"Wer zugehört hat, selbst nun weiß: Ein Lachen ist es, was auch uns Menschen zusammenschweißt. Nicht nur in der Faschingszeit, sondern darüber hinaus, soll diese Geste Gutes verheiß": Eine ganze Litanei an Botschaften von ganz oben, die Pater Rudolf Theiler am Faschingssonntag in der Eberner Stadtpfarrkirche in närrischer Reimform verkündete. Er setzte als "Wiederholungstäter" seine rote Nase auf und trat in der vollbesetzten Kirche in die Ambo-Bütt.

Die Kanzel ließ er Kanzel sein, denn eine Gefahr könnte sie doch für einige sein: "Da müsst ihr nach oben schauen und eure Köpfe drehen und verrenken. Der Bürgermeister schaut dann vielleicht zu sehr nach rechts, Manfred Fausten und Gabi Rögner zu sehr nach links."

Damit genug der politischen Schelte, mehr gab es in diesem Jahr nicht, denn Wichtigeres, nämlich Menschliches, liegt zurzeit auf dem Tisch. "Für Gott, ich sag"s an dieser Stelle, gibt's keine hoffnungslosen Fälle", machte er den Gläubigen Mut.


Egal, ob gesund oder krank

"Gottes Wort hören und es verstehen und in dieser Freude durch den Alltag gehen", wünschte er all den Kritikern, Schwätzern, Menschenkennern, wirklich Frommen und Kirchenrennern. "Lasst uns Narren sein und Christen, von Gott geliebte Optimisten. Er hält uns fest in seiner Hand, ob wir gesund sind oder krank."

Immer wieder bekommt Pater Rudolf Theiler zu lesen und zu hören, dass in Ebern über Flüchtlinge und Asylbewerber geschimpft wird und man sie sogar für eine "Plage" hält. Diesen gedankenlosen Menschen die Stirn zu bieten, forderte er die Sonntagsgemeinde, Karnevalisten und Ausnahmechristen auf: "Bei uns Christen soll es doch um Barmherzigkeit gehen", so Theiler. Damit sich die Flüchtlinge bei uns integrieren, "müssen sie auch unser Interesse daran spüren." Wohnungen und Arbeit sind Dinge, die anerkannte Flüchtlinge in Ebern derzeit suchen, um hier ein neues Leben starten zu können.


Der Geistliche mit der roten Nase

Mit seinen "Schäflein" aus der Gemeinde ist der Geistliche mit der roten Nase derzeit recht zufrieden: "Wenn ich's mir richtig überleg, sind wir auf einem guten Weg." Mit diesem Gedanken rückt er nicht nur die Besucherzahl der Gottesdienst und Prozessionen in das richtige Licht, sondern das Engagement vieler, "das an vielen Ecken wird derzeit erricht". Das Pfarrzentrum nutzen viele Gruppen. Mit großem Fleiß werden Dienste von Ministranten, Mesner und den Blumenfrauen erledigt, "ohne dass jemand lange predigt". Was fehlt? "Der Chor tät Nachwuchs gut vertragen", warb Theiler Neumitglieder für das Ensemble unter der Leitung von Wolfgang Schneider, das zu vielen Anlässen die Messfeiern in St. Laurentius mitgestaltet.

Letztgenannter, der auch an der Orgel in Ebern seine Finger immer wieder wärmt, wurde am Faschingssonntag beurlaubt. Theiler scheute keine Mühen, und ließ den großen Mozart alias Ralf Hofmann aus Salzburg - pardon Breitbrunn - einfliegen.