"Entscheidend ist, dass die Leute happy sind, die zu uns kommen", lautet das Motto der Dorfrocker, die zur Zeit in ganz Deutschland mit ihrer "Heldentour" unterwegs sind – wenn auch vor weitaus weniger Zuschauern als gewöhnlich. Am Wochenende freuten sich Markus, Tobias und Philipp Thomann, endlich wieder einmal in ihrem Heimatlandkreis aufzutreten. Am Freitag und Samstag machten die Brüder dem Publikum im Sander Seestadion jede Menge gute Laune. Etwa jeweils 150 Zuschauer waren an beiden Tagen begeistert, dass nun endlich wieder eine Live-Veranstaltung in der Korbmachergemeinde stattfinden konnte.

Kein großes Remmi-Demmi

Es soll "gesittet" zugehen, sagte Tobias Thomann am Anfang des Konzerts. Kein großes Remmi-Demmi, wie sonst in Zeiten vor Corona. Trotzdem herrschte eine fantastische Stimmung. Die Besucher machten mit, klatschten und schunkelten an ihren Plätzen, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.

FC-Vorsitzender Egbert Mahr und sein Helferteam stellten im Vorfeld der Veranstaltung ein Hygienekonzept auf, das vom Landratsamt genehmigt wurde. Entsprechend weit auseinander gestellt waren die Tische auf dem Fußballplatz, an denen jeweils eine Kleingruppe saß. Ein Ordnungsdienst sorgte für einen reibungslosen Ablauf, registrierte die Zuschauer und begleitete sie zu ihren Plätzen.

"Wir danken dem Publikum für sein Verständnis", zeigte sich Mahr froh, dass es keinerlei Zwischenfälle gab. Eine Streife der Polizeiinspektion Haßfurt schaute zudem nach dem Rechten – die Beamten stellten keine Regelverletzung fest. Die Dorfrocker konnten also reibungslos aufspielen.

In ihrem zweistündigen Nonstop-Programm präsentierten sie eine Mischung aus Stimmungsliedern und ruhigeren Stücken. Neben eigenen Hits wie "Dorfkind", "Vogelbeerbaum", "Feuerwehren" waren auch bekannte Covers dabei. Ganz romantisch ging es beispielsweise zu, als Markus Thomann "Ohne Dich" sang und dabei am Keyboard in die Tasten griff. Bruder Philipp verbreitete mit "Nur noch Schuhe an" ein kleines bisschen Malle-Feeling, während Tobias mit dem Queen-Klassiker "We Will Rock You" zeigte, dass er auch hervorragend Schlagzeug spielen kann.

Eine Weltpremiere in Sand

Als besondere Überraschung hatten die Dorfrocker ein neues Lied parat. In Sand feierte es sozusagen Weltpremiere. Der Refrain "Heute schenken wir uns was vom Glück ein..." wurde passenderweise um die Textzeile "...einen Sander Wein rein" ergänzt.

Neben den Liedern war auch die Moderation der drei Kirchaicher sehr unterhaltsam. So plauderte Markus zum Beispiel aus dem Nähkästchen und verriet, dass Tobias als Grundschüler etwas mollig war. Als Torwart in seinem Heimatverein Kirchaich bei den E-Schülern war er angeblich so ungelenkig, dass seine Mannschaft bei einem Spiel gegen einen Außenseiter krachend verlor. "Ich war auf dem besten Weg, ein Manuel Neuer zu werden", relativierte Tobias die Aussage seines Bruders mit einem Augenzwinkern.

Seit Juni gaben die Dorfrocker bisher 40 Konzerte. Angefangen hat es mit den ersten Lockerungen in Hessen, Auftritte in anderen Bundesländern folgten. Sonst teilweise vor 60 000 Zuschauern auftretend, begnügen sich die drei Jungs derzeit mit 80, 100 oder 200 Gästen, je nachdem welche Regelungen am Veranstaltungsort gültig sind. "Wir wollen etwas machen und möchten unseren Fans zeigen, dass wir für sie da sind", sagte Tobias Thomann. Auch eine symbolische Geste war ihr Lied "Stille Helden". Mit dem dankten sie ausdrücklich allen Helfern während der Corona-Zeit.

Dankbar sind wohl auch die Fans der "Thomänner". Denn: Ende September kommt ein neues Album. Es wird den Titel "Landgemacht" tragen, wie Tobias unserem Reporter exklusiv verriet.

Neben zahlreichen Einheimischen waren in Sand auch viele Auswärtige dabei. Aus ganz Bayern und sogar Heilbronn, Karlsruhe und Bonn reisten einige Fans an. Seit 2007, dem Gründungsjahr der Dorfrocker, ist zum Beispiel Annalena Schuler aus Gädheim dabei. Die heute 23-Jährige ist mit ihrem Beruf als Arzthelferin selbst eine "stille Heldin" und freut sich, mit den kleinen Dorfrocker-Konzerten etwas Abwechslung vom Berufsleben zu finden.

Ein wahrer Konzertmarathon

"Hier in Sand erlebe ich meinen 1052. Auftritt mit den Dorfrockern", erzählt Anja Wolf aus der Nähe von Hof. Im Jahr 2007 lernte sie die damalige Nachwuchsband bei einem Open AirKonzert auf dem Finkenberg im Zillertal im Vorprogramm der "Zillertaler Schürzenjäger" kennen und war sofort begeistert. Das war der Startschuss zu einem wahren Marathon an Auftrittsbesuchen. Ihr 1000. Konzert erlebte Wolf in Kanada. Hier schenkten ihr die Dorfrocker als Anerkennung für ihre Treue sogar eine Reise nach Las Vegas.

Seit vielen Jahren hilft die junge Frau auch im Fan-Shop, der bei jedem Auftritt neben der Bühne aufgebaut ist. Außerdem ist sie die Vorsitzende des größten Dorfrocker-Fanclubs "Yodlio", der über 450 Mitglieder hat. Im Internet ist dieser unter www.yodlio.hpage.com zu finden.

Auch ein "Hardcore-Fan" ist Wolfs Ehemann Markus. Die beiden fanden einander über ihre Liebe zur Band. Gewissermaßen waren die Dorfrocker also Ehestifter.

Am Sonntag, 6. September, haben diese dann ein absolutes Heimspiel – in Kirchaich. Dort findet ab 18.30 Uhr auf dem Festplatz ein exklusives unplugged Open-Air-Konzert statt. Einlass ist ab 17 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in Kirch aich bei der Metzgerei Neundörfer, dem Autohaus Heil und Edeka Sauer.