Zweibettzimmer gehören im Altenheim "Senivita" in Eltmann schon bald der Vergangenheit an. "Wir setzen nämlich auf das innovative Pflege- und Wohnkonzept "Altenpflege 5.0" mit den drei Bausteinen seniorengerechtes Wohnen, Pflege in der Wohnung und Tagespflege in einem Gebäudekomplex. Dieses neue Konzept betrachte ich als Quantensprung in der Pflege, weil es pflegebedürftigen Menschen ein Plus an Wohnraum, an Privatheit und Wahlmöglichkeiten bietet." Dies betonte der Geschäftsführende Gesellschafter Horst Wiesent vor dem Stadtrat in Eltmann.
Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) zeigte sich äußerst dankbar, dass man in Eltmann so eine Senioreneinrichtung habe und dass man nun mit der Nutzungsänderung und der Umwandlung der vorhandenen Pflegezimmer in Wohneinheiten ein weiterer Schritt in die Zukunft vollzogen werde.
Horst Wiesent stellte dem Stadtrat dann das Konzept "Alten-Pflege 5.0" vor.
Dabei erinnerte er an die erste Generation der Pflegeheime in den 30er Jahren, die man nur als Bewahranstalten bezeichnen konnte. Bei der zweiten Generation in den 70er Jahren seien schon Zimmer und die Funktionspflege gekommen und die 3. Generation habe man nun in Eltmann mit Einzel- und Doppelzimmer mit Nasszellen und der Dokumentation. Die 4. Generation stellen seit den 90er Jahren die Hausgemeinschaften dar.
"Die fünfte Generation - Alten-Pflege 5.0 - steht nun für die Zukunft der Pflege und hiermit sind wir Vorreiter in Bayern und haben das auch schon in einigen unserer Einrichtungen. Nun setzen wir es in Eltmann um", meinte Wiesent.
Immer mehr ältere und pflegebedürftige Menschen wünschten sich nämlich eine Hilfestellung, die sich an ihrem individuellen Bedarf, ihren Wünschen und ihren Möglichkeiten orientiere. Das attraktive Pflege- und Wohnangebot unter einem Dach setze sich aus drei Bausteinen zusammen, die wunschgemäß miteinander kombiniert werden könnten.

Der erste Baustein ist die Tagespflege. Um den Tag in Gemeinschaft zu verbringen, biete sich der Aufenthalt in der großen Tagespflegeabteilung an. Hier können die Mieter der Apartements nach Lust und Laune bei den Gruppenaktivitäten mitwirken, die Mahlzeiten einnehmen oder einfach nur die familiäre Atmosphäre genießen. Außerdem könnten auch externe Patienten in das Haus zur Tagespflege kommen und dann abends wieder zurück in ihre Wohnung gehen. Dies sei ganz toll für die Menschen.
Der zweite Baustein ist die häusliche Pflege im eigenen Apartement. Entscheide man sich für den SeniVita-Pflegedienst im Haus könne man eine engmaschige Versorgung bis hin zu einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung garantieren. So individuell wie der Mensch, so individuell sei dann die Pflege, die er im Alter benötigt.
Der dritte Baustein ist die gemietete, eigene Wohnung im Seniorenhaus. In diesen zwischen 20 und 75 Quadratmetern großen Ein-, Zwei- und Dreizimmer-Apartements ist dann viel Platz für lieb gewordenen Dinge, eigene Möbel, den eigenen Teppich und alles, was man zur Erleichterung des Lebens und der Pflege benötigt. Zur Grundausstattung gehören jeweils ein modernes Duschbad, eine Küchenzeile sowie Anschlüsse für Telefon, TV und Internet. Eine Klingel mit Wechselsprechanlage und der eigene Briefkasten sind auch dabei.
Horst Wiesent zeigte sich froh, dass man alle Heimbewohner von diesem neuen Konzept überzeugen konnte. Man habe ja auch gespürt, dass die Pflege in Standard-Doppelzimmern nicht mehr so gefragt sei und die pauschalen Angebote zu wenige Wahlmöglichkeiten zuließen. Außerdem kriege man die Pflegeplätze schon jetzt nicht mehr voll. So werde man mit dem Umbau auch einige Plätze abbauen, aber man hoffe, wieder auf 70-80 Plätze zu kommen. Die Bewohner würden auf jeden Fall noch besser versorgt und es werde für sie sogar um etwa 100 Euro im Monat im Gesamtpaket günstiger. Wenn mit dem Bauplan alles klar gehe, wolle man von November bis Januar diese Maßnahme umsetzen, die mit einer Investitionssumme von 500 000 Euro veranschlagt sei.
Es kamen auch noch einige Nachfragen aus dem Stadtratsgremium. Manfred Engel fragte, ob mit der Umsetzung des Konzeptes auch Personalabbau verbunden sei und Wolfgang Brühl interessierte die Frage, inwiefern es für die Bewohner um 100 Euro günstiger kommen soll.
Wiesent erklärte, Personal werde keines abgebaut und auch die Küche werde genauso benötigt wie bisher. Die günstigere Variante beziehe sich auf das Gesamtpaket, weil im Sinne von "ambulant vor stationär" Krankenkassen und Pflegekasse mehr dazu bezahle. Außerdem bliebe manchen Senioren und Sozialhilfeempfängern auch ein mehr an Taschengeld, da keine Pfändungen mehr in Frage kommen.
Der Stadtrat erteilte der Nutzungsänderung dann einstimmig sein Einvernehmen.