Im Herbst letzten Jahres hat sich die Kreisgruppe Ebern des bayerischen Jagdverbandes eine Laserschießanlage angeschafft, die im Dachgeschoss des Feuerwehrhauses in Fierst installiert wurde. Der Feuerwehrverein Fierst e.V. stellt den Jägern die Räumlichkeit zur Verfügung. Drei bis vier Mal im Monat steht die Laserschießanlage den Jägern für je zwei Stunden zur Nutzung bereit. Diese Termine wurden gut angenommen. Auch außerhalb der festgelegten Zeiten konnte man nach Absprache die Anlage nutzen. Mittlerweile stehen drei kompetente Schießausbilder zur Verfügung.
Wolfgang Lappe, der die in dieser Art modernste Laserschießanlage im Landkreis Haßberge betreut, zieht Bilanz: "Die Schießtermine waren gut besucht. Einmal waren nur wenige Schützen da, dafür waren es ein anderes Mal wieder mehrere.
An bisher 46 Tagen Schießbetrieb nutzten insgesamt 248 Jägerinnen und Jäger die Laserschießanlage. Doch von allen Mitgliedern unserer Kreisgruppe wird die Anlage noch nicht genutzt, obwohl dies dringend empfehlenswert wäre." Wie Wolfgang Lappe weiß, haben einige Mitglieder eine Hemmschwelle, vor ihm und anderen anwesenden Nutzern ihre Schießleistung unter Beweis zu stellen, noch nicht überwunden.

"Kostengünstiges Training"

"Ich habe etliche Rückmeldungen von Jägern bekommen, dass sich ihre Schießleistung durch das regelmäßige Nutzen der Anlage auch in der Natur verbessert hat. Sie gehen allgemein vertrauter mit der Waffe um", merkt Wolfgang Lappe an. Seiner Meinung nach hat die Anschaffung der Anlage noch ganz andere Vorteile: "Jeder kann mit seiner eigenen Waffe üben. Innerhalb weniger Minuten wird die Flinte umgebaut, sodass sie zum Laserschießen genutzt werden kann. Auch das Üben des Schrotschusses ist möglich." Außerdem stehe die Schießanlage auch den nicht im Jagdverband organisierten Jägern zur Verfügung, sie sei mobil und könne an anderen Orten aufgebaut werden. Auch das Üben außerhalb der Normalzeit und ohne Publikum sei nach Absprache möglich.
"Die Laserschießanlage ist eine kostengünstige Trainingsmöglichkeit und erspart Munition, die man auf einem scharfen Schießstand brauchen würde. Außerdem ist sie auch für erfahrene Schützen interessant, denn wer nicht übt, der entwickelt sich nicht weiter", stellt Wolfgang Lappe fest. Ein großer Vorteil sei, dass durch die verschiedenen Filme unterschiedlichste Jagdszenarien abgespielt werden könnten. Die Übungen könnten so immer verändert werden. Bei den Filmen werde automatisch die Trefferquote in Prozent angegeben und durch Punktevergabe werde auch das waidgerechte Jagen kontrolliert. Erschießt man in der Simulation beispielsweise die Bache, so gibt es Punktabzug.
"Ich habe durch das Üben mit der Laserschießanlage meine Schießleistung durchaus verbessert", berichtet Kornelia Lappe, die die Möglichkeit zum Üben regelmäßig in Anspruch nimmt. Vor allem hat sie gelernt mit dem Gewehr richtig nachzufahren und: dass sie beim Abschuss beide Augen offen lässt. "Ich fühle mich einfach viel sicherer und finde auch gut, dass man verschiedene Jagdsituationen simulieren kann.

"Sehr naturnahe Simulation"

Jäger Peter Gollnick hat die Laserschießanlage der Kreisgruppe Ebern auch schon genutzt: "Ich finde es ist eine effektive Übung. Die Simulationen sind sehr naturnah, zum Beispiel muss man, wie auch bei der realen Jagd, aufpassen, dass man nicht die Bache schießt." Laut Gollnick sollte der Nachweis über erfolgreiches Schießtraining auch in Bayern zur Pflicht gemacht werden. In Thüringen muss man Schießnachweise erbringen, indem man sich bestätigen lässt, dass man am Schießstand war und erfolgreich getroffen hat, um sicherzugehen, dass die Jäger waidgerecht jagen und das Tier auch tödlich treffen. Wer nicht genug trifft, bekommt diesen Nachweis nicht. In Bayern gibt es diese Nachweise bisher nur auf freiwilliger Basis.
Volker Schmidt hat mit der Laserschießanlage geübt, beim flüchtigen Schießen weiter vorne anzuhalten. In der Vergangenheit hatte er schon den ein oder anderen Leberschuss, dies könne er jetzt vermeiden. "Die Laserschießanlage ist optimal zum Üben und es ist auch wichtig, dass man diese Möglichkeit nutzt, und seine Leistung verbessert. Es ist wichtig, das Wild nicht anzuschießen, sondern es muss tödlich getroffen werden, damit es nicht leidet", erklärt Volker Schmidt.
"Ich habe die Laserschießanlage noch nicht so oft genutzt, bin aber davon überzeugt, dass das Üben etwas bringt. Man wird auf jeden Fall schneller und sicherer", weiß Joachim Dietz. Auch Dieter Schmidt sieht klare Vorteile in der Nutzung der Laserschießanlage: "Man ist es den Kreaturen einfach schuldig, dass man sie anständig schießt, damit das Tier nicht leiden muss. Durch die vielen Drückjagden, die es nun vermehrt gibt, ist es wichtig, auch das Schießen auf flüchtiges Wild zu üben, was durch die Simulationsfilme realitätsnah gemacht werden kann."

"Über 50 Prozent Trefferquote"

Folgender Ablauf hat sich für die Nutzung der Schießanlage bisher bewährt: An den mitgeführten Waffen wird zunächst die Sicherheit überprüft, bevor ein Laser in den Gewehrlauf und ein Triggerschalter am Abzug angebracht werden. Der Laser wird eingerichtet und dann kann nach ein bis zwei Minuten geschossen werden. Es hat sich bewährt, zunächst einige Schuss auf eine Anschussscheibe abzugeben, dann beispielsweise auf den laufenden Keiler zu schießen und anschließend die Realfilmsequenzen zu nutzen. Man kann auf Kipphase, Tontauben, Enten, Tauben und Treibjagdszenarien üben. Um den einzelnen Schützen körperlich nicht zu sehr zu fordern, wechseln sich die anwesenden Personen ab, was durch das Bereitstehen mehrerer Lasereinsätze möglich ist. Im Schnitt schießt jeder Schütze zwischen 200 und 300 Schuss, wobei bisher keiner den Schießstand unter 50 Prozent Trefferquote verlassen hat.
Alfred Dorsch, der Erste Vorsitzende des Feuerwehrvereins Fierst, sieht die Nutzung der Laserschießanlage im Obergeschoss des Feuerwehrhauses positiv: "Zum einen wird der Raum sinnvoll genutzt und steht nicht leer und zum anderen wird der allwöchentliche Sonntagsfrühschoppen im Feuerwehrhaus durch die zum Teil parallel liegenden Schießtermine wieder besser besucht, was ja auch dem Feuerwehrverein zugute kommt."

Wie funktioniert die Laserschießanlage?