Stefanie Winkler (36) heißt die neue Ortssprecherin für Lind, Losbergsgereuth und Ottneuses im Markt Rentweinsdorf. Ihre Wahl am Donnerstagabend im Marktsaal von Rentweinsdorf war ein wahrer Krimi. Zwei Kandidaten, Stefanie Winkler aus Lind und Stefan Batz aus Losbergsgereuth hatten sich aufstellen lassen. 80 Wahlberechtigte aus den drei Ortsteilen waren gekommen. Im ersten Wahlgang unter der Leitung von Zweitem Bürgermeister Kurt Weißheimer (ÜWG) erhielt Batz 40 Stimmen und Winkler 39. Damit hatte keiner die absolute Mehrheit. Im zweiten, wo die relative Mehrheit genügt hätte, gab es Gleichstand. So musste das Los entscheiden.

Kurt Weißheimer, sein Wahlausschuss und der geschäftsführende Beamte der VG Ebern Ernst Haßler diskutierten lange, wer das Los zieht. Dann entschieden sie sich für die kleine Ida Schwarz, die weitaus jüngste Besucherin im Saal.
Doch die Eineinvierteljährige zögerte, so als wüsste sie, dass eine schwere Entscheidung von ihr abhängt. Erst als Weißheimer das Körbchen vor ihr abstellte, griff sie zu und dann wollte sie den Zettel zunächst nicht mehr her geben.

Erleichterter Aufschrei

Schließlich gelang es aber doch: Winkler stand drauf. Als Weißheimer den Namen verkündete gingen Aufschreie durch den Saal. Die Spannung hatte sich gelöst. Stefanie Winkler strahlte an ihrem Tisch und nahm die Glückwünsche der Umsitzenden entgegen. "Ich möchte ein Vertreter für alle drei Ortsteile sein", betonte sie und an die Losbergsgreuther gewandt sagte sie, "Ihr werdet mich jetzt öfter sehen. Stefanie Winkler ist 36 Jahre, verheiratet und hat zwei Kinder. Die gelernte Hotelfachfrau lebt seit 2008 mit ihrem Mann in Lind.

Goßes Projekt

Vorausgegangen waren Informationen von Bürgermeister Willi Sendelbeck über eine mögliche umfangreiche Sanierung der Kreisstraße HAS 56, die sich als Hauptverbindungsweg durch den Ort zieht. Rund 800 000 Euro wird diese Maßnahme kosten. Mit fast 180 000 Euro sind die Anwohner mit Anliegerbeiträgen dabei. Manch einer müsste sogar bis fast 30 000 Euro zahlen. Eine hohe Summe. Bürgermeister Sendelbeck erklärte, dass er demnächst mit den Planern und den Vertretern zuständiger Behörden zu einer Versammlung nach Losbergsgereuth kommen möchte. Hier werden dann alle Details vorgestellt und jeder Anwohner kann seine Fragen stellen. Er warnte aber auch "Ihr seht, das wird sehr teuer, überlegt euch genau, ob ihr das wollt". Der Baubeginn wäre schon im kommenden Jahr.

Weitere Kosten

Und es kämen noch mehr Kosten auf die Losbergsgreuther zu. Wenn man die Neuasphaltierung der Straße mit einem zum Teil neuen Aufbau macht, müsste man vorher eine Kanalbefahrung machen. Denn bevor man die Straße so aufwändig her richtet, muss man sicher sein, dass im Untergrund alles in Ordnung ist. Dies würde noch einmal knapp 20 000 Euro kosten. Außerdem gibt es Überlegungen, ein computergestützte Kanalkataster anzulegen. Das würde mit weiteren fast 10.000 Euro zu Buche schlagen. Summen, die viele schockten. Mehrere Anlieger nutzten deshalb am Ende der Versammlung die Möglichkeit, in den Akten des Bürgermeisters einzusehen, welcher Betrag auf sie zu kommen wird und viele gingen mit ernsten Blicken davon.