Plätschernde Wasseridylle, farbenfrohe Blütenpracht und dazu ein spätgotisches Architekturmeisterwerk: Dafür brauchen Fernwehgeplagte nicht etwa erst nach Süditalien reisen - ein Tagestrip in die Kreisstadt Haßfurt genügt. Zeitlich perfekt durchgetaktet und mit einem aufmerksamen Blick für versteckte Gassen, lässt sich der Spätsommer so auch zuhause auskosten.

Brunch: 10 bis 11 Uhr

Selbst für Langschläfer startet ein vollgepackter Urlaubstag nur mit vorheriger Stärkung. Dafür finden sich in der Haßfurter Hauptstraße zwischen dem Oberen und Unteren Tor sowie am Marktplatz gleich mehrere kulinarische Anlaufstellen. Sonnenschein und Passanten zu beobachten, gibt es zum Morgenkaffee und Croissant sogar gratis dazu.

Shopping-Tour: 11 bis 12.30 Uhr

Zugegeben: Mit einer richtigen Einkaufsmeile kann Haßfurt zwar nicht aufwarten, dafür aber mit ausgewählten kleinen Boutiquen, in denen es sich zwischen Sommerschlussverkauf und Dekoartikeln entspannt stöbern lässt. Wer an diesem Urlaubstag mit einem quengelnden Ehemann unterwegs ist, kann diesen solange im Buchladen nebenan zwischenparken.

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Ritterkapelle und Friedhof: 12.30 bis 13 Uhr

Nach dem Konsumrausch braucht es etwas Besinnlichkeit: Daher steht wie bei jedem klassischen Städtetrip auch in Haßfurt der obligatorische Kirchenbesuch auf dem Tagesprogramm. Was für die Londoner die Westminster Abbey oder für die Römer der Petersdom ist, das ist für die Haßfurter die Ritterkapelle. Neben den festen Gottesdienstzeiten kann die Wallfahrtskirche wieder täglich besichtigt werden. Beim Innehalten müssen Besucher aber auch hier an ihren Mund-Nasen-Schutz denken!

Altstadt-Runde: 13 bis 14 Uhr

Zurück in die Innenstadt geht es diesmal nicht über die Hauptstraße: Denn abseits der gewohnten Wege gibt es für Architekturliebhaber einige hübsche Altstadtfassaden in zunächst unscheinbar anmutenden Gassen zu bestaunen. Eine gemütliche Spazierrunde über die Schlesingerstraße bis hinunter zum Stadtmauerweg in Richtung Mainbrücke lohnt sich daher allemal. Wer zur richtigen Uhrzeit unterwegs ist, trifft in der Mittagspause eventuell ebenfalls auf Haßfurts Bürgermeister Günther Werner, der einen schmackhaften Tipp für den nächsten Tagespunkt parat hat.

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Mittagessen: 14 bis 15 Uhr

Wem nach dem Erkunden der Altstadt wieder der Magen knurrt, hat in der Haßfurter Innenstadt zwar keine riesengroße Auswahl an Restaurants, kann aber zumindest zwischen Fränkisch, Italienisch, Vietnamesisch oder auch dem schnellen Döner-to-go wählen. Eintagstouristen, die den Mittagslunch sowieso lieber auf den späten Nachmittag verschieben, können sich an Günther Werners kulinarische Empfehlung halten: Das "Meehäusle" liegt etwas außerhalb der Stadt direkt am Main, ist aber sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad gut erreichbar. Bis dahin muss der Zuckerspeicher aber wieder aufgefüllt werden ...

Eisgenuss an der Promenade: 15 bis 16 Uhr

Gegenüber der Ritterkapelle, entlang der Hauptstraße und an der Rathaushalle finden sich gleich mehrere Eiscafés. Mit einer süßen Abkühlung in der Hand schlendert man nun Richtung Bahnhof zur Promenade. Der dortige Blumengarten blüht aktuell farbenfroh, während die Weintrauben fast erntereif sind. Nebenan bietet ein Spielplatz Gelegenheit zum Austoben und die öffentlichen Fitnessgeräte helfen, die gerade angegessenen Kalorien wieder abzutrainieren. Ein paar Meter weiter mündet die Promenade im Rosengarten.

Mainufer: 16 bis 17.30 Uhr

Entlang der Stadtmauer geht es anschließend über die Hirtengasse weiter zum Unteren Tor. Wer nun Lust auf einen abendlichen Snack unter freiem Himmel hat, deckt sich beim Bäcker, Metzger oder in einem der zentralen Supermärkte mit Proviant ein. Die Uferpromenade unterhalb des Gries-Parkplatzes bietet sich für eine Verschnaufpause an, bevor es entlang des Mainufers bis zum Haßfurter Hafen weitergeht. Auf dem Weg dorthin lassen sich die mittlerweile schmerzenden Füße auch mal ins kühle Wasser stecken.

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Picknick am Flugplatz: 17.30 bis 19 Uhr

Wer sein Auto morgens am Hafen abgestellt hat, fährt nun auf der Suche nach einer geeigneten Picknickstelle entlang des Mains zum Flugplatz. Hat man noch genügend Ausdauer, lässt sich die Strecke aber auch gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen. Mit etwas Glück bekommt man dann von der Picknick-Decke aus noch das ein oder andere Ultraleichtflugzeug am Himmel zu sehen.

Sonnenuntergang in der Mainaue: ab 19 Uhr

Die letzte Etappe führt zum Beobachtungsturm, der im Naturschutzgebiet liegt. Dort gibt es nicht nur einen Rundumblick über die Mainaue, sondern auch Vogelgezwitscher, mit dem der Haßfurter Urlaubstag entspannt ausklingt.