Am Ende des Geschäftsjahres "wollen wir Ihnen recht herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre finanzielle Unterstützung danken. Ohne diese wäre eine Gründung unseres Unternehmens nicht vorstellbar gewesen. Sie haben es uns möglich gemacht, dass wir vielfältige Erfahrungen im Wirtschaftsleben machen konnten." Dies betonte die Vorstandsvorsitzende Mandy Artzt bei der Hauptversammlung der "Aktionäre" und Kunden der Firma "Filzburg" in der Aula der Wallburg-Realschule Eltmann.
Das Junior-Unternehmen hat vor allem Produkte aus Filz hergestellt. Daher auch der Name Filzburg, in den der Rohstoff (Filz) und der Name der Schule (Wallburg) eingeflossen sind. Produziert hat die Schülerfirma Schlüsselanhänger in unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlichen Bändern sowie Handy-Taschen.
Als zusätzliche Angebote gab es Mäppchen und Sonderaufträge von Lehrern in Form von Windeltaschen oder langen Schlüsselbändern. Dabei wurden auch individuelle Gestaltungswünsche nach Möglichkeit erfüllt.
Die Produkte hat die Schülerfirma auf vielen Märkten angeboten, etwa bei der Burgweihnacht in Eltmann und sogar in der Fußgängerzone in Bamberg. Verschiedene Male hat das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht oder Eltern haben mit einer Gasheizung den Verkaufsstand ausgestattet.
Mandy Artzt erinnerte daran, dass die Schülerfirma als Junior-Unternehmen gegründet worden ist. Junior ist ein Programm des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, das seit mehr als zehn Jahren besteht. Im Schuljahr 2010/2011 hatten 1500 Schüler in über 100 Junior-Unternehmen am Programm teilgenommen. Bis 2011 hat es 4280 Unternehmen mit einer Beteiligung von 59 000 Schülern gegeben. Auf bayerischer Ebene kooperiert das Institut mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft.
Die Vorstandsvorsitzende stellte die Bedeutung einer solchen Schülerfirma heraus. "Wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, theoretisches Wissen praktisch anwenden, Schlüsselqualifikationen wie die Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit erlernen sind die besonderen Ziele", schilderte sie.
Der Leiter der Verwaltung, Maximilian Benkert, freute sich, dass er in der Schülerfirma mitarbeiten durfte. "Ich habe viel Erfahrung aus diesem Projekt für meine Zukunft mitgenommen. Wir mussten nämlich eine große Sorgfalt an den Tag legen und aufpassen, dass bei den vielen Papieren nichts verschlampt wird. Es hat in unserer Firma auch Höhen und Tiefen gegeben, aber die Mühen haben sich gelohnt."

Erfahrungen gesammelt

Finanzchefin Alina Rippstein sah das ähnlich. "Es war für uns gut zu sehen, was mit einem Unternehmen alles verbunden ist und welcher Einsatz hier gezeigt werden muss. Auch das Gespräch mit den Kunden und die Rhetorik im Gespräch mit Mitarbeitern waren sehr nützlich für eigene Erfahrungen."
Für beide Realschüler ist die berufliche Laufbahn schon vorgegeben. Die beiden Abschlussschüler haben ihren Lehrvertrag in der Tasche. Alina Rippstein: "Ich wollte auf jeden Fall in den kaufmännischen Bereich wie Versicherung oder Banken, und das habe ich erreicht." "Bürochef" Maximilian Benkert ist ebenfalls froh. "Ich wollte schon immer in die öffentliche Verwaltung gehen, und meine Bewerbung hat gut geklappt."

Mit großem Einsatz

Finanzchefin Alina Rippstein bedankte sich bei den Eltern, welche die Schüler zu den Märkten fuhren, aber auch bei den Wirtschaftspaten und Sponsoren. Es habe in der Finanzabteilung viel Arbeit gegeben, denn einerseits galt es, Lieferscheine und Rechnungen zu überprüfen, andererseits mussten pünktlich die Umsatzsteuer und Versicherungsbeiträge beglichen werden. Die Schülerfirma habe hautnah mitbekommen, wie andere Geschäftsleute auf den Märkten über schlechten Umsatz klagten, der durch Kälte und das schlechte Wetter ausgelöst wurde.
Dennoch, so Alina Rippstein, habe das Junior-Unternehmen einen Gewinn erzielt, so dass jeder Aktionär für seine zehn Euro Einlage nun 13 Euro ausbezahlt bekomme.
Die Einlagen und der Gewinn wurden an die "Aktionäre" ausbezahlt, die aber die Möglichkeit bekamen, eine Spende an die Schüler oder eine Spende für einen Kindergarten in Passau zu geben, der vom Hochwasser sehr stark betroffen war. Auf diese Weise kamen rund 400 Euro für die Flutwasserkatastrophe zusammen.
Der Realschulleiter Hendryk Heckl stellte heraus, dass die Schüler mit dem Projekt Schülerfirma sehr viel gelernt haben. Sie hätten großen Einsatz gezeigt. Natürlich möchte man, wie er sagte, als Aktionär sein Geld gut anlegen. "Wenn wir nun einen Gewinn von zirka 30 Prozent erhalten, dann haben wir es bei der Filzburg sehr gut angelegt", sagte der Schulleiter. Der Eltmanner Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) kam gerade von einer Sitzung des Städtetages, bei der es um die Zukunft in den Kommunen gegangen ist. "Wenn ich sehe, was die Schüler bei der Filzburg geleistet haben, war das super, und wir brauchen uns um die Zukunft nicht zu sorgen. Die Schule kann stolz auf solche Schüler sein", betonte Michael Ziegler.