"Jetzt wissen wir, wann wir Badehose und Bikini einpacken müssen." Was wie ein Scherz klang, war Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bitterer Ernst. Nachdem er sich in den vergangenen Wochen beharrlich geweigert hatte, sich auf einen Eröffnungstermin für das neue Hallenbad an der Coburger Straße festzulegen, rang er am Mittwochnachmittag dem zuständigen Planer ein Versprechen ab: "Wir übergeben Ende August, der Probebetrieb startet im Juli", sicherte Peter Kuhn aus der BaurConsult-Geschäftsleitung vor dem versammelten Kreis-Bauausschuss beim Ortstermin auf der Baustelle zu.

Einem Startschuss zu Beginn des neuen Schuljahres steht damit nichts mehr im Wege. Kuhn sprach von einer "Katastrophe", da durch Pfusch einer Firma aus dem Großraum Nürnberg beim Verputzen zeitliche Verzögerungen eingetreten und mehrere Nachfolge-Firmen in Richtung anderer Baustellen abgezogen waren.
"Jetzt haben wir sie alle wieder so getaktet, dass der Bauzeitenplan bis Juli steht."


Fliesenleger rücken an

Und noch eine freudige Botschaft verkündeten Kuhn und Ralf Röckelein aus dem Kreis-Hochbauamt: "Wir bleiben im festgesetzten Kostenrahmen von sieben Millionen Euro", auch wenn durch die Putzer-Panne Mehrkosten von 70 000 Euro entstanden ist, da die Verursacherfirma zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet hat, wie der Landrat erstmals eingestand.

"Jetzt haben wir Mehrkosten von einem Prozent", rechnete Schneider vor und Peter Kuhn ergänzte: "Es wird kein Debakel wie beim Berliner Flughafen. Und fertig werden wir auch"

Der Putz-Pfusch wurde von einer einheimischen Firma behoben, so dass nächste Woche die Fliesenarbeiten beginnen und "wir Gott sei Dank auch den Trockenbau fortsetzen können", fiel Ralf Röckelein ein Stein nicht nur vom Herzen, sondern vom Drei-Meter-Turm. "Wir holen die Verzögerungen nun Zug um Zug auf."

Röckelein zeigte den Kreistagsmitgliedern die bereits eingebaute, "üppige Schwimmbadtechnik und Filteranlage" im Kellergeschoss sowie die Lamellen-Fertigdecke aus Holz, die nicht nur der Akustik dient, sondern den Innenraum auch optisch aufwertet.

Das Kinderbecken mit einer Tiefe von zehn bis dreißig Zentimeter ist nahezu fertig und die Spielelemente bereits bestellt, wie Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) wissen ließ.

Zur Namensvergabe merkte Landrat Schneider ab, dass die eindeutige Mehrheit für "Hallenbad" plädierte (75 Prozent), weshalb er diesen Namen dem Kreistag vorschlagen werde. Dass damit nur eine Sache bezeichnet werde, bedauerte Harald Pascher (FDP). Schneider ließ aber eine erneute Grundsatzdebatte nicht mehr zu. "Die Leute haben abgestimmt."