und es Spaß macht, trotz des Wetters. Mir gefällt vor allem das Abspritzen mit dem Hochdruckreiniger." (Alexander Liebl, elf, aus Ottendorf).

... "es ein soziales Projekt ist. Da kannst du was für die Gemeinde tun und hier im Kindergarten speziell für die Kinder. Deswegen finde ich es einfach sehr gut." (Fabian Ziegler, 17, aus Untertheres).

... "man etwas für die Allgemeinheit macht und anderen hilft." (Juliane Wurst, zwölf, aus Buch).

... "es Frühstück, Mittagessen und Abendessen gibt. Außerdem können wir mit den Freunden spielen und arbeiten." (Jonas Laubender, zwölf, aus Obertheres).

... "man da einfach was Gutes machen kann. Es ist toll, zu helfen." (Alexa Kaiser, 15, aus Eltmann).

... "wir in der Zeit sehr viel schaffen und verändern können. Es ist vor allem für den guten Zweck für die Kinder hier in Ebern." (Franziska Hofmann, 18, aus Lußberg).