Die schlechte Nachricht zuerst: Ingrid Mandery, Rektorin der Grundschule in Ebern, wird zum Ende dieses Schuljahres ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. "Meine Stelle ist bereits ausgeschrieben", informierte sie vor einige Tagen. Und die gute Nachricht? Auch wenige Monate vor ihrem Abschied von der Grundschule Ebern schrieb Ingrid Mandery noch fleißig Bewerbungen und war tatsächlich erfolgreich. "Wie ein Sechser im Lotto", war die Nachricht für sie, dass der Grundschule Ebern die Teilnahme am Gesundheitsprojekt "Klasse 2000", gesponsert durch die AOK Schweinfurt und den Lions Club Haßberge, in den nächsten vier Schuljahren gewährt wird.

"Mit dem Schulprogramm Klasse 2000 lernen die Kinder, was sie tun können, damit es ihnen selbst und anderen gut geht - körperlich, psychisch und sozial", erklärt Schulleiterin Ingrid Mandery. Denn das Programm ist eine Hilfe, Gesundheitsförderung aktiv in den Stundenplan und in den Schulalltag zu integrieren. Es geht dabei um konkrete Themen wie gesund essen und trinken, bewegen und entspannen, sich selbst mögen und Freunde haben sowie kritisch denken und Neinsagen. "Ziel ist es, Grundschulkindern zu vermitteln, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten", so AOK-Direktor Frank Dünisch.


Begleiter durch die Grundschule

Das Programm wird die derzeitigen Erstklässler durch ihre Grundschulzeit in Ebern begleiten. Auch wenn sich bisher nur Sponsoren für drei Klassen gefunden haben, sind alle Kinder mit dabei: "Vielleicht findet sich ja noch jemand, der die Patenschaft für eine weitere Klasse übernehmen will. Der Aufwand ist nicht sehr groß", sagte Ingrid Mandery. Mit dem Patenschaftsbeitrag werden der Einsatz eines Gesundheitsexperten, die Unterrichtsmaterialien sowie die Organisation des Programms finanziert. "Klasse 2000" ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung in Grundschulen.


Größter Pate ist die AOK

Die AOK Bayern hat ab diesem Schuljahr, als größter Pate im Freistaat, für insgesamt 260 Grundschulklassen die Patenschaft des Programms, das am Klinikum Nürnberg entwickelt und bereits seit 1991 durchgeführt wird, übernommen. Der Landkreis Haßberge ist nur durch die Grundschule Ebern vertreten. Obwohl vor Ort schon so einiges in Sachen Gesundheitsförderung und Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder mit den Projekten "Faustlos" und "Gute gesunde Schule" läuft. "Es war uns ein Anliegen, schon immer in diesem Bereich aktiv zu sein", verdeutlichte Ingrid Mandery.


Eltern einbezogen

Das neue Gesundheitsprogramm, das nun startet, bietet Schülern und Lehrern aber noch einiges mehr an guten Dingen. "Es werden soziale Kompetenzen angesprochen, die einfach eine ganz große Rolle spielen und Zuhause nicht mehr so trainiert werden", sagt Ingrid Mandery. Zudem werden auch die Eltern bei diesem Curriculum mit an Bord sein. "Es gibt eine Elternzeitschrift. Es ist wichtig, dass da keine unterschiedlichen Dinge zwischen Schule und Elternhaus gemacht werden", so Mandery. Und das i-Tüpfelchen? Die Informationshefte für die Eltern gibt es in zig verschiedenen Sprachen, auch auf Arabisch oder Kurdisch. "So ist es sehr leicht, Kinder mit Migrationshintergrund zu integrieren", veranschaulicht die Kinderkrankenschwester Manuela Mikula aus Zapfendorf (Landkreis Bamberg), die als Gesundheitsexpertin die Kinder der Eberner Grundschule durch das Programm aktiv begleitet und in den nächsten vier Jahren immer wieder vor Ort bei den Schülern sein wird.