Das Warten auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus könnte bald ein Ende haben. "Wir rechnen auch in Europa mit Zulassungen, die im Dezember oder sehr bald nach der Jahreswende erfolgen könnten", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Pressekonferenz Mitte November. Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein.

Vor diesem Hintergrund laufen aktuell auch im Landkreis Haßberge die Planungen für ein Corona-Impfzentrum auf Hochtouren. Eine erste Entscheidung ist nun gefallen: Das Impfzentrum kommt nach Hofheim. Das dortige Rot-Kreuz-Haus in der Eichelsdorferstraße soll in den kommenden Wochen entsprechend umfunktioniert werden, wie das Landratsamt Haßberge mitteilt.

Wichtige Kriterien erfüllt: Was für Hofheim spricht

Man habe sich für diesen Standort unter anderem aufgrund einiger wesentlicher Kriterien entschieden, heißt es. So sei das Hofheimer Rot-Kreuz-Haus gut erreichbar. Es habe barrierefreie Zugänge und eigne sich für einen Sommer- wie Winterbetrieb.

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Am frühen Donnerstagnachmittag war bereits eine kleine Gruppe vor Ort, um sich einen ersten Eindruck und ein genaueres Bild von der Einrichtung zu verschaffen. Mit dabei: die Hofheimer Ärztin Christina Bendig. Sie machte in einem kurzen Gespräch mit dem Fränkischen Tag deutlich, dass vor allem die Logistik eine große Herausforderung sei. Es gelte zum Beispiel die Abstände einzuhalten, gleichzeitig aber möglichst viele Personen zeitnah zu impfen.

"Abhängig von der Größe der zu impfenden Personenzahl ist das Impfzentrum, ergänzt durch mobile Impfteams, eine große logistische Herausforderung", äußert sich auch Landrat Wilhelm Schneider (CSU) in der Pressemitteilung des Landratsamts. "Wir stellen uns dieser großen Aufgabe und haben die Hoffnung, dass eine zeitnahe Impfung die Pandemie wirksam eindämmen kann."

Impf-Infrastruktur soll bis Mitte Dezember stehen

Bis zum 15. Dezember solle die erforderliche Infrastruktur geschaffen werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Eine Arbeitsgruppe, die sich aus Mitarbeitern des Landratsamts und des Gesundheitsamts zusammensetzt, sei hierfür gegründet worden. Mit an Bord sind laut Mitteilung außerdem Dr. Johannes Luckhardt, Verbindungsarzt der Kassenärztlichen Vereinigung, das Technische Hilfswerk (THW) Haßfurt und der BRK-Kreisverband Haßberge.

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Nun gehe es für den Landrat und die Arbeitsgruppe in die Feinplanung, teilt das Landratsamt weiter mit. Die Ausstattung und die personelle Besetzung des Impfzentrums seien zu organisieren sowie auch die Mitwirkung der hier niedergelassenen Ärzte.

Die Frage nach dem Betreiber der Impfstation ist indes bereits geklärt, wie das Landratsamt berichtet. Der BRK-Kreisverband werde diese Aufgabe übernehmen, hierfür Personal stellen und sich auch um den Ablauf kümmern. Der Verein Ärzte Haßberge übernehme die ärztliche Leitung des Impfzentrums. Er organisiere auch die Ärzte für das Impfzentrum sowie für die mobilen Impfteams.