Der Stadtrat Eltmann hat im Namen der letzten Fünf-Sterne-Kommune der Erstellung eines neuen Wanderwegekonzepts für das gesamte Wandergebiet zwischen Eltmann, Sand, Knetzgau, Oberaurach und Rauhenebrach zugestimmt. Vorgestellt wurde das Projekt in der Sitzung am Mittwoch von Regionalmanagerin Ulla Schmidt und dem örtlichen Wanderwart Edgar Geisel.
Die Grundkonzeption der neuen Beschilderung entspricht der, die im übrigen Steigerwald-Bereich teilweise schon umgesetzt ist, etwa in den Landkreisen Kitzingen und Schweinfurt, erläuterte Ulla Schmidt. Damit steht die Art der Wegweiser und Informationstafeln schon weitgehend fest - witterungsbeständig, übersichtlich und vor allem mit modernen Angaben wie Höhenprofilen und einem QR-Code versehen sollen sie sein.
Vor allem die Übersichtstafeln in den einzelnen Orten sind nach rund 20 Jahren Standzeit schon merklich verwittert und zum Teil auch überholt. Beispielsweise führen sie den überregionalen Steigerwald-Panoramaweg gar nicht auf. Die neuen Tafeln sollen kleinere Ausschnitte zeigen, die dafür aber auch die Wanderwege gut zeigen, erklärte Ulla Schmidt. Entsprechend den Qualitätskriterien des Deutschen Wanderverbandes werden die neuen Wegweiser künftig "auf Sicht" montiert, also nicht parallel zur Strecke. Auch die "Erinnerungsmarkierungen" werden in kürzeren Abständen angebracht als bisher, damit der Wanderer sicher sein kann, dass er noch auf der richtigen Strecke ist.
"Wenn man andernorts wandert, muss man schon eingestehen, dass unsere Beschilderung ein bisschen überholt ist", erklärte Herbert Nölscher. Günther Hofmann befürchtete, die Arbeit der ehrenamtlichen Wanderwarte mit einer solchen Erneuerung zu torpedieren. Diese Sorge nahm ihm Edgar Geisel. Der Eltmanner Wanderwart erklärte im Namen seiner Kollegen, dass sie das neue Konzept mittragen. "Die meisten Holzwegweiser sind schon stark verwittert", erklärte er, und demnächst müsste auch die Fräse erneuert werden, mit denen die Wanderwarte bisher die Wegweiser in Eigenleistung herstellten. Eine moderne Ausstattung des Wandergebietes sei wichtig, sagte Geisel, das zeigten auch seine Begegnungen mit Wanderern.
Von den Gesamtkosten von knapp 300 000 Euro netto zeigte sich Julia Müller überrascht. Angesichts der Dimensionen sei das aber sehr realistisch, meinte Ulla Schmidt. Immerhin gebe es in den Fünf-Sterne-Gemeinden 622 Kilometer Wanderwege. Eltmann alleine habe 71 Kilometer Rundwanderwege und 67 Kilometer Anteil an Fernwanderwegen. Insgesamt seien knapp 70 Informationstafeln vorgesehen, darunter zwölf für Eltmann, und man werde entsprechend der Bestandsaufnahme der Wanderwarte etwa 1560 Wegweiser benötigen.
Die einzelnen Wegführungen würden eng mit örtlichen Beteiligten abgestimmt, erklärte Ulla Schmidt auf weitere Fragen aus dem Gremium. Zunächst werde es ein großes Treffen geben, bei dem auch beispielsweise die zuständigen Behörden eingebunden sind. Dann seien vor Ort alle Interessierten aufgerufen, eventuell auch Vorschläge für neue Wegführungen zu machen. "Streckenabschnitte, die über geteerte Straßen führen, sollten auf jeden Fall geändert werden", erklärte Schmidt.
Eng eingebunden würden auch die örtlichen Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, sagte Schmidt auf Nachfrage von Aloysius Böhnlein. Geplant sei auch keine eigene Homepage, sondern ein Andocken an die jeweiligen Gemeinden und die Fördergemeinschaft nördlicher Steigerwald, in der die Gastronomen zusammengeschlossen sind. Aus jedem Ort sollen dann zwei oder drei "Highlight-Wege" ausgewählt und in einem Wanderflyer zusammengefasst werden.
Der Stadtrat stimmte abschließend dem Projekt zu, vorbehaltlich der Förderung durch den Naturpark Steigerwald, die mit 50 Prozent angesetzt ist. Die Kosten für die Planungsphase werden unter den fünf Gemeinden nach Einwohnerzahlen aufgeteilt, die Schilder und Ruheplätze, deren Anzahl ebenfalls steigen soll, nach Aufwand - schließlich sind die Gemarkungsflächen stark unterschiedlich zwischen Sand und Rauhenebrach.
Umgesetzt werden soll das Projekt zwischen 2018 und 2020. Ein Förderantrag ist beim Naturpark Steigerwald gestellt. 50 Prozent Zuschuss sollte es von dort geben.
Bürgermeister Michael Ziegler nutzte die Gelegenheit, Wanderwart Edgar Geisel und seinen Kollegen in den Fünf-Sterne-Gemeinden herzlich für ihre zeitaufwendige ehrenamtliche Tätigkeit zu danken, die auch weiterhin unverzichtbar bleibe, um das Wanderwegenetz in der gewohnten Qualität zu erhalten.