Wenn sie Weihnachten - wie im letzten Stück vor einem halben Jahr - auf Herbst vorlegen können, dann vielleicht auch gleich die ganze "Saison"? Die Ebelsbacher Theatergruppe öffnete jedenfalls bereits am Freitagabend erstmals den Vorhang des Bürgersaales für die Kriminalkomödie "Der Schwarze Koffer".

Grund für die ungewohnten Frühjahrstermine sind "terminliche Engpässe im November", erklärt Hobbyautor Rudi Klos, der sich bei den Frühjahrsvorstellungen auf sein schauspielerisches Können als junger Ehemann sowie Regisseur konzentrieren kann, nach der Premiere.

Der "Schwarze Koffer" stammt nämlich nicht aus seiner Feder.
Geschrieben hat den Dreiakter vielmehr Werner Schuster.


Verwirrung im Gepäck

Dank ihm sowie natürlich der Theatergruppe erlebten die Zuschauer im Bürgersaal am Wochenende drei turbulente, verwechslungs- und actionreiche sowie vor allem lustige Aufführungen. Angefangen hat alles mit Tante Flora (Margot Wittig), die sich für lediglich fünf Wochen bei den frisch verheirateten Helena (Ronda Flemming) und Hans Rüdiger Scholz (Rudi Klos) einnisten wollte.

Klar, dass sie "Besuch" auch Gepäck mitgebracht hat. Sie wusste jedoch nichts davon, dass sich in einem ihrem Koffer nicht die zu Hause eingepackten Socken, Schlüpfer und ihr rosa-seidenes Unterhemd befanden, sondern eine Million in bar. Wie dumm nur, dass Hans-Rüdiger die Scheine entdeckt. Und wie dumm, dass Hans-Rüdiger Polizist ist. Schnell steht für ihn fest: Tante Flora ist die Bankräuberin von Wien. Was tun?


Hände hoch oder ich lache

Dann taucht der echte Bankräuber (Regina Lang) auf, nachdem ein Dienstbote (Helmut Partosch) den vertauschten, also den richtigen Koffer vorbeigebracht hat. Im Hause Scholz beziehungsweise auf der Bühne bestimmen von da an heillose Verwirrung sowie Eifersuchtsszenen das Geschehen. Die Nachbarin Fräulein Nachtigall (Christine Brauer), Nachbar Grünlich (Helmut Partosch), Golffreund Hubert Fröhlich sowie die mysteriöse "Madame des Rudolfina" (jeweils Heiko Braunreuther) haben daran maßgeblich Anteil. Als dann noch der ermittelnde Kommissar Kurt Kießling (Renè Lämmerzahl), der Chef von Hans-Rüdiger, buchstäblich zu Fall gebracht wird, ist das Chaos perfekt. Erst recht, als daraufhin der echte Räuber (Regina Lang) mitsamt dem schwarzen Koffer verschwunden ist ...
Das Gepäckstück sorgte schon vor 26 Jahren erstmals für große Verwirrung - damals zum letzten Mal im Gymnastikraum der Schule, wo die Theatergruppe ihre Besucher vor ihrem Umzug in den Bürgersaal 1990 erfreute. Und weil der Erfolg schon damals sehr groß war, fiel die Entscheidung für ein "Revival" nicht schwer.
Zwei weitere Aufführungen sind am Freitag, 15. sowie Samstag, 16. April, jeweils um 19.30 Uhr. Karten können unter der Rufnummer 0160/98257382 bestellt werden (ab 18 Uhr). Reservierungen im Internet (www.theatergruppe.ebelsbach.de) sind ebenfalls möglich.