Eberns 22 Stadtteile sind für die Zukunft gewappnet. Obgleich der eigenen Schulen beraubt und die meisten ohne eigenes Wirtshaus bekommen sie ihr eigenes Dorfwappen. Im September wird der Stadtrat dieses Ansinnen von Bürgermeister Jürgen Hennemann und Kreisheimatpfleger Günter Lipp (beide SPD) offiziell absegnen.

Danach sollen die Wappen, die zum Teil schon seit Jahren "im Einsatz" sind, neben den Festschriften, Ortsschildern und Dorfgemeinschaftshäusern auch eine kahle Wand in der Rathaushalle in der "Zentrale", den Durchgang am Schumacherhaus (Fremdenverkehrsbüro), möglicherweise auch den Maibaum und das Entree der Frauengrundhalle zieren.

Ein Ansatz also, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.
Diese Zukunftsperspektive fußt oftmals in der Vergangenheit, wie Lipp am Donnerstagabend bei der Vorstellung aller 22 Dorfwappen in den Frankenstuben darlegte, da er bei der Symbolwahl meist auf geschichtliche Bezüge, wie die Dorfherrschaft, einging, mitunter aber auch nur die Namensbestandsteile (Eichel-Berg, Welken-Dorf) stilisierte.

Seit 30 Jahren habe ihn diese Aufgabe beschäftigt, schaute der Heraldiker zurück. 1985 habe er durch eine Anfrage der Fischbacher Feuerwehr zur 750-Jahr-Feier begonnen, zuletzt war Ruppach an der Reihe. "Jedes der 22 Dörfer hat seine Eigenarten und die habe ich in heraldische Bilder gebracht." Rund 400 Euro sei so ein Arbeit wert, er habe es unentgeltlich verrichtet.

Im Streben nach einem Dorfwappen erkannte Lipp das Bemühen um Eigenständigkeit und einen Belebung des Dorflebens und Gemeinschaftsgeistes. Für die Symbolik wählte er Namen, Geschichte/Herrschaft, Ortslage und Besonderheiten, wobei er Fierst beispielsweise zum "Bauerndorf an einer Pass-Straße" erhob, oder dem Schläfenring in einem Höchstädtener Gräberfund eine besondere Bedeutung zumaß.

Bei der Präsentation mochte sich Klaus Schineller (EAL) mit dem Bischwinder Wappen nicht anfreunden. "Der Wunsch kam vor zehn Jahren vom Bauernverband und der Sportverein hat's auch schon verwendet", erklärte Lipp.