Ein Ausdruck von Heimatverbundenheit und Bürgerstolz oder Exhibitionismus? Die Mischung macht's und sorgt für überraschende Ansichten, Aus- und Einblicke: "Stadt in Sicht" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung des Bürgervereins, mit der am Sonntag die Saison in der xaver-mayr-galerie eröffnet wurde.

Zu sehen sind gemalte, gedruckte oder gebastelte Werke von Eberns schmucken Seiten. "Fotos haben wir bewusst ausgeklammert, weil dies die Stärke des Foto-Creativ-Kreises ist", betonte Kurator Stefan Andritschke bei der Eröffnung zur Mittagszeit.

Ihm fiel auf, dass es sich oft um "unbelebte Motive" handele, woraus Andritschke schlussfolgerte: "Die Werke müssen an einem Samstag- oder Sonntagnachmittag entstanden sein", wenn die Innenstadt meist verwaist ist. Nicht so bei der Ausstellungseröffnung. Den Andrang wertete Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) als Indiz für den "nächsten Rekordbesuch einer Ausstellung", da die laufende Sammlung im Heimatmuseum zu den Geschehnisse rund um den Ersten Weltkrieg schon Rekordmarken erreicht. Sie ist noch bis Ostermontag zu sehen.

Der Bürgermeister lobte die Idee und das Engagement, das hinter der Stadtansichten-Sammlung steckt, wobei die Stadt auch einige Exponate beisteuerte. "Die xaver-mayr-galerie habe sich als Standort für Kunst in Ebern etabliert", stellte das Stadtoberhaupt fest. "Als fränkische Fachwerkstadt mit erhaltenem Verteidigungswall haben wir doch viel zu zeigen."

Eine Abwandlung des Ausstellungstitels sprach Kreisheimatpfleger Günter Lipp an, der ein Riesengemälde erläuterte, das Ebern um 1600 zeigt. "Ich hätte sie malerisches Ebern betitelt."

Das Gemälde zeigt Ebern mit Stadtmauer und den damals vorhandenen, neun Türmen. Es stammt vermutlich von einem zunächst unbekannten Kunstmaler namens Seidel ("Davon gibt es im Staatsarchiv drei Seiten voll"), das August Diterich 1954 vervollständigt habe.