Es strömten mehr Leute ins Heimatmuseum, das der Verein unterhält, und das Plus an Besuchern spülte mehr Geld in die Vereinskasse, weswegen neue Unternehmungen angegangen werden können.

So kümmern sich die Verantwortlichen mittlerweile um eine zweite Kunstsammlung, die dem Bürgerverein gestiftet wurde. Dazu wird eine Veranstaltung vorbereitet. Die Veranstaltungen erfreuen sich überhaupt zunehmender Resonanz, was sich auch in der Mitgliederstatistik niederschlägt. 400 Mitglieder haben sich mittlerweile der Heimatpflege verschrieben.

Sie haben es (wieder-) entdeckt, das Heimatmuseum. Gemeint: Schulklassen. Erfreut verkündete Ingo Hafenecker bei der Jahresversammlung des Bürgervereins am Freitagabend im Gasthof Post, dass er 2015 sechs Schulklassen durch das Haus am Grauturm geführt habe. "Vier davon kamen von auswärts. Darunter sogar Inder und Polen."

Ein so großer Einzugsbereich schlägt sich in der Statistik nieder: Die Besucherzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr (damals 500 Besucher) um 170 Prozent, was Hafenecker besonders auf die unterschiedlichen Sonderausstellungen zurückführt. "Unsere aktuelle über die Ereignisse im Ersten Weltkrieg verzeichnete schon 301 Besucher", frohlockte der Bürgervereinsvorsitzende.

Die Besucherresonanz schlägt sich auch in der Vereinskasse nieder, wie Vereinskassier Oswald Müller zufriedenstellend feststellte. Wie überhaupt das Finanzpolster den Vorstand wie auch die rund 50 Besucher beglückte. Denn: Die nächsten Aufgaben warten schon.

Das Museums-Depot in der früheren Schule von Eyrichshof muss (schon wieder) geräumt werden, da es die Stadt (erneut) zum Verkauf ausgeschrieben hat. "Da kommt eine Menge Arbeit auf uns zu", seufzte Hafenecker über den Umzug in Kellerräume unter der Frauengrundhalle (neben der Asyl-Kleiderkammer).


Ausstellungsstücke im Kasten

Dass dabei kein Exponat verloren geht, dafür wurde (Vor-) Sorge getragen. 9000 Ausstellungsstücke wurden in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für nicht-staatliche Museen fotografisch erfasst und dokumentiert. "75 Prozent sind im Kasten." Die Hauptlast trug dabei Steffen Schanz: "Ich weiß gar nicht, wie viele Abende und Stunden er damit verbracht hat. So eine Leistung kann man nicht hoch genug anerkennen", lobte Hafenecker.

Zufriedene Mienen gab's auch bei der (Kassen-)Bilanz über die Feste des Bürgervereins, die auch zusätzliche Einnahmen generieren. "Der Weißbiertreff verdient diesen Namen uneingeschränkt und hat sich als Gegenstück zum Glühweinstand im Winter zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt", schwärmte Ingo Hafenecker, was vor allem Christina Schanz und ihrem Freundeskreis zu verdanken sei.

Die weiteren Veranstaltungen verbuchte der Bürgervereinsvorsitzende auch als Erfolge. So die Beteiligung am Mittelaltermarkt. "50 Prozent unseres Gewinns haben wir abgetreten. Für heuer haben wir einen Festbetrag vereinbart", war leichte Unzufriedenheit vernehmbar, wobei diesmal auch ein größeres Risiko eingegangen wird.


Von Gastronomie enttäuscht

Kritik klang wegen des Oldtimertreffens in der Innenstadt an, das Unmengen an Besuchern anlockte. "Wir haben uns als Verein zurückgehalten, um unserer Gastronomie nicht ins Handwerk zu pfuschen. Das war aber ein Trugschluss, weil unsere Wirten zusperrten", deutete Hafenecker diesmal einen Ausschank im Museumshof an, zumal die Bedingungen für eine Bewirtung weiter verbessert wurden.

Als "erlebnisreichen, schönen Abend" bezeichnete Hafenecker die Nacht der Museen, die in Zusammenarbeit mit den Traditionsverbänden der Bundeswehr, den Kirchengemeinden und dem Shuttle-Service der CSU viele Besucher anlockte. "Es war ein Versuch, der aber durchaus wiederholt werden sollte. Aber höchstens alle zwei Jahre, weil's doch ein Kraftakt ist." Und er hat sich dazu auch schon seine Gedanken gemacht: "Man könnte doch Ossarium und Stadtbücherei einbeziehen. Auch die Kellerhäuschen in der Hirtengasse und die Stadtmühle als Industrie-Denkmal allererster Güte."


Integration über Stricknadeln

Zu den Strickabenden kamen zwischen 20 und 30 Frauen, auch Asylbewerberinnen, was helfe, Vorurteile abzubauen, weil "man sich als Menschen begegnet". An den "stillen Abenden im Advent" wurden 240 Besucher gezählt. "An einem Abend waren es allein 84, da hätte kein Mäuschen mehr ins Heimatmuseum reingepasst", freute sich Hafenecker, der im Ausblick weitere Aktionen ankündigte.

So werden fürs Heimatmuseum neue Vitrinen angeschafft, die 18 000 Euro kosten. "Aber keine Angst, dafür gibt's 60 Prozent Zuschuss", ließ er in der Mitgliederschar gar keine Zweifel an dieser Entscheidung des Vorstands aufkommen.

In Vorbereitung sei eine Ausstellung der Werke von Adolf Vogel, die dem Verein als Schenkung überlassen wurden. Vogel wurde 1895 im Gundelsheimer-Haus (Eckhaus Sutte/Kapellenstraße) geboren, da sein Vater wegen des Baues der Eisenbahnstrecke nach Ebern gekommen war.

Damit verfügt der Bürgerverein - nach dem Jagd- und Naturmaler Willi Schütz - über eine zweite Kunstsammlung. Des Weiteren folgen eine Wanderausstellung des Bezirks Unterfranken sowie der Uni Düsseldorf über deren Erhebungen zum Eberner Judenfriedhof. "Das wird ein interessante Sache."

Dem Vereinszweck folgend nahm Hafenecker auch zu Fragen der Heimatpflege Stellung. Als gelungen bezeichnete er den Rückbau der Fassade des Merkls-Hauses am Marktplatz, wie er auch Renovierung und Umbau der einstigen Streitswirtschaft am Marktplatz und das Haus vom Brehms Fritz in Klein-Nürnberg sowie das Elternhaus von Altbürgermeister Robert Herrmann in der Neubrückentorstraße als Gewinn für das Stadtbild bezeichnete.


Brutale Kahlschläge

Eher in einem Nebensatz ließ Hafenecker aber Unmut in Richtung Stadtbauhof anklingen. "Ich frage mich, ob es jedes Jahr sein muss, dass bei der Grünpflege so brutal eingegriffen wird wie jetzt am Rückert-Denkmal. Zuvor wurde Tabula rasa am Tennisplatz und in der Kellergasse gemacht. Die Spötter unken schon, dass das nur passiert, weil in der Hackschnitzelheizung Nachschub benötigt wird", sagte der Vereinsvorsitzende in Richtung von Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).

Der wiederum warb nicht um Verständnis, sondern um Beteiligung an den Veranstaltungen zum Rückert-Jahr wie auch den Besuch einer Delegation aus der Normandie vom 29. Mai bis 1. Juni, in dessen Verlauf eine Friedenslinde gepflanzt und eine Gedenktafel an der Baumann-Villa enthüllt werden soll, um an Baumanns Einsatz im Friedensprozess am Ende des Zweiten Weltkrieges zu erinnern.

Weiter verwies Hennemann auf Überlegungen, den Maibaum statt mit Zunftwappen mit den Tafeln der Ortsteile zu schmücken. "Das wäre dann ein Art Gemeindebaum" erhofft sich das Stadtoberhaupt eine gemeinschafts-stiftende Wirkung.

Zwei Satzungsänderungen erfolgten aufgrund von Anregungen aus dem Finanzamt, um die Gemeinnützigkeit nicht aufs Spiel zu setzen. Dabei ging es auch um die Höhe einer möglichen Ehrenamtspauschale, die Vorstandsmitgliedern steuerfrei erhalten könnten.

Solche Zahlungen hatte Helmut Schumacher nie im Sinn. Nach 36 Jahren gab er das Amt als Kassier der Wandergruppe ab. "Er hat die Kasse seit der Gründung geführt und das mit großem Erfolg", bescheinigte Vereinsvorsitzender Hafenecker dem "Letzten aus der Riege der Gründungsväter".


Wanderer rückten häufig aus

Als Bänker sei Schumacher für solche Ämter prädestiniert gewesen und letztlich habe er mehr als sein halbes Leben in Vereinen und meist mit der Verwaltung deren Gelder verbracht. Zu Schumachers Nachfolger wurde Thomas Henig (35) aus Brünn gewählt.

Für die Wandergruppe verwies deren Sprecher Uwe Werner auf acht Touren sowie die Wegepflege, die durch den Kauf einer Motorsense erleichtert werde. Dabei sei eine Spende der Kirchweih-Musikanten sehr dienlich gewesen.