Bereits am 15. März fanden überall im Freistaat Bayern die Kommunalwahlen statt. Im Landkreis Haßberge wurden die Gemeindeoberhäupter von insgesamt 22 Gemeinden für die nächsten sechs Jahre gewählt - bei vier Gemeinden standen die Ergebnisse bis zum gestrigen Abend aus. In Ebelsbach, Pfarrweisach, Rentweinsdorf und Stettfeld kam es jeweils zur Stichwahl, da keiner der Bürgermeisterkandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt. Nachdem die Stimmzettel am Sonntagabend ausgezählt wurden, steht nun fest:

Oppelt siegt in Pfarrweisach

Nach 36 Jahren ist das Bürgermeisteramt in Pfarrweisach wieder im Hause Oppelt. Markus Oppelt (CSU), Sohn des 1984 verstorbenen Bürgermeisters Karl Oppelt, gewann mit 51,93 Prozent die Wahl. Gegenkandidat Christoph Göttel (FW) kam auf 48 Prozent. "Ich muss das erstmal verdauen", sagt der Neugewählte. Jetzt müsse man nach vorn schauen, "dass wir gemeinsam mit dem Gemeinderat in Zukunft umsichtig arbeiten - immer mit dem Blick nach vorne". Göttel sagt, die Leute mögen es ihm nachsehen, dass er "wegen der Corona-Krise" nicht im Rathaus war. Er hofft auf eine gute Zusammenarbeit "und dass es keinen Streit gibt. Ich werde mein Bestes tun, um ihn zu unterstützen, zum Wohl unserer Gemeinde".

Frischer Wind in Rentweinsdorf

Steffen Kropp (SPD) tritt in Rentweinsdorf die Nachfolge von Willi Sendelbeck an, der 27 Jahre lang im Amt war. 622 der insgesamt 1072 Stimmen und somit 58,02 Prozent gingen an den 30-Jährigen. Gegenkandidat Stefan Horn (Rentweinsdorfer Unabhängige Liste) erhielt 41,98 Prozent. "Es ist trotzdem überraschend deutlich", sagt Kropp zum Ergebnis. Denn er und Horn haben vermutet, dass viele CSU-Wähler ihre Stimme im zweiten Wahlgang nicht dem SPD-Mann geben werden. "Es ist schön, dass sie menschlich entschieden haben."

Stefan Horn zur Wahlniederlage: "Der Wähler hat sich so entschieden, da kann man nichts machen. Ich habe Steffen Kropp schon zum ersten Bürgermeisteramt gratuliert." Jetzt zähle es, so Horn, gut zusammenzuarbeiten. Und da es im Vorfeld keinerlei Reibereien gab, sei das auch kein Problem. "Stefan Horn ist ein sehr kompetenter und guter Kandidat, ich bin froh, dass er im Gemeinderat ist", so Kropp. Der frischgebackene Bürgermeister muss sich nun im Amt einfinden. "Ich werde definitiv mit Herrn Sendelbeck ein paar Kaffee trinken, damit wir auf einem Stand sind", sagt er und lacht.

Neuer Amtsinhaber in Ebelsbach

Im engsten Familienkreis feierte Martin Horn (SPD) seinen 55,14 Prozent starken Wahlsieg. Die Corona-Krise habe den Wahlkampf-Endspurt besonders aufreibend gemacht. "Das war wohl die glanzloseste Ebelsbacher Bürgermeisterwahl der Nachkriegsgeschichte", meint Horn. Er gönne sich nun eine kurze Verschnaufpause, bevor er am 1. Mai sein Amt als Bürgermeister antritt. Dann wolle er aber sogleich ein umstrittenes Thema angehen: das Baugebiet "Am Herrenwald". "Ich will ein Gespräch mit der Bürgerinitiative führen, so wie ich es angeboten hatte. Damit wir wieder Ruhe ins Dorf kriegen."

Herausforderer Roland Metzner (CSU) hat an den neuen Bürgermeister hohe Erwartungen: "Ich erwarte auf jeden Fall von ihm, dass er mit uns - der Opposition - redet. Dann wollen wir doch mal sehen, ob es mit der versprochenen Offenheit klappt." Mit seiner Niederlage und damit, dass die Stichwahl für ihn eine "enge Kiste" werde, habe Metzner schon im Voraus gerechnet. Das liege auch daran, dass Bürgermeisterkandidat Andreas Hoch (BNL) nach seinem Ausscheiden seine Unterstützung für Horn beteuert hätte. "Wenn man gegen zwei Parteien antritt, wird es eben nicht einfacher", so Metzner.

Alles beim Alten in Stettfeld

"Da war ich schon trotzdem überrascht", sagt Alfons Hartlieb (CSU) zu seinem Wahlerfolg. 52,55 Prozent konnte er bei einer Wahlbeteiligung von 88,95 Prozent für sich gewinnen. Somit bleibt ihm das Amt seit 2005 inne.

"Wir haben jetzt erstmal genug Probleme zu bewältigen", sagt Hartlieb in Bezug auf die anstehenden Aufgaben. Auch der Coronavirus bringe viele neue Herausforderungen mit sich. Seinen Wahlerfolg feiert er zuhause mit seiner Frau

Eine riesige Enttäuschung sei die Niederlage gegen Hartlieb nicht, sagt Gegenkandidatin Diana Galefske (Stettfelder Dorfgemeinschaft). Mit rund 47 Prozent der Stimmen vereine sie schließlich fast das halbe Dorf hinter sich. Galefske werde sich auf jeden Fall weiterhin politisch in der Gemeinde engagieren und freue sich über die sechs Plätze im Gemeinderat, die sich ihre Partei sichern konnte. Nun hoffe sie darauf, dass sich die Gemeinde Stettfeld für einen Neuanfang zusammenraufe.juru/th/as