Als der Viertklässler Berthold Graser begann, als Trompeter in der Jugendblaskapelle Dankenfeld zu spielen, hätte er sich nicht träumen lassen, dass er im Jahre 2014 als Vorsitzender die Feier zum 45jährigen Bestehen des Musikvereins organisieren würde. Dieser ist erwachsen geworden, hat das "Jugend" aus dem Namen gestrichen, steht aber weiter für engagierte Nachwuchsarbeit. Vom 23. bis 25. Mai feiert der Musikverein Geburtstag - natürlich mit viel Musik.

"Wir brauchen eine eigene Blaskapelle", von dieser Auffassung konnte der damalige Bürgermeister Hans Hager einige Dankenfelder überzeugen, nachdem Ende der 60er Jahre immer öfter kirchliche Anlässe oder auch der Volkstrauertag ohne musikalische Umrahmung stattfinden hatten müssen. Die Initiatoren putzten in Dankenfeld die Klinken und konnten 23 Jugendliche gewinnen.
Neben Hans Hager wollte mit Rudolf Böllner allerdings nur ein zweiter Erwachsener mitspielen - deshalb wurde eine Jugendblaskapelle gegründet.

Auf Anhieb auf Rang eins

Musiklehrer Erich Medelnik bildete die Jungmusiker aus. Während heute jeder Musikschüler sein Instrument selbst wählen kann, zählte damals der "Lippentest". Medelnik schaute den Aspiranten auf den Mund und teilte ihnen dann ihr Blasinstrument zu.

Schon im Juli 1971 stellte sich die Jugendblaskapelle beim Bundesbezirksmusikfest dem Wertungsspiel und erreichte in der Unterstufe den ersten Rang - viele Auszeichnungen sollten folgen.

Als Dirigent Medelnik 1973 überraschend starb, übernahm Gerhard Weiß aus Bamberg den Dirigentenstab. Der bildete den Trompeter Berthold Graser weiter aus, so dass dieser 1977 Dirigent wurde. Die Kapelle machte sich einen Namen, richtete 1979 erstmals das Kreismusikfest aus. Doch auch hier gab es Tiefs, Anfang der 80er Jahre war sogar von einer Auflösung die Rede. Berthold Graser ging erneut mit einigen Mitgliedern auf Werbetour und konnte zahlreiche Nachwuchs-Musiker in das Orchester integrieren. Auch sein Nachfolger als Dirigent, Friedrich Himmel legte großen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Dieses Prinzip wurde bis heute durchgehalten.

Werbetour in der Schule

Gerade Blaskapellen kämpfen mit dem demographischen Wandel. Deshalb haben die Musikvereine Dankenfeld und Kirchaich 2002 das gemeinsame Jugendblasorchester ins Leben gerufen, das Jutta Diroll leitet. Sie ist seit 1999 die Dirigentin auch des Erwachsenen-Orchesters. Auch sie begann als Nachwuchs-Trompeterin, machte dann die Lehrgänge als Dirigentin und versteht es, die "alten Hasen" und die Jugend zusammen zu binden.
Um Kinder für die Musik zu gewinnen, geht der Verein jedes Jahr in die dritten und vierten Klassen der Grundschule, stellt sich vor, verteilt Gutscheine für eine Probestunde. Immer sind interessierte Kinder dabei, "aber man merkt natürlich, dass die Jahrgänge kleiner werden und das G8 haben wir auch gespürt", erklärt Jutta Diroll. Vom Lernaufwand will sich allerdings Marie-Christin Kundmüller nicht von der Musik abhalten lassen. Die heute 16jährige bekam ihre Trompete zur Kommunion von ihrer Patentante - von Jutta Diroll. "Die Musik tut auch gut, gerade wenn man für die Schule viel lernen muss. Der Kopf wird wieder frei", erklärt die Gymnasiastin.

Kurz vor dem Aufhören war dagegen Gabriel Koller. Den 15jährigen Schlagzeuger bezeichnet Berthold Graser als "echtes Ausnahmetalent". Deshalb hat er auch nicht locker gelassen und so bleibt Gabriel dem Orchester erhalten. Das Frühjahrskonzert war für ihn Motivation, doch dabei zu bleiben. "Und wir bemühen uns natürlich auch um geselliges Miteinander, neben den Proben", erklärt Graser. So wird mal gegrillt, Kanufahrten, Bowlingabende und Ausflüge organisiert Graser, der seit 2010 Vorsitzender des Vereins ist.

Neben der Stimmung ist auch die Musikauswahl wichtig, damit sich alle Altersgruppen wohl fühlen. Natürlich stehen auch heute Walzer, Polka, Marsch und der eine oder andere Klassiker auf dem Programm, doch genauso Musical- und Filmmelodien, Bearbeitungen von Rock- und Pop-Klassikern.

Das breite Spektrum ist gefragt, auch bei den Auftritten. Da ist die konzertante Blasmusik im Frühling und beim Weihnachtskonzert, daneben stehen über 20 kirchliche und weltliche Anlässe im Lauf des Jahres: Prozessionen, Flurgänge, Festzüge, Volkstrauertag und Allerheiligen - und das eine oder andere Ständchen.

Buntes Musikprogramm

38 Aktive zählt das Hauptorchester heute, elf das Nachwuchsorchester, 160 Mitglieder unterstützen den Musikverein. Ein Großteil von ihnen ist gefordert, um das Fest vom 23. bis 25. Mai zu absolvieren. Das beginnt am Freitag um 17 Uhr mit dem Festakt zum Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahme Dankenfeld am Gebrüder-Mendel-Haus. Den Abend gestalten dann die Ebrachtaler Musikanten aus Burgebrach. Am Samstag spielt ab 18 Uhr die Heimatkapelle Prölsdorf auf. Der spätere Abend gehört der Jugend, denn ab 21 Uhr liefern "Ampfire" Live-Rock und Pop bei freiem Eintritt.

Der Festgottesdienst findet am Sonntag um 10 Uhr im Festzelt statt, die Nachbarn aus Kirchaich spielen anschließend zum Frühschoppen bis zum Mittagstisch auf. Viele Gastkapellen und Vereine haben sich für den Festzug um 13.30 Uhr angekündigt, im Zelt unterhält anschließend der Musikverein Priesendorf. Mit einem Höhepunkt schließt das Musikfest: um 18 Uhr beginnt das Konzert von "häisd'n däisd vom mee" unter dem Motto ". .. da waggld des Koddledd". Karten dafür können reserviert werden unter Telefon 09522/94280 oder per E-Mail an mv.dankenfeld@gmx.de.