Eines steht fest: Zum 1. Januar 2016 werden die Müllgebühren für alle Haushalte im Landkreis Haßberge angehoben. Das ist notwendig, weil die Kosten für die Entsorgung gestiegen und weil die Rücklagen des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises mittlerweile aufgebraucht sind. Die Frage wird sein, wie die einzelnen Gemeinden die Müllgebühren-Erhöhung umsetzen.

Im Landkreis gibt es nämlich zwei Gruppen von Kommunen, die die Müllentsorgung unterschiedlich regeln. 15 Städte und Gemeinden haben vor einigen Jahren die Müllabfuhr komplett auf den Landkreis übertragen. Elf Kommunen organisieren die Entsorgung bei Rest-/Biomüll und Grüngutentsorgung selbst. Dazu gehört auch die Stadt Zeil.

Sie denkt darüber nach, das gesamte Müllaufgabenpaket an den Landkreis zurück zu übertragen. Der Stadtrat ließ sich daher in seiner Sitzung am Montagabend ausführlich über diese Möglichkeit informieren. Wilfried Neubauer, der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises, gab die notwendigen Erläuterungen. Eine Diskussion über das Für und Wider eines solches Schrittes entstand nicht. Und eine Tendenz, in welche Richtung die "Reise" im Zeiler Stadtrat geht, ließ sich auch nicht erkennen.

In den kommenden Wochen will sich Zeil eine Meinung bilden. "Wir müssen noch ein paar Dinge klären", kündigte Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) an. Wenn Zeil die Müllentsorgung zurück an den Landkreis übertragen will, dann muss diese Entscheidung bis zum 30. September fallen. Ansonsten müsste die Stadt weitere vier Jahre warten, bis sie einen solchen Schritt vollziehen kann. Denn für diese Zeitspanne werden die Gebühren kalkuliert.

Nicht weit weg

Zusammenfassend lässt sich aus den Informationen im Stadtrat am Montagabend sagen, dass sich für Zeil bei einer Rückübertragung nicht so viel ändern würde. Zwar ginge die Selbstständigkeit verloren, dafür hätte die Stadt eine Aufgabe weniger zu bewältigen. Und die Gebühren der Stadt würden nicht so weit von den Kostensätzen des Landkreises entfernt liegen. Im Gegenteil: Nach den aktuellen Berechnungen muss der Landkreis seine Gebühren pro Jahr bei einem Privathaushalt mit einer 60-Liter-Restmülltonne von 115 auf 135 Euro anheben. Das würde sowohl für die 15 Gemeinden gelten, für die der Landkreis jetzt schon die Verantwortung hat, als auch für 26 Gemeinden, wenn auch noch die restlichen elf Kommunen die Müllentsorgung zurück übertragen würden.

Die Stadt Zeil liegt derzeit bei einem Gebührensatz von 110 Euro pro 60-Liter-Restmülltonne. Geht es 20 Euro nach oben, läge sie bei etwa 130 Euro und nicht weit weg von den 135 Euro des Landkreises. In anderen der elf noch eigenständigen Gemeinden sieht es anders aus. Da könnte es erhebliche Schwankungen geben.
Wilfried Neubauer versicherte den Zeiler Stadträten, dass der Landkreis bei einer Rückübertragung alle Leistungen sicherstellen würde, die die Stadt bisher schon ihren Bürgern geboten hat. Das gilt vor allem für die Grüngutentsorgung, die Zeil mit der Annahmestelle am "Lichtlein" geregelt hat. Diese Grüngutverwertung "werden wir eins zu eins übernehmen", versprach Wilfried Neubauer den Zeiler Stadträten. "Wenn ein System funktioniert, werden wir auf keinen Fall etwas ändern."

Weitere Themen im Zeiler Stadtrat:

Sicherheit Der Zeiler Stadtrat hat die Anschaffung von Digitalfunkgeräten für die Feuerwehren im Stadtgebiet beschlossen. Die Kosten belaufen sich auf rund 42 000 Euro. Darin ist auch der Einbau enthalten. Die Stadt darf mit einer hohen Förderung rechnen, so dass sich die tatsächlichen Kosten für Zeil mehr als halbieren. Die Ausstattung der Feuerwehren und weiterer Organisationen, die mit Sicherheitsaufgaben betraut sind (wie etwa auch die Polizei), ist derzeit voll im Gange. Mit dem Digitalfunk wird das Funken sicherer und kann nicht abgehört werden.

Energie Einstimmig hat sich der Stadtrat dafür ausgesprochen, dass sich Zeil über seine Stadtwerke und die Gesellschaft City-USE an einem Windpark-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. Die City-USE mit Sitz in Bad Neustadt ist ein Zusammenschluss von Stadtwerken, die auf dem Gebiet der Energiewirtschaft eng kooperieren. Die Beteiligung der Stadtwerke liegt bei knapp über fünf Prozent. Die einmalige Einlage beträgt knapp 10 000 Euro. Der Stadtrat ist davon überzeugt, dass sich das Vorhaben rechnet. Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) bescheinigte der City-Use eine "hervorragende Arbeit". Die Beteiligung "ist eine gute Geschichte".

Bebauung Kleiner als früher geplant will Zeil den Bebauungsplan "Lange Äcker Ost" umsetzen. Der Zeiler Stadtrat fasste bei einer Gegenstimme den entsprechenden Aufstellungsbeschluss für das künftige Wohngebiet, das sich an das bestehende Baugebiet "Lange Äcker" anschließt (auf der anderen Seite der Verlängerung der Abt-Degen-Straße). Als Grund für die Verkleinerung gibt die Stadt eine sinkende Nachfrage nach Bauplätzen an. Der Beschluss vom Montagabend hat jedoch keine Aussagekraft darüber, wie die Planung der Häuser in dem Baugebiet aussehen soll. Es ging nur um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Stadträtin Adelinde Friedrich (CSU) merkte an, dass es hinsichtlich der Planung noch Gesprächsbedarf gebe.