Die Aktiven in der Feuerwehr sind ihm deutlich zu wenig und es gebe in der Meldeliste der örtlichen Wehr einige "Papiertiger", die er bei Übungen noch nie gesehen habe, sagte der junge Kommandant, der seit November 2016 im Amt ist und Dieter Schwarz ablöste. "Das muss sich ändern, weil Pfaffendorf sonst keine eigene Wehr mehr haben kann und eventuell in eine Löschgruppe umfunktioniert werden muss", so Storf.

Der Kommandant machte deutlich, dass er nicht bereit sei ,Aktivenzahlen zu schönen und er auch nicht mit Leuten zu Einsätzen fahren möchte, die sich nie bei Übungen sehen lassen und wie er sagte, "keine oder wenig Ahnung von der Arbeit der Feuerwehr haben, nicht auf den neuesten Stand sind".

Als Kommandant trage er die Verantwortung, weshalb es so nicht weiter gehen könne. "Ich bin der Meinung, dass Pfaffendorf personell das Potenzial für eine eigenständige Feuerwehr hat, aber dazu ist es erforderlich, dass sich mehr zum Feuerwehrdienst bekennen und auch ihren Beitrag leisten müssen", sagte Storf, von Beruf Polizeibeamter.

Mit derzeit zwölf Aktiven Wehrleuten könne man keine eigene Wehr fortführen, da diese mindestens 27 Personen betragen müsse, im Ausnahmefall könnten es 18 sein, darunter müsse die Wehr in eine Löschgruppe umgewandelt werden.

Im Jahr 2016 standen auf der Aktivenseite 30 Personen, was nicht der Realität entspräche. "Ich werde demnächst den tatsächlichen Stand für 2018 ermitteln, wobei ich niemanden mitzähle, der sich in den letzten zwei Jahren bei keiner Übung hat sehen lassen, das sind für mich keine Aktiven."

Jeder im Ort entsprechenden Alters sei aufgefordert, bei der Feuerwehr mitzumachen, es wäre auch wünschenswert eine Frauengruppe zu haben oder zumindest mehrere Frauen, die in der aktiven Wehr mitmachen.

Der Kommandant bedauerte, dass bei den zehn im Jahr 2017 abgehaltenen Übungen im Durchschnitt nur sechs Personen anwesend seien. Lobend hob Storf Michael Kraft, Günter Reß und Philipp Schneider hervor, die sich am Übungsgeschehen stets beteiligen würden.

Im zurückliegenden Jahr hatte die Feuerwehr Pfaffendorf einen Einsatz, der über die Integrierte Leitstelle ausgelöst wurde. "Das war ein Wohnungsbrand in Fischbach, der sich schließlich nicht so dramatisch darstellte", erinnerte Christian Storf.

"Bei diesem Einsatz meinten einige, es handele sich um einen Probealarm, was ich nicht so toll fand", sagte der Kommandant und erläuterte, dass bei Alarmierungen stets vom Ernstfall ausgegangen werden müsse.

Storf erläuterte das Prinzip der Alarmierungen, nannte Alarmierungsgrundlagen. "Nicht immer wenn in der Nähe von Pfaffendorf ein Einsatz ist werden wir gerufen, da unser einziges Einsatzmittel die Tragkraftspritze ist, aber je nach Einsatzlage andere Wehren die über benötigte Einsatzmittel verfügen, gerufen werden."

Drei Feuerwehrleute würden sich an der modularen Truppmannausbildung beteiligten. Der Kommandant ging auf den Übungsplan für 2018 ein, der am Feuerwehrgerätehaus und am Schaukasten am Dorfplatz aushänge. "Die Übungen möchte ich in Zusammenarbeit mit anderen Wehren interessant und abwechslungsreich gestalten", kündigte Storf an.

Angeboten würden verschiedene Lehrgänge. "Nehmt diese Angebote wahr, damit wir mit unserer Wehr künftig besser aufgestellt sind", forderte der Kommandant. Leistungsprüfungen könnten ebenfalls abgehalten werden, wenn man aufgrund personeller Probleme diese auch mit anderen Wehren der Gemeinde durchführen müsse . Storf freute sich, mit Heike Reß eine aktive Feuerwehrkameradin neu in der Wehr zu haben.

Das Jahr 2017 sei für die Feuerwehr ein herausragendes gewesen, da das 125-jährige Bestehen gefeiert wurde. Es gebe auch einiges zu tun. So werde das Feuerwehrhaus aufgefrischt, dort neue Tore eingebaut, das Dach saniert und ein neuer Außenanstrich angebracht. "Helft bitte alle tatkräftig mit, auch das ist ein Punkt, um in unsere Wehr neuen Schwung zu bringen", bat der Kommandant.

"Die Feuerwehr ist unserer aller Aufgabe, nicht nur von Einzelnen. Wir müssen uns in die Lage versetzen, mit unserer Wehr im eigenen Dorf im Brand- oder Einsatzfall den ersten Angriff durchführen zu können. Deshalb müssen wir jetzt schnellstens entsprechende Weichen stellen", schloss Christian Storf seine Ausführungen.

Günter Reß, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, unterstützte die Ausführungen des Kommandanten in vollem Umfang. Er sagte in seinem Bericht, dass im Frühjahr in Absprache mit der Marktgemeinde ein Zweiter Kommandant gewählt werden müsse.

Günter Reß ließ die Veranstaltungen des zurückliegenden Jahres Revue passieren. "Unser Fest war ein tolles Ereignis, alles hat wunderbar in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein funktioniert", sagte Reß. Durchgeführt wurde eine Faschingsveranstaltung, man habe auch einen Faschingswagen gebaut und damit an Faschingsumzügen teilgenommen. Im Hinblick auf anstehende Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus forderte der Vorsitzende zur aktiven Mitarbeit auf. "Ich denke, das bekommen wir zusammen hin."

Der Feuerwehrverein kann auf ein gutes finanzielles Polster setzen und Gemeinderat Niklaus Schober hatte als Sprecher der Kassenprüfer nichts einzuwenden. Bei der Diskussion wurde gefragt, warum das bisherige Kinderfest in Sommerfest umbenannt wurde. Dazu sagte Günter Reß, dass dieses in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein durchgeführt werde und sich am Wesen des Festes nichts ändere. Kinder würden auch beim Sommerfest auf ihre Kosten kommen.

Bemängelt wurde von einer Frau, dass Veranstaltungen des Dominikus-Savio-Heims nicht im Veranstaltungskalender aufgeführt sind. Hier will man klären, wie das künftig erfolgen könne. Worte des Lobes und Dankes sagte Gemeinderat Nikolaus Schober an die Feuerwehr, namentlich an Kommandanten Christian Storf und den Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Günter Reß. "Ihr beide macht das prima und ich finde es toll, dass ihr bemüht seid, unsere Feuerwehr wieder in die Spur zu bringen", sagte Schober.