Ein langer Weg der Vorbereitung liegt hinter Hanna Bittel. Die Achtklässlerin ist eine von neun Jugendlichen, die am Palmsonntag ihre Konfirmation in Gleisenau feierten. Pfarrer Volkmar Gregori konfirmierte sie und acht weitere junge Christen.

Auf dem Esszimmertisch hat Hanna ihre Begleitmappe ausgebreitet. Diese erhielt jeder Konfirmand zu Beginn der Vorbereitungszeit, um darin den Weg zur Konfirmation zu dokumentieren. Sorgfältig sind in Hannas Mappe verschiedene Gebete, die sie während des letztens Jahres lernen musste, Materialien und Lieder eingeheftet. Bis letzte Woche habe sie nicht realisiert, dass nun die Zeit der Vorbereitung zu Ende ist und das Fest direkt vor der Türe steht, erklärt die 13-Jährige.

Vor fast einem Jahr

Hanna erinnert sich noch genau an den Einführungsgottesdienst am 25. Mai letzten Jahres. An diesem Termin stellten sich alle Konfirmanden erstmals der Kirchengemeinde vor. Von hieran fand einmal im Monat ein Konfi-Tag statt. Geleitet wurden die Treffen, die jedes Mal unter einem anderen Motto standen, von Pfarrer Vokmar Gregori und der Religionspädagogin Ute Schaller.

"Alles, was sie in dieser Zeit lernen mussten, war machbar", sagt Mutter Karin und fügt hinzu: "Der Spaß, etwas in der Gemeinschaft zu erleben, überwog eigentlich immer."

Unternommen wurde in dieser Zeit zudem einiges. Ob die Church-Night in Gaustadt, der Besuch des Germanischen Museums in Nürnberg oder die Konfirmandenfreizeit auf Burg Feuerstein - Hanna Bittel erinnert sich an viele schöne Momente. Als Eltern habe man weniger zu tun als vergleichsweise bei der Vorbereitung der Kommunion, so Karin Bittel. Man merke, dass die Kinder schon älter sind und Verantwortung für ihr Tun übernehmen. "Wir mussten hauptsächlich die Einhaltung der Termine überwachen", scherzt Vater Markus.

Keine Selbstverständlichkeit

Heute ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich Jugendliche bewusst nach außen hin zum christlichen Glauben bekennen. Das weiß auch Mutter Karin. "In der Pubertät stellt man viele Bräuche und Rituale in Frage und bewertet sie als uncool", erklärt sie. Dennoch entschied sich ihre Tochter ganz bewusst für die Konfirmation. "Ich möchte später einmal selbst Patin werden und die christlichen Werte weitergeben", begründet Hanna ihre Entscheidung und fügt hinzu: "Die Konfirmation ist bei uns gelebte Tradition."

Auch wenn Geschenke zur Konfirmation für Hanna eine untergeordnete Rolle spielen, freut sie sich über die auf diese Weise zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung. In den letzten Tagen seien 15 bis 16 Geschenke eingetrudelt, so Mutter Karin. Stolz zeigt Hanna ein ganz besonderes Präsent: eine Kerze, die eigens zu ihrer Konfirmation von einer Frau aus dem Ort angefertigt wurde.

Ganz festlich wird das große Ereignis, das einen festen Platz im Kalender vieler Gleisenauer hat, begangen. Für ihren großen Tag hat sich Hanna ein schwarzes Cocktailkleid ausgesucht. Mit einem feierlichen Einzug in die Kirche werden die Konfirmanden von einer stehenden Kirchengemeinde begrüßt. Im Laufe des Gottesdienstes wird dann jeder Konfirmand mit einem eigens ausgesuchten Konfirmationsspruch gesegnet.

Hanna entschied sich für einen Vers aus dem Römerbrief. Im Anschluss feiert die Familie bei Mittagessen und Kaffee in einem kleinen Restaurant.

Auch Hannas jüngere Schwester Laura lässt sich von der festlichen Stimmung anstecken. In ein paar Jahren wird sie an Hannas Stelle in der Gleisenauer Kirche stehen und dann selbst die Konfirmation empfangen.