Wer hat denn nun die "Voice of germany (besser: Ebern)? Nadine Elle, Mia Kersting. Oder ist es doch Moritz Bauer, der neue Star am Narrenhimmel des Kulturrings, der am Freitag und Samstag bei zwei Büttenabenden vier Stunden lang zum Teil köstliche Unterhaltung bot. Die bisweilen hochkarätigen Gesangseinlagen gehörten zu den erfrischenden Neuerungen des Programms, ebenso wie mancher Sketch, wobei das Niveau erfreulich gehoben blieb. Keine Treffer unterhalb der Gürtellinie.

Das hätte ja auch dem olympischen Geist widersprochen, der als Motto ausgegeben wurde. Dazu gehört auch  "Dabei sein ist alles", doch die Auswahl der Künstler zielte - zumindest - im zweiten Teil nicht auf Masse, sondern auf Klasse.

Von wegen auf dem Marktplatz ist die Katz gebleut', wie es der Stadtpatron Laurentius (Fabian Weber) vom Kirchturm aus beobachtet hat. Da tummeln sich doch so Persönlichkeiten, wie der Penicillin-Patriach Dr. Herbert Stang (Moritz Bauer) oder die "Sexgöttin vom Marktplatz" Linda Wohlfahrt (Isabell Kuhn), die zum sportlichen Wettstreit mit anderen lokalen Größen antraten, wie Hans-Peter Fuchs (Thomas Müller), Bobby Reuther (Christian Giebfried), Beate Hoff (Katrin Wolter) und Dr. Klaus Mandery (Stefan Müller), die dabei nicht ums goldene Kalb, sondern den Fuxomat tanzten. Als der Knopf "besondere Wurst" gedrückt wurde, sprang Martin Ankenbrand als Conchita Wurst heraus, der einmal mehr im Frauen-Fummel faszinierte, und für Lachsalven sorgte.

Herrlich auch, wie Johannes Geuß den einzigartigen Lacher vom Kollegen David Pfeufers imitierte und damit das Original im Zuschauerraum so verzückte, dass dessen Brüller lauter zu hören waren als der des Doubles via Mikrophon.

Absolut textsicher bei Prosa und Gesang gelang der Gruppe der absolute Höhepunkt, wobei sie vorher schon einen Anlauf genommen hatte, als der Empfang der deutschen Fußballweltmeister in Ebern vorbereitet wurde.

Dabei persiflierte Lukas Geuß seinen Trainer Hilmar Holzwart derart süffisant, dass deutlich wurde, welchen Eindruck der TV-Coach auf seine Jugendmannen gemacht haben muss, wobei auch Stagemaster Florian "Ossi" Schmidt als "Spielerdieb vom ASC" einen Seitenhieb abbekam.

Der Empfang der WM-Elf scheiterte im Übrigen daran, dass Marion Müller (Katrin Wolter) den DFB-Bus in die falsche Richtung dirigierte. "Der Beifahrer, der ausgeschaut hat wie der Jogi Löw, hat andauernd etwas vom Lahm geschwafelt. Da hab' ich ihn in den Itzgrund geschickt."

Suche nach Kandidatin
Ein dritte Gruppe aus dem Kreis der Fleisch- und Wurstfreunde trat als Sonderkommission der Polizei auf, die nach einer vermissten Frau suchte, die vorher die Klinken geputzt hatte. Möglicherweise um Fingerabdrücke zu verwischen.

Eingeläutet wurde die Show mit der Wahnsinns-Stimme von Nadine Elle, die "One moment in time" intonierte. Es folgten die Heubacher Kinder- und Jugendgarden sowie die Showtanzgruppe und die TV-Tanzgruppe "Weed", der Türmer und der Kirchenpatron.

Den ersten interaktiven Geldautomaten präsentierten Alexandra Holly und Karin Albert, ehe Gaby Rögner und Mia Kersting als Ruppacher Herzdamen erst Loblieder auf den Sitzungspräsidenten Eberhard Wohl und dann auf Ebern anstimmten. Diese neue Ebern-Hymne gehörte im Studio aufgenommen, gepresst und im Fremdenverkehrsamt verkauft.

Schön auch, dass es ein Männerballett gibt, das keine Bäuche zeigen muss, um die Zuschauer mitzureißen.