Das neue Jahr war exakt sieben Stunden und 45 Minuten alt, als es im Kreißsaal der Station Gynäkologie/Geburtshilfe im Haus Haßfurt der Haßbergkliniken am 1. Januar erschöpfte und zugleich strahlende Gesichter gab. Die erste neue Erdenbürgerin 2021 im Landkreis hatte gerade das Licht der Welt erblickt. Mama Christina Dittmann (33) sowie - was seit Monaten nicht selbstverständlich erscheint - der ebenfalls anwesende Papa Stefan Wild (33) aus Weißenbrunn bei Ebern waren jedenfalls überglücklich über die Ankunft der 49 Zentimeter großen und 3460 Gramm schweren Emilia.

Dass "Mutter und Kind wohlauf" sind, bestätigte Hebamme Katrin Wolfschmidt, die Christina Dittmann zur Seite stand. Verständlich, dass sich beide Eltern riesig über ihr zweites Kind nach ihrem 15 Monate alten Sohnemann Lenny freuten. Natürlich auch über den Geburtstermin, der laut Mama Christina "schon etwas Besonderes" sei. Dass der 1. Januar ein tolles Datum ist, bestätigte auch Stefan Wild. Immerhin war zuvor der 3. Januar errechnet worden. Für die Eltern der kleinen Emilia ist es aber "das Wichtigste, dass das Kind gesund ist".

Nachdem es bei ihrem Sohn Lenny nicht klappte, sollte die zweite Geburt derweil unbedingt im Haßfurter Krankenhaus stattfinden. "Es ist einfach familiär, alles nicht so groß", lobte Christina Dittmann, die sich "sehr umsorgt und gut aufgehoben" fühlte. Bedenken aufgrund der Corona-Lage hatte sie nicht.

Viel Beratungsbedarf

Insgesamt gab es deswegen in den letzten Wochen und Monaten aber viel Gesprächs- und Beratungsbedarf, wie Teamleiterin Petra Schor bestätigte. Demnach sei die Befürchtung der werdenden Mütter auch im Haßbergkreis sehr groß gewesen, die Geburt ohne Begleitperson durchleben zu müssen.

Im Vorfeld konnten sie jedoch beruhigt werden. "In unserem Haus ist es möglich, als werdender Vater oder als ausgewählte Begleitperson, die Wehende zu unterstützen und ihr auch im Wochenbett zur Seite zu stehen", sagt Schor und fügt hinzu: "Die Anfragen, wie die aktuellen Regeln sind, haben sich spürbar gehäuft. Die Frauen haben leider mittlerweile in der Schwangerschaft schon große Sorgen und sind belastet, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommen wird." Dazu zähle natürlich auch die Angst vor einer Ansteckung.

Was beim Personal jedoch nicht anders ist. "Durch das Ansteigen der Infektionszahlen wird auch die Gefahr einer Ansteckung bei uns höher. Da kommt man schon ins Grübeln, was passieren würde, wenn man sich selbst ansteckt und somit seine eigene Familie gefährden könnte", zeigt sich die 31-Jährige aus Ebern nachdenklich.

Auch das Team im Kreißsaal und der ganzen Station, neben Petra Schor auch Birgitta Wohner (stellvertretende Bereichsleitung), Nicole Braunreuther, Carola Lutsch, Alix Jahn, Melanie Grimm, Galina Schlegel, Katrin Wolfschmidt, Sonja Weikam, Manuela Poeschl-Handwerker, Margarita Zyzmann, CA Dr. R. Kupietz, Oberarzt Harald Klossek, Fachärztin Aman El Kudr sowie die Assistenzärzte Ahmed Eldyasty, Ulviya Taghizade und Sandra Schreier, waren etwa durch die Durchführung der Screenings und Abstriche, die durch Covid 19 erforderlich wurden, mehr belastet. Zusätzlich ist, wie in vielen anderen Berufen auch, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. "Allerdings sind dies unerlässliche und wichtige Maßnahmen, die mittlerweile alltäglich geworden sind."

Tatsache ist, dass sich das Hebammen- und Ärzteteam auf der Station Gynäkologie/Geburtshilfe "selbstverständlich" nach den gewohnten Umständen sehnt. "Ein Alltag ohne Maske, ein sichtbares Lächeln beim Betreten eines Patientenzimmers, die Umarmung der frischgebackenen Eltern, wenn alles überstanden ist, unser gemütliches Frühstücksbuffet.

All das muss im Moment wegfallen und wird sowohl von den Hebammen als auch den Patientinnen vermisst", bedauert Petra Schor und hofft zugleich auf die Rückkehr der Normalität "so schnell wie möglich. Allerdings", gibt sie sich überzeugt, "erreichen wir die schönen Zeiten nur wieder, wenn wir alle zusammenhalten und uns streng an die gegebenen Maßnahmen halten. Das sollte ein Ansporn für uns alle sein, damit auch im neuen Jahr wieder viele gesunde Babys in einer guten Umgebung geboren werden können."

Emilia unter den "Top 5"

Emilia ist indes erste das fünfte Mädchen, welches in den letzten 16 Jahren die inoffizielle Auszeichnung "Neujahrsbaby" erhielt. Und mit ihrer "Ankunftszeit" von 7.45 Uhr liegt sie in den letzten 20 Jahren ebenfalls auf Platz 5. Schneller waren in diesem Zeitraum nur im Vorjahr Lennox aus Breitbrunn (6.21 Uhr, 2020), Danny aus Bischwind (6.03, 2017), Jonas aus Sylbach (2008, 3.52 Uhr) sowie Spitzenreiter Justin aus Kirchlauter, der am 1. Januar 2011 um 2:47 Uhr zur Welt kam.

Ach ja: die kleine Cilia Kreß ist die letzte neue Haßberglergin im Jahr 2020. Geboren wurde die Hofheimerin von Mama Beatrice Schneider am Silvestertag um 18.13 Uhr.

Zahlen aus dem Krankenhaus

Rekordjahr Trotz der Pandemie hatte das Geburtshilfe-Team in Haßfurt derweil soviel zu tun wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr. Sie halfen 429 Babys ans Tageslicht (232 Mädchen, 197 Jungen). Das sind nicht nur 23 mehr als 2019. Auch die bis dato geburtenstärkste Jahre 2016 (421) und 2017 (420) wurden somit übertroffen.

Rekordmonate Die Top-Monate waren dabei der September mit 46 Geburten und der Juli (45). Besonders heiß her ging es 18. Juni, am 7. Juli, am 29. September sowie am 27. Oktober, als jeweils fünf neue Babys für "Kreischalarm" auf den Fluren sorgten.

Beliebteste Namen Und welche Vornamen waren für die Haßbergler am beliebtesten? Ella und Hanna (jeweils 6) stehen bei den Mädchen diesmal an der Spitze gefolgt von Greta, Leni, Nele und Frieda (jeweils 3). Bei den Buben machte Theo das Rennen (6) vor Ben (5) und Max (4). rn